Rathaus-Neubau in Rottach-Egern:
Köck spart eine Million ein

Weniger Kosten, schönere Fassade und ein Grundstück in Reserve. Bürgermeister Christian Köck ist vorbereitet als er gestern in der Gemeinderatssitzung die neuen Entwürfe für das Rathaus vorstellt.

Blick in das futuristische Rathaus Rottach-Egern. Quelle: Rathaus Rottach-Egern

Anfang 2023: In Rottach-Egern zeigt Bürgermeister, Christian Köck, seine Pläne zum Abriss und Neubau des örtlichen Rathauses. Der Entwurf kommt nicht gut an: “Allerweltsentwurf”, “viel zu teuer für so etwas Beliebiges” – das waren noch die nettesten Aussagen. Sogar eine Bürgerinitiative formiert sich gegen den Neubau. Köck sieht ein: So schnell geht sein Millionen-Zukunftsprojekt nicht über die Bühne. In der Folge gab es diverse Treffen einer Arbeitsgruppe, Info-Besuche zu anderen Rathaus-Projekten und nicht zuletzt eine Infoveranstaltung für Interessierte.

Das Resultat strahlt jetzt von der Wand des Seeforum-Saals. Köck betont, dass man sich ein repräsentatives Gebäude gewünscht habe, es aber noch nach Rathaus ausschauen und über Jahrzehnte fester Bestandteil der Gemeinde sein soll.

Rathaus mit Hochzeitkutsche. Kein Detail, sondern eine bewusste Entscheidung. Quelle: Rathaus Rottach-Egern.

Hier die Fakten:

  • Dreigeschossig, mit Satteldach, Dachneigung ortsüblich mit 20 Grad, sowie Überstände.
  • Im Erdgeschoss Einwohnermeldeamt und die Tourist-Info.
  • Erstes Obergeschoss ist für den Bürgermeister, Kämmerer, die Finanzabteilung vorgesehen.
  • Zweites Obergeschoss beherbergt den Sitzungssaal und das Trauzimmer, die Räume sind miteinander verbindbar.
  • Im UG wird die Haustechnik zu finden sein. Zum Westen hin sind die Tiefgarage mit 28 Stellplätzen und zwei Behindertenplätzen vorgesehen.

Das gesamte Gebäude wird mit einer Wärmepumpe und einer Photovoltaik-Anlage ausgerüstet. Ein Ziegelmauerwerk, ein grober Außenputz und eine Holzverkleidung auf Höhe des 1. OG, sowie zwei Balkone sollen die Hochwertigkeit des Baus verdeutlichen, so Architekt Thomas vom Büro Knerer & Lang.

Die geplanten Gesamtkosten (Abriss und Neubau) sind auf 10,3 Millionen Euro runter, also etwa eine Million Euro weniger, als wiw in der Januar-Präsentation entworfen. Das ist vor allem einer Reduzierung der Stellplätze geschuldet. Köck schätzt an diesem Abend die Kosten für eine Sanierung, wie von der Bürgerinitiative gefordert, auf “mindestens 9 Millionen Euro”. Da fahre man mit einem Neubau und neuesten energetischen Vorgaben doch besser.

Im Westen gäbe es zudem ein Grundstück, das noch mit seinen 600 Quadratmetern verwertet werden kann. “Es ist quasi eine stille Reserve für uns”, erklärte der Bürgermeister. Warum das Trauzimmer so groß sei? “Unglücklicherweise verlagern sich die Hochzeitsfeiern mehr und mehr aus der Kirche zum Standesamt. War es früher nur ein Verwaltungsakt, ist es heute der Auftakt zur großen Feier. Da wir derzeit im Jahr bis zu 120 Trauungen durchführen, ist die Größe dieser Entwicklung geschuldet”, erklärt Köck die Entwicklung.

Natürlich ist der Bau, das war Köck wichtig, zukünftig barrierefrei. Mit einem Aufzug können nun Menschen alle Bereiche ohne fremde Hilfe im Haus erreichen. Derzeit werden Rollstuhlfahrende hinaufgetragen. Unzumutbar und unwürdig, wie Köck findet. Auch sein Ratskollege, Thomas Tomaschek, fand am Ende der Vorstellung positive Worte für das Projekt. “Mit der neuen Energieversorgung gehen wir einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Ich freue mich auf das neue Rathaus.”

Christian Köck versprach, noch in diesem Sommer einen gesonderten Termin für eine Informationsveranstaltung zu verkünden. Dort können dann interessierte Bürgerinnen und Bürger, Fragen und Anregungen an Verwaltung, Architekten und Gemeinderäte einbringen.

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