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Tegernsee sagt Nein

Keine Radler auf dem Seesteg

Von Peter Posztos

In der Tegernseer Ortsmitte ist es gefährlich für Radler. So sieht es zumindest die Tegernseer BürgerListe. Der Vorschlag: Künftig sollte der Seesteg zwischen Rathaus und Macke-Anlage von Fußgängern und Radlfahrern gemeinsam genutzt werden. Doch die Stadt hat das nun abgelehnt. Und das aus bestimmten Gründen.

Der Tegernseer Seesteg könnte zukünftig, neben Fußgängern, auch für Radlfahrer offiziell begehbar sein.
Der Tegernseer Steg könnte zukünftig, neben Fußgängern, auch für Radlfahrer begehbar sein.

Der Vorschlag kam von der Tegernseer BürgerListe. In der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause stellte Fraktionssprecher Heino von Hammerstein den Antrag auf eine gemeinsame Steg-Nutzung von Radlfahrern und Fußgängern zwischen Rathaus und der Macke-Anlage. Zur Begründung führte von Hammerstein die gefährliche und schwierige Situation für Radlfahrer in der Tegernseer Ortsmitte an.

Nach dem Wunsch der BürgerListe sollte am Seeuferweg ein Verkehrsschild mit einer maximalen Geschwindigkeit von fünf Kilometern pro Stunde aufgestellt werden. Zusätzlich könnte eines mit der Aufschrift: „Fußgänger haben Vorrang“ die Verhältnisse auf dem Steg regeln. Man wolle das ausführlich prüfen lassen, so die Antwort von Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn Anfang August. Und ausführlich ist die Prüfung tatsächlich geraten.

Antrag wird abgelehnt

In einer über drei Seiten langen Begründung erklärte Hagn vor dem Bauausschuss am vergangenen Dienstag warum der Antrag nicht angenommen werden kann. Das, so der Tegernseer Bürgermeister habe mehrere Gründe. So sei der Seeuferweg zwischen August-Macke-Anlage und Länd sowie zwischen Länd und Rathaus „fast durchgehend mit einer lichten Breite von 2 Meter gebaut“. Gemeinsame Fuß- und Radwege müssten dagegen als
bauliche Mindestvoraussetzungen eine Breite von 2,50 Meter aufweisen. Und Hagn machte klar:

Alleine die geringen Breiten verbieten es schon, die Seeuferwegeflächen für Radfahrer frei zu geben.

Zusätzlich sei die angedachte Beschilderung auf 4 bis 5 Stundenkilometer nach Angaben der Wiesseer Polizei „realitätsfern und würde von Radfahrern (E-Bike) nicht eingehalten.“ Dabei stellte Hagn klar, dass das Hauptproblem derzeit darin besteht, dass die Radler auf das Verbot zur Benützung des Seeuferweges nichts geben würden.

Bereits jetzt benutzen zahlreiche Radfahrer – trotz Verbot – die Seeuferwege und nehmen keine Rücksicht auf die örtlichen Verhältnisse, z.B. in Höhe der Terrasse des Bistros. Die Radfahrer befahren sowohl von Norden als auch von Süden kommend die stark frequentierte Terrasse. Auch das Radfahrverbot im Bereich der Eingangsbereich der Seesauna wird häufig ignoriert.

Eine Einschätzung, die auch die Betreiberin des SeehausCafes am Eingang zum Steg bestätigen. So machte die Wirtin in einem Schreiben an die Verwaltung klar, dass es bereits mehrfach zu gefährlichen Situationen zwischen Gästen und Angestellten sowie Radlern gekommen sein. Und so stellt Sie fest: „Radler haben auf dem Steg nichts verloren.“ Für Hagn dagegen steht fest, das Problem muss gelöst werden. Mit Hindernissen und Pflanzkübeln werde man versuchen die gefährliche Situation zu entschärfen, so der Bürgermeister.

Und auf die Situation in der Ortsmitte angesprochen, machte Hagn klar, dass es dort zwar nicht völlig gefahrenfrei, aber eben auch nicht unfallträchtig zugeht. Die Chancen auf einen Radweg, wie von SPD-Stadtrat Thomas Mandl vorgeschlagen, sehe er auf alle Fälle nicht. „Da fehlen die Breiten an der Straße“, sekundierte Bauamtsleiterin Bettina Koch. Und Hagn schloss mit die Diskussion mit einem „Ideal wird`s wohl nie.“


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