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Untere Schönleiten-Alm soll neu errichtet werden

„Das wird keine Partyhütte“

Die Untere Schönleiten-Alm ist eine der letzten Alm-Juwele, keine Nobelvilla, und sie hat ein Manko: Sie ist marode und steht kurz vor dem Verfall. Nun soll dort ein Neubau entstehen.

Wo noch die Auerhähne brüten: Hier liegt die Schönleiten-Alm. Abseits von ihr befindet sich die Untere Schönleiten-Alm, die auf dem Bild nicht zu sehen ist.

Sie liegt so weit ab vom Schuss, dass sie in keinem Wanderführer erwähnt wird, da auch kein Weg zu ihr führt. Die Untere Schönleiten-Alm auf gut 1.000 Metern Höhe ist nur über einen Trampelpfad zu erreichen. Sie steht unterhalb des Lahnerkopfs und unweit des Risserkogels auf Rottacher Gemeindegebiet. Wanderer würden an seiner unbewirtschafteten Alm kaum vorbeikommen, das soll auch so bleiben, sagt Eigentümer Tobias Maxl.

Die Almen dort oben seien noch Juwele im Wildschutzgebiet. Daher will der Unternehmer vom Starnberger See seine Alm erneuern, „denn die Bausubstanz ist ziemlich marode“. Die Empfehlung sei vom Landesamt für Denkmalpflege und vom Kreisbaumeister gekommen. „Das wird auch nichts Spektakuläres, sondern nur eine Alm für die Viehhaltung. Sie ist und wird auch nicht bewirtschaftet“, versichert Maxl. Da oben werde auch nicht an einen Wegeausbau gedacht, was natürlich die Bauarbeiten sehr erschweren würde, aber es soll so bleiben.

Der letzte Steig verirrt sich da oben im Nirwana, dort ist Schutzgebiet, da brüten die letzten Auerhähne.

Er beobachte immer wieder, wie da Leute durchs Gelände stolpern und einen Weg zum Lahnerkopf suchen würden, den es gar nicht gibt. „Das ist gut gemeint, es geht aber völlig daneben“, ist sich Maxl sicher. So bald dies aber erschlossen sei, entstünden „riesige Probleme“. Als Beispiel nannte Maxl an der Längentalalm einen Jägersteig, den „irgendein Trottel“ in einen Mountainbike-Führer setzte.

„Wahnsinn, denn das sind Rückzugsgebiete für die Hirsche im Staatsforst“. Und auf seiner Alm sei nur ein Almerer mit dem Jungvieh. Damit dies so bleibt, investiert Maxl in einen Neubau, „der zehnmal so schwierig und aufwändig wird, wie anderswo“.

Keine Partyhütte

Angetan von Maxls Vorhaben zeigte sich auch der Rottacher Ortsplanungsausschuss, allen voran Bürgermeister Christian Köck (CSU). Denn auch das Amt für Landwirtschaft und Forsten habe bereits seine Zustimmung erteilt, „da nachgewiesen wurde, dass auch künftig Almwirtschaft geplant ist“. Die vorgelegten Pläne würden eine typische Bauweise für den Alpenvorraum zeigen.

„Denn bevor die Alm zusammenfällt, ist es gut, wenn sie weiter benutzt wird“, so Köck. Jede Alm, die aufgelassen werde, erkenne man in ein paar Jahren nicht mehr. Vor Ort überzeugte sich Josef Kaiser (CSU), der sich die „Mühe“ machte und im vergangenen Jahr da raufging und den „Bauherren zufällig“ antraf. Für Kaiser ist der Antrag „realistisch“. Wenn das ohne Straße hinauf jemand auf sich nehme, sei das lobenswert. Kaiser: „Das wird keine Partyhütte, sondern bleibt eine Alm“.


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