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Schnell gehandelt: Task-Force zur Erneuerung der Seepromenade mit ersten Maßnahmen

Von Tobias

Ergänzung vom 25. Mai / 18:28 Uhr
Nur sechs Tage nach der Entscheidung eine Task-Force für die Verschönerung der Seepromenade zu installieren, sind bereits die ersten Maßnahmen verabschiedet worden.

Völlig überraschend und aus dem Grund umso erfreulicher tut sich was an der Seepromenade. Nach dem jahrelangen Stillstand ist es laut Beobachtern vor allem dem Geschäftsleiter des Rathauses Michael Herrmann zu verdanken, dass die konkreten Maßnahmen nun doch so schnell umgesetzt werden sollen.

Dabei freut sich unter anderem der Manager des Wiesseer Kurorchesters, Bernhard Krahl-Urban, dass die Musiker endlich auch eine zwar provisorische, aber doch schöne Umgebung für ihre Konzerte an der Seepromenade erhalten. Etwa 8.000 Euro wird es kosten die fünf in den Boden eingelassenen Schirme mit einem Durchmesser von fünf Metern aufzustellen. Hinzu kommt eine 60 Quadratmeter große Seebühne. Zwar sei das noch nicht der große Wurf, aber ein erster sehr guter und vor allem schneller Schritt in die richtige Richtung, so ein zufriedener Krahl-Urban.

Liegen, Schirme, Seebühne, 25-Meter-Barfußpfad

Gegenüber dem Merkur betont Michael Herrmann, dass das Landratsamt die Genehmigung für die Seebühne, die auch als Badeinsel Verwendung finden soll, bereits in Aussicht gestellt hat.

Zu den Schirmen, der Seebühne und einem 25-Meter langen Barfußpfad-im-See, dessen Konzept bereits seit einigen Jahren in den Wiesseer Schubladen lag, sollen auch die sogenannten „Himmelsliegen“ der Schreinerei Rohnbogner kurzfristig umgesetzt werden. Insgesamt sieben Liegen mit einer Breite von bis zu 140 cm werden auf der Promenade verteilt. Die Kosten liegen bei 3.500 Euro.

Auch der Barfußpfad soll in vielerlei Hinsicht belebend wirken: „Die Leute können ihre Schuhe ausziehen und auf großen Trittsteinen durchs Wasser laufen“, so Herrmann gegenüber der Zeitung. Dazu gehöre auch eine drei Meter lange Holzbank, auf der man sitzen und die Beine im Wasser baumeln lassen kann.

Doch damit nicht genug. Auch die bereits Ende letzten Jahres diskutierte Wasserfontäne in der Bucht wird Realität.

Damit zeigt die “Task-Force” eine beeindruckende Handlungsschnelligkeit, die wir so nicht erwartet haben. Und gibt damit auch die beste Antwort auf alle Kritiker.

Die Task Force hat viel zu tun - hoffentlich klappt das Zusammenwirken

Ursprünglicher Artikel vom 23. Mai:
Im Tegernseer Tal ist ja einiges ziemlich “special”. Die einen reden von “Masterplänen”, wo die anderen ein zünftiges “Winteropening” austragen. Und die Dritten verpassen sich jetzt sogar eine eigene “Task-Force”. Die englisch-dynamische Sprache soll wohl zeigen: “wir machen was”. Sie bezweckt noch etwas anderes: ablenken.

Von dem ablenken, um was es wirklich geht. Von den echten Herausforderungen, die sich auf deutsch so profan und langweilig anhören. Schnelles, wirkungsvolles und kostengünstiges Arbeiten.

Oder um es dynamisch mit den drei Treibern jeder erfolgreichen “getting-things-done-List” zu halten: Ahnung haben, Entscheidungen treffen, Dinge umsetzen.

Das heißt aber nicht, dass die neugegründete Wiesseer “Task Force” zur Erneuerung der Seepromenade keine Ahnung hat. Bei den Unmengen an Konzepten, die in Bad Wiessee seit Jahren in den Schreibtischen schlummern, ist sicher einiges haften geblieben.

Beim Punkt Entscheidungen treffen wird es dann schon schwieriger. Aber auch das lässt sich irgendwie noch verargumentieren. Ist doch alleine die Gründung der Task Force schon eine Entscheidung. Auch die Entscheidung etwas zu verschieben – ist eine Entscheidung. Sogar eine recht populäre: Ab auf die Wiesseer lange Bank sozusagen.

Entscheidungsfreude gibt es also zuhauf in den Untiefen der “Bay of Wiessee”.

Doch wie so oft kommt der kritische Punkt am Schluß: Entscheidungen umsetzen. Das ist so ein Punkt, bei dem man dann doch eher (ver)zweifeln möchte. Das will nämlich so gar nicht in das Stärkenprofil des Wiesseer Gemeinderates passen.
Vor allem beim Kernstück der neuen Task Force, der parteiübergreifenden Arbeit, zeigen die Verantwortlichen immer wieder, wie kommunale Politik nicht gehen sollte. Da stehen leider oft genug Parteiinteressen vor dem Wohl der Gemeinde. Ein Eindruck der sich im Wiesseer Gemeinderat des Öfteren aufdrängt.

Das beste Beispiel: Die bisherige Vorgehensweise bei der Seepromenade – noch ganz ohne Task Force. Man erinnere sich nur an die Diskussionen um eine Aufweichung der Fahrradfahrer-Regelung auf einem Teil der Promenade. Oder das jahrelange Aufschieben jeglicher Erneuerungen. Ein Schema zieht sich in Wiessee durch: Idee gehabt, Idee vergessen. Konzept erstellt, Konzept verschwunden. Entscheidung getroffen, Entscheidung zurückgenommen.

Dass jetzt also gerade diejenigen, die sich bisher konsequent gegenseitig blockiert haben, die Seepromenade effizient, kostengünstig und schnell verschönert bekommen – Task Force hin oder her – ist gelinde etwas Unwahrscheinlich.


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