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Wie das Landratsamt den Rottachern „in den Rücken fällt“

Köcks Kampf gegen Windmühlen

Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen sollen in Rottach-Egern weiter im großen Stil entstehen. Doch für das Vorhaben an der Karl-Theodor-Straße spielte der Ortsplanungsausschuss erneut nicht mit. Es kommt zur Kraftprobe.

Christian Köck in seinem Rottacher Büro.

Genau gegenüber dem Glasl-Areal, das, wie berichtet, bis auf den letzten Meter verdichtet wird, soll nun auch ein Einfamilien- einem Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage Platz machen. Bauträger Christian Werth hatte Pläne für ein 12 mal 22 Meter großes Gebäude eingereicht.

Im Juli scheiterte er zunächst damit im Rathaus. Doch Werth hat hier das Landratsamt hinter sich. Denn es würden sich ähnlich große Gebäude beispielsweise in der Alexander-von-Müller-Straße befinden. So begründete laut Bauamtsleiterin Christine Obermüller der Kreisbaumeister seine Haltung, als er das gemeindliche Einvernehmen für den Neubau im Ortsteil Oberach ersetzte.

Dennoch gibt es im Ortplanungsausschuss nach wie vor Vorbehalte gegen das Projekt der CW Bauprojekte GmbH aus Gmund, zumal noch ein Vorbau beantragt wurde und die Windfänge von der Gestaltungssatzung abweichen würden, so Lang
Sichtlich genervt über solche Gewinnmaximierung verwies Bürgermeister Christian Köck (CSU) auf die Vorgeschichte:

Wir hatten den Vorbescheid bereits zweimal auf dem Tisch, den wir jeweils abgelehnt haben.

Seine Argumentation gegenüber dem Landratsamt sei stets, dass die Karl-Theodor-Straße als Ortsverbindungsstraße eine trennende Wirkung habe. Doch Kreisbaumeister Werner Pawlovsky sehe dies anders, daher sei die Gemeinde überstimmt worden.

„Trotzdem werde ich meiner Linie treu bleiben, denn wir haben den Vorbescheid ja nicht aus Jux und Tollerei abgelehnt“. Ihm werde „die Verdichtung“ an dieser Stelle zu groß, erklärte Köck deutlich vernehmbar. Nachdem dort die Bauwut nicht abreiße, müsse man sich Gedanken um den Tourismusort machen, denn es könne dazu führen, „dass eines Tages gar keine Gäste mehr kommen“.

„Es ist traurig, was da passiert“

Mit der „maximalen Verdichtung“ werde auch keine Rücksicht mehr auf die Verkehrssicherheit genommen. „Mir graust es, wenn dort nun wieder eine Maximalbebauung stattfindet“, so Köck, deshalb werde er seine Zustimmung verweigern. „Wir sind nicht abhängig davon, was Miesbach sagt, denn es ist unser Ort“. Köcks Kritik teilte Thomas Lamm (FWG): „Das Landratsamt fällt uns in den Rücken. Die machen genau das Gegenteil von dem, was wir wollen. Doch wir stehen zu unserem Ortsbild“. Resignierend meint auch die Bauamtschefin: „Es ist traurig, was da passiert“.

Zum Zerwürfnis zwischen Landratsamt und Rottach-Egern kommt es, weil hier ein Mehrfamilienhaus entstehen soll.

Die Wurzel allen Übels sieht Köck beim Verkauf solcher Grundstücke. Auch der Nachbar spiele bereits mit diesem Gedanken. Wenn dieses große Mehrfamilienhaus der CW Bauprojekte genehmigt werde, könne es der Nachbar „spiegeln“. Damit würde es zu einem Domino-Effekt im ganzen Viertel kommen. „Dann haben wir diese Klötze überall stehen“.

Hier verstehe er als Bürgermeister absolut keinen Spaß, denn dies sei wie ein „Krebsgeschwür“. Köck verbittert: „Wir müssen dem Einhalt gebieten“, da er sich „diesen Schuh“ nicht anziehen wolle. Seine Ausschussmitglieder offenbar auch nicht. Einstimmig wurde das Mehrfamilienhaus abgelehnt. Nun liegt der schwarze Peter offenbar in Miesbach.


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