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Medical Park plant Erweiterung

Klinik greift nach Jodbad-Areal

Vergangene Woche hatte die Tegernseer Stimme aufgedeckt, dass Teile des Jodbad-Areals für „mehr oder weniger“ als sieben Millionen Euro an Investoren für das Hotel und den Gesundheitspark verkauft werden sollen. Nun plant auch die Medical Park AG für ihre Klink „Am Kirschbaumhügel“ nach Osten eine Erweiterung – nachdem ihr von der Gemeinde das Gelände angeboten wurde.

Der Medical Park will sich auf das Jodbadareal audehnen.
Der Medical Park will sich auf das Jodbadareal ausdehnen.

Die neuesten Meldungen aus dem Rathaus in Bad Wiessee, wonach für etwa sieben Millionen Euro wesentliche Teile des Jodbad-Areals verkauft werden könnten, beunruhigen offensichtlich auch die Verantwortlichen des Medical Parks. Denn die Schweizer Mettler-Gruppe plant in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft nicht nur ein Hotel mit 60 Zimmern, es wird daneben auch ein Medizinisches Zentrum entstehen, das von der Sports Medicine Excellence Group betrieben werden soll.

Sollte es so kommen, wäre das Alleinstellungsmerkmal als Klinik in Bad Wiessee gefährdet, das der Medical Park für sich reklamiert. Dem Gemeinderat sei dies bereits bekannt, wie die Tegernseer Stimme erfuhr. Öffentlich jedoch wollen die Klinikbetreiber ihre Bedenken nicht äußern. „Die Pläne der Gemeinde zur Weiterentwicklung des Jodschwefelbades wird Medical Park nicht kommentieren, zumal sie uns nicht vollumfänglich bekannt sind“, erklärt Jenny Levié, Pressesprecherin des Unternehmens, auf Anfrage.

Begehrter Grund südlich der Wandelhalle

Doch so viel verrät sie: „Der Medical Park kann sich vorstellen, die östliche Fläche unterhalb des Kirschbaumhügels, also die „Direktorenvilla“, für eine spätere Erweiterungsmöglichkeit zu nutzen. Dieses Interesse ist der Gemeinde bekannt, und Medical Park geht davon aus, dass es in die gemeindlichen Überlegungen zur Gesamtnutzung des Areals des Jodschwefelbades entsprechend einfließt“.

Tatsache ist nun, wie Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) auf Anfrage bestätigt, „dass die Gemeinde dem Medical Park frühzeitig das Areal zwischen Medical Park und Adrian-Stoop-Straße zum Kauf oder auf Erbpacht angeboten hat“. Allerdings gibt der Rathauschef zu bedenken, „dass die Gemeinde hinsichtlich dieses Areals in Kaufvertragsverhandlungen mit einem Investor für ein Gesundheitszentrum steht, in dem auch das neue Jodschwefelbad untergebracht werden soll“.

Die „Direktorenvilla“ diente einst dem holländischen Entdecker der Jodschwefel-Quelle, Adrian Stoop, als Dienstvilla, sowie seinem Nachfolger, Andrè Simon Driessen. Jetzt ist das Herrschaftshaus abbruchreif. Noch steht es aber in der südlichen Verlängerung der denkmalgeschützten Wandelhalle.

Vom KIrschbaumhügel aus kann man die ehemalige Direktorenvilla sehen.
Vom Kirschbaumhügel aus kann man die ehemalige Direktorenvilla sehen.

Und zwar dort, wo das neue Gesundheits-Zentrum mit Jodbad entstehen soll: südlich der Wandelhalle. Höß hatte dem Gemeinderat vergangene Woche das Unternehmen, das sich für das neue Jodbad interessiert, in der nicht öffentlichen Sitzung vorgestellt. Sein Entschluss: „Wir werden uns mit dem Investor auf den Weg machen“. Von diesem werden in den nächsten Monaten detaillierte Pläne erwartet.

Konkurrieren Medical Park und Medizin-Zentrum?

Dies dürfte auch den Medical Park interessieren. Denn damit wird fraglich, ob es zu einer baulichen Erweiterung nach Osten kommen kann, da diese unmittelbar an das Gesundheitszentrum anschließen, wenn nicht sogar andocken oder im Weg stehen würde.

Medical Park nimmt für sich in Anspruch, dort eine Reha-Klinik für Orthopädie, Traumatologie, Sportmedizin und Innere Medizin zu betreiben. Das vom Gemeinderat abgesegnete Medizinzentrum in der Nachbarschaft könnte mit einer „Sportclinic“ und dem „Hospitecture-Konzept“ zum Konkurrenten werden, denn es wirbt um das gleiche Klientel: Um Patienten, die „sich im Anschluss an ihre Operation ganz auf Ihre Rehabilitation und Ihre post-operative Regeneration konzentrieren“ wollen, so die Homepage der Sports Medicine Excellence Group.

Auch Architekt Matteo Thun, dessen „Masterplan“ inzwischen nur noch Makulatur ist, kommt durch die Hintertür wieder ins Spiel. „Wir entwickeln für sie – gemeinsam mit dem italienischen Architekten Matteo Thun – das Bewegungsapparats-Zentrum der Zukunft. Sie werden nach erfolgter ambulant-operativer Versorgung in ein Ambiente eintauchen, das sich in luxuriösem Masse ausschließlich um Ihre Therapie kümmert“, wirbt die Sportsclinic für sich.

Medical Park ist größter Arbeitgeber

Der Medical Park nimmt dagegen für sich in Anspruch, „größter Arbeitgeber in Bad Wiessee mit über 600 sicheren Arbeitsplätze zu sein und auf vielfältige Weise direkt und indirekt zum Wohle der Gemeinde Bad Wiessee beitragen zu können“. Nicht beantworten wollte Levié die Frage, welche Bedeutung der Medical Park auch als Steuerzahler für die Gemeinde hat, denn der Firmensitz ist in Amerang im Chiemgau.

Es dürfte also spannend werden, wer die ersten Pflöcke einrammt: Medical Park oder der bislang geheime Bauherr des Gesundheitszentrums. Denn die Investoren von Höß wollen bereits im zweiten Halbjahr 2016 ziemlich ambitioniert den ersten Spatenstich setzen. Doch wer das ständige Hin und Her beim Jodbadareal kennt, weiß, dass auch schon für Anfang dieses Jahres ein Baubeginn einst aus dem Rathaus in Aussicht gestellt wurde. Doch es kam anders, wie so oft.
 


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