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Fast 200 Langlaufkinder mischen Tal-Loipen auf

Kinderlachen tönt durch die Kreuther-Klamm

Von Sabiene Hemkes

Sonntag fand in Kreuth – ganz hinten in der Klamm – der „Sepp und Hermine Resch Gedächtnislauf“ statt. 187 Kinder und deren Eltern übernahmen einen Tag lang einen Teil der Langlaufidylle im Tal. Laut wars, bunt wars – ein Schritt in Richtung Post-Pandemie für alle.

Josef Resch verteilt selbst die Medaillen an die Kids.

Im letzten Jahr fiel der „Hermine und Sepp Resch Gedächtnislauf“ in Kreuth der Corona Pandemie zum Opfer. Doch am Sonntag starteten 187 Kinder und Jugendliche den Traditionslauf zu Ehren der ehemaligen Gastleute der Schwaigeralm in Kreuth. Es war der 50. seiner Art. Seit 1971 organisiert der Ski-Club Kreuth – die mit der Gams im Logo – diesen Langlaufwettbewerb für den Nachwuchs. In guten Jahren am Hirschberg und in der Klamm.

Beste Rennbedingungen in der Klamm

Heuer reichten die Schneeverhältnisse nur noch für die Rennen tief im Kreuther Tal. Dort waren die Bedingungen ausgezeichnet, wie Thassilo Rodler, der Streckenchef des Rennens vom SC Kreuth, bestätigt:

Die Kids hatten perfekte Bedingungen. Der Schnee war richtig schnell und griffig. Selbst die Kurven und Abfahrten in der Klamm ließen sich bestens meistern.

Rodler hat, während er vom Rennen berichtet, ein Strahlen in den Augen, wie auch seine Schwester Irmi, die sich zu uns gesellt und ebenfalls berichtet. „Das war richtig klasse heute. Die Kinder und auch die Älteren hatten so richtig Spaß in der Loipe.“ Das zuvor befürchtete Verkehrschaos auf den Parkplätzen und den Langlaufstrecken blieb erfreulicherweise auch aus. Die Verantwortlichen des Ski-Clubs berichten von großem Verständnis für die Sperrung einiger Strecken in dem schneesicheren Kreuther Areal.

Glückliche Teilnehmer und Eltern

Nach dem Rennen sieht man überall glückliche kleine Langläuferinnen und Langläufer herumtollen. Lässig baumelt ihnen eine Medaille um den Hals, die alle Starter bis zu 12 Jahren nach ihrem Rennen bekommen haben. Für die Größeren gab es eine Tafel Schokolade. Dort, wo zuvor die Sieger der Altersklassen einzeln geehrt wurden, werden Erinnerungsvideos und -fotos gemacht. Eltern, Betreuer und Zuschauer freuen sich mit den jungen Sportlern.

Zusammen mit vielen anderen Kindern mal wieder richtig Spaß haben – das ging am Sonntag in der Klamm in Kreuth.

Alles ganz normal und wie immer bei einer solchen Veranstaltung, wären da nicht die beiden letzten Pandemiejahre gewesen: Da haben gerade die Kleinsten unserer Gesellschaft auf so vieles verzichten müssen.

Vereine brachen durch Pandemie die Einnahmequellen weg

Doch auch Sportvereine wie der SC Kreuth leiden sehr unter den Folgen der Corona-Krise, wie uns Matthias Goede, 1. Vorsitzender des Clubs, berichtet. Wir treffen ihn und die vielen freiwilligen Helfer, ohne die eine solche Veranstaltung gar nicht realisierbar wäre, in der Schwaigeralm.

Für uns ist es schwer, den Vereinsbetrieb aufrecht zu erhalten. Besonders die Jugendarbeit ist nicht nur zeitintensiv, sondern kostet auch. Und ohne die Einnahmen aus unserem Waldfest fehlen einfach die Einnahmen. Das können wir kaum kompensieren.

Daher hat Goede am Sonntag auch so eine gute Laune wie alle, die sich im Kaminzimmer der Kreuther Almwirtschaft versammelt haben. Jung und Alt Genießen sichtlich den Renntag. Eingeladen zum gemeinsamen Ausklang des „Hermine und Sepp Resch Gedächtnislaufes“ hat der Sohn der beiden Kreuther Urgesteine: Josef Resch.

Ur-Kreuther Mäzen will Jugend in die Natur bringen

Der bekannte Privatermittler und Buchautor, der heute hoch im Norden beheimatet ist, verbrachte seine Jugend auf der Kreuther Alm. Resch entschloss sich nach dem Tod seiner Mutter Hermine 3.000 Euro Preisgeld für das Rennen zum Gedanken an seine Eltern bereitzustellen. Dieses Geld bekommen jedoch nicht die kleinen Gewinner, sondern der Verein, für den sie antreten. „So etwas gibt es in Deutschland nicht“, erklärt er:

Ich bin hier oben aufgewachsen und weiß welche Kraft und Freude man aus der Natur schöpfen kann. Mit meinem Beitrag unterstütze ich seit 10 Jahren die Vereine in der Umgebung, denn ohne sie gäbe es keinen Breitensport für die Kinder.

Was auch am Tisch in der Schwaigeralm wieder ganz deutlich wird. Eine Frau erzählt, wie sie morgens um sechs die Semmeln für die Verpflegung beim Bäcker abgeholt hat, ein anderer von der Gulaschsuppe, die in diesem Jahr auch wieder wunderbar und lecker gewesen sei. Übrigens wurde diese dem Club von den Wirten der Schwaigeralm gespendet, wie auch die Getränke. Der Weiterverkauf an die Zuschauer spülte weitere, dringend benötigte Einnahmen in die leere Clubkasse.

Die glückliche Vereinsfamilie vom Ski-Club Lenggries. Der Verein gewann die höchste Prämie für die 52 Starter in der Loipe.

Eine gelungene Veranstaltung, bei der alle als Gewinner die Heimreise angetreten haben. Die vielen Sieger und Platzierten in den Altersklassen, die stolzen Eltern der noch stolzeren Kids und die Vereine aus dem nahen Oberland. Die Prämie für den teilnehmerstärksten Verein 2022 staubte in diesem Jahr der SC Lenggries und seine 52 Starter ab.

Der Estner Sepp war immer dabei

Besonders erwähnen wollen wir noch den Estner Sepp aus Wall mit seiner Familie. Der im Jahr 1949 geborene Langläufer ist über acht Kilometer an den Start gegangen. 1971, vor nun 52 Jahren bei der Premiere des „Hermine und Sepp Resch Gedächtnislaufes“, stand Estner als strahlender Sieger ganz oben auf dem Podest.

Die beiden Männer kenn sich fast ihr ganzes Leben – Josef Resch und Sepp Estner.

Seitdem ist er in jedem Jahr aktiv bei dem Rennen in Kreuth dabei. Heuer zusammen mit seinem Sohn Seppi und seinen Enkelkindern. Nach dem geselligen Ausklang der Veranstaltungen freuen sich die Mitglieder des Skiclubs jetzt auf ihr Waldfest 2022 in Kreuth. Auf der To-do-Liste für die Mitarbeiter stehen im Juli dann Hendl grillen, Radi schneiden und Bierkrüge spülen, Zapfen, Aufräumen und der Goede bringt wie immer den Müll raus “ …weil ich ja sonst nichts zu tun hab!“, wie der Chef lachend erzählt.


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