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200 neue Asylbewerber erwartet - Landratsamt plant Unterbringung in Containern

Keine Flüchtlinge in Wiesseer Realschule

Von Robin Schenkewitz

Händeringend sucht das Landratsamt derzeit nach Orten, an denen Asylbewerber untergebracht werden können. Für knapp 200 Neuankömmlinge brauchen die Behörden in diesem Jahr Platz. Aktuell plant man, diese in Containern in Holzkirchen und Miesbach unterzubringen.

In Bad Wiessee, wo nach dem Auszug der Realschüler im März die Schulcontainer vorerst leer stehen, sollen jedoch keine Flüchtlinge einziehen.

Die Container an der Wiesseer Realschule werden schon bald zurückgebaut.
Die Container an der Wiesseer Realschule werden schon bald zurückgebaut.

Ein Ende des Flüchtlingsstroms nach Deutschland, und damit auch in die Landkreise, ist derzeit nicht in Sicht. Durch die anhaltende Zuwanderung wird auch dem Landkreis Miesbach in diesem Jahr wieder eine größere Zahl an Asylbewerbern zugewiesen. Das Landratsamt schätzt, dass im Jahr 2014 für bis zu 200 Personen Unterkünfte gefunden werden müssen.

Schwierige Standortsuche

Doch dafür fehlt der Platz. Die Angebote von privaten Vermietern sind größtenteils ausgeschöpft. Daher hat man sich im Landratsamt dazu entschlossen, einen anderen Plan zu verfolgen. So will man nun bis zu 50 Asylbewerber in Containern, sogenannten Wohnmodulen, unterbringen.

Der Vorteil wäre vor allem die zentrale Betreuung, bei der sich speziell ausgebildete Beamte um die Integration der Menschen kümmern und ihnen so auch im Alltag Unterstützung bieten könnten. Als Standorte für diese Wohnsiedlungen sind derzeit Holzkirchen und Miesbach im Gespräch.

Doch bei der Umsetzung kommt es auch immer wieder zu Problemen. In Holzkirchen scheiterte der erste Standort beispielsweise daran, dass die Nähe zum Bahnhof eine vier Meter hohe Schallschutzmauer erforderlich gemacht hätte. Doch diese hätte wohl viele Monate Abstimmung erfordert. Daher musste man sich einen anderen Standort suchen.

Wiessee ist keine Option

Einen möglichen Ort zur Unterbringung von Flüchtlingen, der vor allem früh genug frei wird, hatte das Landratsamt dabei noch gar nicht auf dem Schirm. Durch den Auszug der Realschüler, so mutmaßten einige Wiesseer, könnten Anfang März Asylbewerber in die frei gewordenen Container ziehen.

Doch diese Idee soll, zumindest zeitnah, nicht weiterverfolgt werden, wie Gabriele Dorby, Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage erklärt:

Die Vereinbarung zwischen Gemeinde und Landkreis lautet dahingehend, dass die Container nach Ablauf der Nutzung als Schule wieder rückgebaut werden.

Dies bestätigt auch der Geschäftsleiter der Gemeinde Bad Wiessee, Michael Herrmann: „Der Landkreis ist in dieser Sache bisher nicht auf uns zugekommen.“ Laut Dorby können die neben der Wiesseer Grundschule stehenden Container wohl auch nicht ohne weiteres umgerüstet werden. Im Moment, soviel stellt die Sprecherin klar, beschäftige man sich jedenfalls nicht mit dem Thema. „Derzeit konzentriert sich das Landratsamt auf die Realisierung der zwei geplanten Standorte für Unterkünfte in Modulbauweise in Miesbach und Holzkirchen“, so Dorby abschließend.

Nachdem die Schüler ausgezogen sind, werden die Container in Bad Wiessee von der zuständigen Firma wieder abgeholt und woanders aufgebaut. Die Wiese soll schließlich dem Bauern wieder zurückgegeben werden.

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