Der 4. Tegernseer Bergsprint auf die Neureuth

Klein, aber fein

Für Wanderer führen viele Wege auf die 1.264 Meter hoch gelegene Sonnenterrasse der Neureuth. Doch den steilsten mussten heute 27 Teilnehmer des 4. Bergsprints bewältigen. Dabei wurden wieder hervorragende Zeiten vorgelegt.

Der Berggasthof vor dem Ansturm von Wanderern. / Foto: Klaus Wiendl

Dabei sein ist alles, so das Motto des Teilnehmerfelds am Start kurz nach 10 Uhr am Parkplatz zur Neureuth. Vor sich hatte Starter und Veranstalter Thomas Gigl das Teilnehmerfeld, das 330 Höhenmeter bewältigen musste, verteilt auf einer Länge von 2,3 Kilometern, mit einer durchschnittlichen Steigung von über 15 Prozent. Da lichtet sich schnell die Spreu vom Weizen. Und es dauerte nur 14:43 Minuten, bis der Tagesschnellste das Ziel erreichte: Tom Scheifl aus Arzbach bei Lenggries. Er verfehlte den Streckenrekord von 14:04 Minuten nur knapp, den der polnische Berglauf-Profi Andrzej Dlugosz im 1. Bergsprint vorlegte. Im Gegensatz zu dem Polen sei er aber kein Profi, sagt Scheifl noch völlig außer Atem. „Ich habe einen ganz normalen Beruf“. Sein Ziel sei gewesen, unter 16 Minuten zu bleiben. Die erreichte Zeit aber sei „top, das läuft auf der sausteilen Strecke“. Es war heute sein erster Berglauf. Von seinen Laufkameraden habe er erfahren, „was da an Zeiten so drin ist“.

Im Huckepack ins Ziel

Schnellste Frau wurde mit 17:44 Minuten wieder wie im Vorjahr Birgit Postel, die schon etliche Bergläufe absolvierte. Darunter war auch ein Weltcup und ein 3. Platz bei den Bayerischen Berglaufmeisterschaften. Die jüngsten Sprinter heute waren Marinus (15) und Korbinian (13) Staudacher aus Tegernsee, der älteste 64 Jahre. Er bewältigte die Strecke in 24:31 Minuten. Laut wurde es im Zielraum, als Christian Schierghofer aus Egling einlief. Er hatte seinen Sohn Felix in der Kraxn auf dem Rücken. Auf die Frage, wie es dazu kam, meinte der junge Vater: „Ich habe heute Kinderdienst, da meine Frau arbeiten muss“. Mit Felix habe er aber heute ein Programm machen und seinen Freund in Tegernsee besuchen wollen. Da sei die Idee für den Berglauf als sportlichen Aspekt geboren worden. „Felix hat die ganze Zeit die anderen Läufer angefeuert und mich auch. „Auf geht`s“. Felix sei „gut drauf“ gewesen.

Mount Everst-Bezwinger Hans Engl feiert auf der Neureuth seinen 75.

Eine besondere Ehrung auf der Neureuth erlebte heute Hans Engl, die Bergsteigerlegende des Tegernseer Tals. Er konnte seinen 75. Geburtstag im Kreis sportlicher Freunde feiern. Auch wenn Engl kaum Aufhebens davon macht, so war er nach dem Südtiroler Reinhold Messner der erste Deutsche Bergsteiger, der noch im gleichen Jahr 1977 den Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff bezwang. Während Messner seinen Triumph seit über 40 Jahren versilbert, blieb Engl auf dem Boden. Dennoch freute er sich über den Gutschein, den ihn das Wirtsehepaar der Neureuth, Barbara und Thomas Gigl, überreichte.

Keine Werbung durch die TTT

„Der Spaß am Sport“ ist es, was Gigl motiviert, jährlich so eine Veranstaltung auszurichten. „Irgendwann schaffe ich es vielleicht, dass ich selber einmal mitlaufe“. Er finde es gut, wenn es mit seinem Bergsprint wieder eine Laufveranstaltung am Tegernsee gebe. Keine Massenveranstaltung wie der Tegernseelauf, sondern mehr im Freundes- und familiären Kreis. „Jeder kennt jeden und jeder kennt die Zeiten der anderen vom Vorjahr“.

Dass es diesmal nur 27 Teilnehmer waren, habe ihn nicht enttäuscht, so Gigl. Etwa 50 Teilnehmer wären ihm am liebsten. Viel mehr sollten es nicht sein, „sonst bekommen wir Probleme mit der Art, wie wir das organisieren“. Die TTT (Tegernseer Tal Tourismus GmbH) habe ihm angeboten, seinen Lauf ins Veranstaltungsprogramm aufzunehmen und zu bewerben, „doch ich möchte da keine 800 bis 1.000 Leute mitlaufen haben“. Dann würde er die Teilnehmer selbst nicht mehr kennen und die Veranstaltung womöglich aus dem Ruder laufen. „So aber passt`s.“

Die TS-Bilderauswahl vom Lauf. Die Bilder sind von Thomas Gigl und Klaus Wiendl:

Das Teilnehmerfeld kurz vor dem Startschuss
Vor ihnen liegen 364 Höhenmeter
Christian Schierghofer sprintete mit dem Sohn in der Kraxn
Der Schnellste: Tom Scheifl aus Arzberg
2,5 Kilometer liegen hinter ihnen
Schnellste Frau wie im Vorjahr: Birgit Postel
Das Ziel auf 1.264 Metern ist erreicht
15 Prozent durchschnittliche Steigung beim Bergsprint
Keine 100 Meter mehr bis zum Ziel
Novum: mit der Kraxn ins Ziel
Nach den Strapazen die verdiente Pause
Hans Engl, die Bergsteigerlegende des Tegernseer Tals, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Das Wirtsehepaar Gigl gratuliert mit einem Gutschein
Die Panorama-Terrasse der Neureuth
Brotzeit nach dem Bergsprint

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