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Wie man versucht Verkehr und Tourismus anzupassen

Klimawandel im Tal?

Von Maximilian Olberding

Der Klimawandel schreitet stetig voran. Auch das Tegernseer Tal bekommt das vermehrt zu spüren. Deshalb sollen jetzt Alternativen entstehen. In Studien zum Tegernsee stehen dabei vor allem ein besserer Service für Urlauber und eine gute Verkehrsanbindung im Fokus. Erste Ideen wurden gestern präsentiert.

Präsentation_Leuchtturmprojekte
von links Prof. Dr. Jurgen Schmude (LMU), Ruth Berkmüller (bifa), Dr. Michael Schneider (bifa), Georg Overs (TTT), Andreas Horneber (IHK Nürnberg), Dr. Christina Hans (LMU)

Das bifa Umweltinstitut und die LMU München haben im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gemeinsam mit verschiedenen Akteuren der Stadt Nürnberg und dem Tegernseer Tal Ideen für Klimaanpassungsprojekte entwickelt. Die Ergebnisse dieser Studie präsentierten die Projektverantworlichen gestern auf einer Informationsveranstaltung bei der Edelbrand Destillerie Liedschreiber in Gmund.

Betroffen sind unter anderem zwei eng miteinander verflochtene Bereiche: die Freizeit- und Tourismuswirtschaft sowie der Verkehrssektor. In der Studie wurde gezeigt, dass der Klimawandel neben Risiken, wie die Zunahme von Hitzetagen, durchaus auch Chancen, wie neue Angebote, birgt.

Leuchtturm-Ideen für das Tegernseer Tal

Für das Tegernseer Tal wurden gleich zwei Leuchtturm-Ideen entwickelt: Unter dem Motto „Immer eine passende Idee“ sollen alle tagesaktuellen touristischen Angebote auf digitaler Basis zusammengeführt werden. Die Plattform soll dazu dienen, Veranstaltungsangebote für jede Gelegenheit, jedes Wetter, jedes Alter und jedes Interesse übersichtlich darzustellen, sowie Informationen zu einer umweltfreundlichen An- und Abreise zur Verfügung zu stellen.

Außerdem können über diese Plattform Warnungen vor Unwetter oder starker Wärmebelastung kommuniziert werden. Dazu soll ein Programm entwickelt werden, das auf verschiedenen Endgeräten, zum Beispiel Smartphones, aber auch Flachbildschirmen, die bei Vermietern aufgestellt werden können, entwickelt werden.

Präsentation der Studie
Dr. Christina Hans (LMU) präsentiert die Ergebnisse der Studie.

Das Mobilitätsprojekt „Fahr Mobil im Tal“ bildet die zweite Leuchtturm-Idee. Ziel ist es, eine Mobilitätskette zu schließen – wie zum Beispiel von der Haustür zu einer Haltestelle. Damit soll der Individualverkehr eingedämmt werden. Allein 80 Prozent der 3,4 Millionen Tagesgäste kommen mit dem PKW an den See. Hinzu kommen die vielen Übernachtungsgäste.

Um Alternativen wie die Bahn, aber auch den Postbus attraktiver zu machen, soll ein Zubringersystem geschaffen werden. Dabei werden verschiedenste Mobilitätsdienstleister einbezogen und besser aufeinander abgestimmt, wie zum Beispiel die Seenschiffahrt, Car- und Bikesharing-Angebote, aber auch Taxis und Busse.

Breite Unterstützung auf Präsentationsveranstaltung

Unter den rund 30 geladenen Gästen waren neben Vertretern der Tegernseer Tal Tourismus GmbH auch Verantwortliche der BOB, der RVO sowie von Bund Naturschutz und der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal vor Ort. „Die Studie zeigt, auf welchem Irrweg wir uns am Sudelfeld befinden“, so Silvia Adkins, Vorsitzende der Ortsgruppe Schlierachtal des BUND. Auch die SGT zeigte sich angesichts der Studienergebnisse zufrieden. Vorsitzende Angela Brogsitter-Fink berichtet:

Ich habe erst mit dem Erhalt der Einladung von dem gesamten Projekt erfahren. Dass endlich konkrete Vorschläge ausgearbeitet werden, um das Verkehrsproblem im Tegernseer Tal in den Griff zu bekommen, ist ein wichtiger Schritt.

In der Broschüre „Mobilität und Tourismus in Zeiten des Klimawandels in der Stadt Nürnberg und im Tegernseer Tal“ befinden sich detaillierte Informationen zum Projekt. Herunterzuladen ist diese auf der Hompage der bifa. Weitere Informationen befinden sich hier in unserem alten Artikel.


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