Leises Servus vom Abschlussjahrgang 2020
Kein Tegernseer Abistreich oder Ball?

von Simon Haslauer

Das bayerische Abitur stand heuer unter keinem guten Stern. Erst Corona, dann wurden die Prüfungen für Deutsch geklaut. Mittlerweile haben aber auch die SchülerInnen des Tegernseer Gymnasiums den schriftlichen Teil hinter sich. Direktor Werner Oberholzner erzählt, wie das Abitur bisher lief und wie es um den traditionellen Abiball steht.

Normalerweise feiern die AbschlussschülerInnen des Gymnasiums ausgiebig das Ende der Prüfungen mit einem Abistreich und dem traditionellen Abiball. / Quelle: Archiv

Mit dem Abitur und den dazugehörigen Feierlichkeiten endet für viele junge Menschen ein besonderes Lebenskapitel. Vor allem in diesem Jahr wurden die Nerven der SchülerInnen und auch LehrerInnen besonders strapaziert. Eigentlich sollte das Abitur bereits am 30. April beginnen. Weil die Schulen aufgrund der Corona-Pandemie Mitte März für mehrere Wochen geschlossen wurden, verschob das Kultusministerium die Abschlussprüfungen in den Mai.

Kurz vor dem Startschuss hatten dann auch noch Einbrecher die Aufgaben für das Deutsch-Abitur aus dem Tresor des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums in Bamberg gestohlen. Ersatzaufgaben mussten her. Mittlerweile haben bayernweit jedoch alle SchülerInnen die schriftlichen Abiturprüfungen hinter sich. So auch am Gymnasium Tegernsee

Damit auch alles reibungslos abläuft, mussten die LehrerInnen des Gymnasiums Tegernsee umdenken. Pro Schüler musste es gemäß der Auflagen vier Quadratmeter Platz geben, der Abstand zum Nachbarn sollte mindestens zwei Meter betragen. Auch in Tegernsee mussten deshalb ein Konzept und Regeln her.

Mehr Räume, mehr Handschuhe und mehr Desinfektionsmittel

„Wir hatten vier verschiedene Räume und haben sie umbestuhlt, damit der Abstand eingehalten werden kann”, erklärt Direktor Werner Oberholzner. Handschuhe und Desinfektionsmittel für die rund 70 SchülerInnen war ebenfalls vorhanden. Um die Hygienemaßnahmen umsetzen zu können, so Oberholzner, spielte auch der Barocksaal des Gebäudes eine entscheidende Rolle. „Der ist gut zum Ausweichen.”

In dieser Woche starteten nun die Termine der mündlichen Prüfungen. Um diesen Teil des Abiturs macht sich Oberholzner weniger Sorgen. Er versichert: „Es braucht keine großen Maßnahmen. Im Vorbereitungsraum befinden sich nur vier bis sechs SchülerInnen und während der Prüfung befinden sich nur die jeweiligen SchülerInnen mit den Prüfern im Raum.” Dennoch gibt Oberholzner zu:

Es ist natürlich schon stressiger, brauchen wir gar nicht zu reden. Das ist für alle eine Problematik.

Nicht nur während des Abiturs, auch allgemein halten sich Lehrkräfte und SchülerInnen laut Oberholzner am Tegernseer Gymnasium jedoch sehr gut an die Maßnahmen. „Am Anfang mussten wir schon manche darauf hinweisen, dass sie ihre Maske tragen müssen, mittlerweile geht das aber sehr gut.“

Gibt es dieses Jahr einen Abiball oder Abistreich?

Das große Highlight nach den Abschlussprüfungen wären wie immer der traditionelle Abistreich und Abiball, um das Ende der Schulzeit und die gemeinsamen Jahre zu feiern. Können diese beiden Veranstaltungen aber überhaupt stattfinden? „Nein, mit einem großen Leider. Das ist total schade”, gibt der Direktor zu.

Auch bei der Frage nach der Zeugnisübergabe steht noch ein großes Fragezeichen. „Wir sind mit einigen Locations im Gespräch, aber es ist noch nichts fix.“ Aktuell weiß Oberholzner nur, dass die SchülerInnen ihr Abitur persönlich erhalten sollen. Wo oder wie steht noch in den Sternen.


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