Aggressionen in Flüchtlingshallen

von Nadja Weber

Die Anzahl der Straftaten im Tegernseer Tal ist leicht gestiegen. Das hat das heutige Sicherheitsgespräch der Wiesseer Polizei erbracht. Auch in Bezug auf die in Massenunterkünften untergebrachten Asylbewerber haben die Beamten heute eine Bilanz gezogen.

Auf dem Sportplatz in Tegernsee wurde im November 2015 ein Asylbewerber verletzt und gefesselt aufgefunden. Es entstanden wilde Spekulationen / Archivbild
Auf dem Sportplatz in Tegernsee wurde im November 2015 ein Asylbewerber verletzt und gefesselt aufgefunden. Es entstanden wilde Spekulationen / Archivbild

In der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2015 werden insgesamt 1.015 Straftaten aufgeführt – das sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein absoluter Durchschnittswert, wenn man sich die letzten Jahre anschaut. Und so zogen die Bürgermeister und die Polizei ein insgesamt positives Fazit beim heutigen Sicherheitsgespräch.

So liegt beispielsweise die Aufklärungsquote wie auch bereits 2014 bei fast 70 Prozent (genau 68,7 %). Sehr positiv hätten sich die Zahlen der Straftaten von Jugendlichen entwickelt. So heißt es in einer Stellungnahme: „Die Zahl der Tatverdächtigen unter 14 Jahren hat sich über die Hälfte, von 28 Personen im Vorjahr auf 13 in diesem Jahr verringert.“ Und auch die Straftaten, die auf das Konto von 14- bis 18-Jährigen gingen, seien von 65 im Jahr 2014 auf 41 im vergangenen Jahr gesunken.

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Tätlichkeiten wegen räumlicher Enge

Knapp ein Drittel der 569 Tatverdächtigen in 2015 waren Ausländer. Hierunter fallen alle Personen, die sich zum Tatzeitpunkt nicht mit einem deutschen Pass ausweisen konnten. Nach Angaben der Polizei ist die Zahl der nichttdeutschen Tatverdächtigen um zehn Prozent gestiegen.

„Bedeutend ist in diesem Zusammenhang die auffallend hohe Tatbeteiligung an Körperverletzungen“, heißt es weiter im Polizeibericht. In diesem Bereich wurden 2015 133 Fälle verzeichnet. Der Großteil der Auseinandersetzungen habe sich in privaten Wohnungen und in Unterkünften abgespielt. Daher bestehe für Bürger kein Grund zur Sorge, dass seitens der Zuwanderer Gefahr für die Bevölkerung bestehe, so die Polizei. Weiter heißt es:

Die meisten Tätlichkeiten sind eine logische Konsequenz aus der räumlichen Enge und der Leere im Tagesablauf. Diese führen nicht nur zu Aggressionen, sondern sind auch verantwortlich für so manche Eskalation.

374 Migranten im Tegernseer Tal betreuen die Behörden und Freiwilligen derzeit in insgesamt zehn Sammelunterkünften. Rund 100 Personen leben in kleineren Wohneinheiten.

Im vergangenen Jahr sorgten Asylbewerber in der Tegernseer Turnhalle regelmäßig für Einsätze der Polizei. Zusammen mit den Vorfällen in der Gmunder Unterkunft zählten die Wiesseer Beamten 66 Einsätze, meist waren es dabei Sachbeschädigungen und Körperverletzungen.

Anmerkung: Die Presse muss sich bei ihrer Berichterstattung auf eine Meldung verlassen, die von der Polizei versendet wird. Das Sicherheitsgespräch selbst findet nur zwischen der Polizei und den Bürgermeistern statt. Die Öffentlichkeit ist dabei ausgeschlossen.

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