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Zur Kinderbetreuungssituation in Holzkirchen

Kita-Roulette

Von Anita Westphal

Gemeindlich? Privat? Evangelisch? Katholisch? Montessori-, Waldorf-, Wald- oder Naturkindergarten? In Holzkirchen haben Eltern die Qual der Wahl in der Kinderbetreuung. Über 500 „bedarfsnotwendig anerkannte“ Plätze gibt es am Ort. Kindergarten-Anmeldung war Anfang des Monats, Krippenplätze werden zentral vergeben. Aber nicht jeder wird seinen Wunschplatz bekommen. Das Kita-Roulette für 2015/16 dreht sich wieder.

kita holzkirchen

Auch wenn die Gemeinde-Einrichtungen „Kleine Strolche“ und „Frühlingsdorf“ bereits überbelegt sind; „Jeder bekommt einen Betreuungsplatz“, sagt Geschäftsleiter Robert Haunschild. Der Rechtsanspruch für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres ist offenbar gedeckt. Durch eine Filiale der „Kinderland GmbH“ mit Sitz in Weyarn werde die „Situation entzerrt“ und ein größerer Bedarf aufgefangen.

Derzeit hat das Kinderland mit einer Kindergarten- und zwei Hortgruppen provisorische Räume im ehemaligen Grundschul-Pavillon an der Baumgartenstraße bezogen. In den sechs ehemaligen Klassenzimmern will man aber nicht lange bleiben. Im kommenden Kindergartenjahr soll dann der Umzug in einen Neubau an der Erich-Kästner-Straße stattfinden. Die Kita wird dort sieben Gruppen beherbergen; je nach Bedarf aufgeteilt in Krippe, Kindergarten oder Hort.

Kinderland als Nothelfer

Aber Kita ist nicht gleich Kita. Jeder will seinen Sprössling bestmöglich untergebracht haben. Wünsche nach einer speziellen Pädagogik oder kleineren Gruppen in privaten Einrichtungen sollten mit passenden Öffnungszeiten oder räumlicher Nähe zur Wohnung vereinbar sein. Die meisten Eltern haben sich vor ihrer Entscheidung intensiv mit der künftigen Betreuung ihrer Kinder beschäftigt und ihre Entscheidung getroffen.

In der vergangenen Woche haben sich die Leitungen der örtlichen Kindertagesstätten (Kitas) zusammengesetzt und die Situation für Kindergartenkinder (ab 3) besprochen. Nachrücker aus den angeschlossenen Krippen, bevorzugte Geschwisterkinder, unterschiedliche Buchungswünsche und Dringlichkeiten machten die Situation recht wenig planbar. In den vergangenen Jahren wurden etwa 150 Kinder pro Jahr angemeldet „Aber wir hatten den Bedarf im Griff, als die Plätze noch ein bisschen knapper waren. Jetzt haben wir zusätzlich das Kinderland im Rücken“, sagt Haunschild.

„Viel Wind“ um die Betreuungsplätze

Die Holzkirchner Krippen (für Kinder unter 3) führen eine gemeinsame Warteliste, um den Bedarf besser koordinieren zu können. Gerade bei Eltern der jüngeren Kinder gebe es oft Aufregung, wenn zunächst kein Platz in der Wunscheinrichtung frei sei. „Dann greift ein mehrstufiges Prozedere“, erläutert Haunschild. Manche Eltern zögen ihre Anmeldung ganz zurück und machten damit Platz für Nachrücker. Manche verteilten die Buchungen auf andere Wochentage oder reduzierten die Betreuungszeiten. Nach der Gemeindesatzung werde aufgrund von Dringlichkeit und sozialen Gesichtspunkten entschieden.

Sollte kein Krippenplatz verfügbar sein, könnten zwölf Tagesmütter im Gemeindegebiet einspringen. Deren Verteilung erfolgt über das Landratsamt. Maximal acht Kinder darf eine Tagesmutter betreuen, davon höchstens fünf gleichzeitig. Um die höheren Kosten für die Eltern auszugleichen wird diese Betreuungsform von den Kommunen bezuschusst.

Erfahrungsgemäß gebe es „viel Wind“, nachdem die Zusagen rausgeschickt wurden, insbesondere wenn Kinder nicht in ihren Wunsch-Einrichtungen landeten. Doch wer wirklich einen Platz brauche, müsse auch mit Alternativen leben können, so Haunschild: „Der Großteil der Einrichtungen funktioniert wirklich gut.“

Hier eine Übersicht aller Kinderbetreuungseinrichtungen im Gemeindebereich.


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