Gymnasium Tegernsee verkündet Kooperation mit Roland Berger Stiftung
Kein Talent soll mehr verloren gehen

von Christopher Horn

Auch am Tegernsee gibt es Schüler aus sozial schwächeren Verhältnissen. Nicht selten leiden ihre schulischen Leistungen unter den Problemen, die sie im Elternhaus haben, und das, obwohl einige von ihnen eigentlich begabt sind.

Damit dem Gymnasium Tegernsee kein Talent mehr verloren geht, wurde nun eine Kooperation mit der Roland Berger Stiftung initiiert. Diese fördert Kinder bei ihrem schulischen Werdegang ‒ auch bis zum Abitur.

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Direktor Werner Oberholzner, Oberstufenkoordinatorin Natalie Reger und Oberstudienrat Claudio Schröter haben gestern Nachmittag die Kooperation mit der Roland Berger Stiftung vorgestellt.

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Bereits vor einigen Jahren hat die Roland Berger Stiftung ein bundesweites Förderprogramm für begabte und lernwillige Schüler aus sozial benachteiligten Familien ins Leben gerufen. Es nennt sich Deutsches Schülerstipendium und ist je Schüler mit 14.000 Euro dotiert.

Dabei will die Stiftung die „Auserwählten“ im Rahmen ihres schulischen Werdegangs gezielt unterstützen und dafür sorgen, dass auch sie die Möglichkeit haben, Abitur oder einen anderen Schulabschluss zu machen.

Soziale Herkunft noch immer entscheidend

Derzeit gibt es in Deutschland insgesamt 600 solcher Stipendiaten. Die Hälfte von ihnen besucht ein Gymnasium. Ab dem kommenden Schuljahr gehört nun auch das Gymnasium Tegernsee zu den Kooperationspartnern der Stiftung. Claudio Schröter, Oberstudienrat am Tegernseer Gymnasium, erklärt, ab wann das Programm starten soll:

Wir haben seit Längerem Gespräche mit der Stiftung geführt und hoffen, dass wir solche Stipendien schon für das kommende Schuljahr anbieten können.

Studien hätten gezeigt, dass der soziale Status auch heute noch entscheidend dafür ist, welchen Bildungsweg ein Kind einschlägt, so Schröter weiter. Haben die Kinder das Potenzial, das Gymnasium zu besuchen, soll sie nun nichts mehr davon abhalten. Dafür wollen die Verantwortlichen künftig noch genauer hinschauen, die Talente der Schüler stärker fördern und soziale Hindernisse aus dem Weg räumen.

An diesem Punkt kommt die Roland Berger Stiftung ins Spiel. Erkennen die Lehrer, dass die Leistung einer Schülerin oder eines Schülers unter deren/dessen sozialen Problemen leidet, sie/er aber eigentlich eine besondere Begabung in einem oder mehreren Themenfeldern hat, wird sie/er dem Stiftungskollegium vorgeschlagen.

Kommt die Schülerin oder der Schüler tatsächlich für ein solches Stipendium infrage, lädt die Roland Berger Stiftung schließlich zu einem Aufnahmegespräch ein und nimmt sie im Idealfall in ihr Förderprogramm auf. Das Geld wird dann allerdings nicht an den betroffenen Stipendiaten ausgezahlt, sondern in gezielte Maßnahmen investiert.  

Schüler fördern

So bekommen die ausgewählten Schüler/-innen einen Mentor an die Seite gestellt, der deren Stärken und Schwächen gezielt fördert und diese je nach Begabung in bestimmten Bereichen besonders unterstützt. Ist sie/er sehr musikalisch, wird zum Beispiel gerade diese Ader gefördert „Wir wollen schauen, dass uns kein Talent mehr verloren geht“, erklärt Dr. Werner Oberholzner, Direktor des Gymnasiums Tegernsee.

Um Talente mit sozialen Problemen möglichst früh zu erkennen, will man zudem auch an die Grundschulen herantreten. Wie viele Schüler des Tegernseer Gymnasiums eine solche Förderung letztlich erhalten, lässt sich derzeit nur schwer sagen. Es sei nun aber erstmals möglich, mehrere Stipendien an einer Schule zu vergeben, machte Oberholzner den Schülerinnen und Schülern Hoffnung.

Die neue Kooperation könnte dem Tegernseer Gymnasium auch im Wettbewerb mit Holzkirchen helfen.
Die neue Kooperation könnte dem Tegernseer Gymnasium auch im Wettbewerb mit Holzkirchen helfen.

Ob die Möglichkeit, ein solches Förderprogramm zu erhalten, auch für die Schüler/-innen im Landkreis ein Anreiz sein kann, ganz gezielt das Tegernseer Gymnasium zu besuchen, wird sich an den Schülerzahlen der nächsten Jahre zeigen müssen.

Zum kommenden Schuljahr öffnet das neue Gymnasium in Holzkirchen seine Pforten. Deshalb ist man in Tegernsee mehr dann je auf der Suche nach Alleinstellungsmerkmalen, um ein Abwandern der Schüler/-innen aus dem Nordlandkreis zu verhindern.

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