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Krankenhaus Agatharied bekommt neues OP-Zentrum

Keine Patienten mehr wegschicken

Etwa 3.000 ambulante Operationen soll das neue Operationszentrum in Holzkirchen ermöglichen. Die beiden neuen OP-Säle wurden heute der Öffentlichkeit im Atrium-Gesundheitszentrum präsentiert. Für den Hausherrn sind sie wie ein „Sechser im Lotto“.

August Inselkammer (v.l.), Michael Kelbel (Geschäftsführer der Krankenhaus Agatharied GmbH), Benjamin Barthold (Projektleiter des OP-Zentrums Oberland), Rainer Pränger (Ärztlicher Direktor) und Felix Jahn (Anästhesie-Team München und Rosenheim).

Sichtlich erfreut zeigte sich August Inselkammer als Eigentümer des Gebäudekomplexes an der Münchner Straße. Zahlreiche Fachrichtungen sind im Ärztezentrum bereits vorhanden. Nun kommt mit dem OP-Zentrum Oberland des Krankenhauses Agatharied ein neues Standbein für ambulante Operationen in Holzkirchen hinzu.

Für Inselkammer ist es offenbar ein „Glücksfall“, dass Agatharied die bislang leer stehenden Räume nun nutzen kann. Er sei zwar nicht am „schnellen Euro interessiert“, aber die langfristige Perspektive mit einem Pachtvertrag über mindestens 15 Jahre sei für ihn wie ein „Sechser im Lotto“.

Auch Rainer Pränger, ärztlicher Leiter der Außenstelle von Agatharied in Holzkirchen und dort Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, sieht eine besser Versorgung gewährleistet. Für bis zu 3.000 Eingriffe im Jahr seien die Kapazitäten geschaffen worden.

Wir können unsere Schlagzahl deutlich mit dem OP-Zentrum erhöhen.

Bislang hätte man viele Patienten zu anderen Krankenhäusern schicken müssen, weil „wir hier nicht operieren konnten“. Denn sobald es „in die Knochen oder an die Gelenke geht, ist das in einer Praxis wegen der Hygiene- und Sterilitätsmaßstäben nicht mehr darstellbar“.

Die ambulante Klinik sei für Operationen gedacht, die nicht länger als vier Stunden dauern würden Geplant seien Eingriffe im 30 bis 60 Minuten-Takt. Daher würden ambulante Eingriffe in Agatharied dann nur noch „reduziert“ stattfinden. Ganz verzichten könne man nicht darauf wegen der Fort- und Weiterbildung von jungen Ärzten der Chirurgie.

Agatharied „komplett ausgelastet“

Ob wohl in Agatharied die Zahl der Operationssäle von fünf auf sieben im vergangenen Jahr erweitert wurde, sei dieses Projekt parallel angestoßen worden, so Michael Kelbel, Geschäftsführer des Krankenhauses Agatharied, Denn allen sei klar gewesen, dass man trotz Erweiterung von der Realität überholt werde. Inzwischen seien die OP-Räume schon „wieder komplett ausgelastet“.

Daher sei er froh, so Klebel, dass man nun vermutlich ab Anfang Oktober die ambulanten Operationen nach Holzkirchen auslagern könne. Diese Einheiten im Krankenhaus zu schaffen, „hätte ein wahnsinniges Geld gekostet“. Obwohl es relativ einfach sei, diese OP-Säle wieder in Betrieb zu nehmen, betrage die Gesamtinvestition dennoch etwa eine Million Euro.

Wachstumszentrum Holzkirchen

Holzkirchen sei die größte Gemeinde im Landkreis mit dem stärksten Zuwachs. Daher sei es entscheidend, Versorgungsstrukturen auch dort anzubieten, wo ein entsprechender Bedarf vorhanden ist.

Und in diese Versorgungslücke stoßen wir mit unserem neuen Angebot des ambulanten Operierens, gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten.

Zusätzlich operierende Ärzte seien „herzlich willkommen“, die dieses Angebot annehmen. Die Zukunft der medizinischen Versorgung des Landkreises liege laut Kelbel in einer noch engeren Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung.
Die medizinischen Schwerpunkte liegen im Bereich orthopädischer und allgemeinchirurgischer Operationen wie Gelenkchirurgie, Meniskusoperationen, Leistenbrüche und kleine Gefäßeingriffe. „Zeitnah“ sollen auch gynäkologische und augenärztliche Operationen angeboten werden.

Maßgebend sei auch die Richtschnur von Krankenkassen, so Pränger, „dass man solche Operationen mittlerweile nur noch ambulant machen darf“. Früher hätten Leistenbrüche eine Woche gelegen, „jetzt gehen sie am Abend wieder nach Hause“.


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