Kommentar: Die Demokratie zu Besuch

Von Steffen Greschner

Die Waakirchner haben gestern exakt so abgestimmt, wie es auch der Gemeinderat getan hat. Eigentlich hätte man sich den Bürgerentscheid also sparen können.

Das tatsächliche Ergebnis des 6. Novembers ist aber ein komplett anderes. Die Initiatoren des Bürgerentscheids haben es in einem Videostatement auf den Punkt gebracht: „Die Bewegung spricht für das Demokratieverständnis der Bürger. Wir sind stolz, dass sehr viele Bürger zur Wahl gegangen sind.“

In Waakirchen ist gestern etwas wichtiges passiert: Die Demokratie war zu Besuch! 2.784 Bürger sind aus dem Haus gegangen und haben abgestimmt. 64,5 Prozent der Waakirchner haben die Chance genutzt und der Politik gezeigt, dass sie mitsprechen wollen – und das sie dabei verantwortungsbewusst entscheiden. Dafür sollten sich sowohl Gemeinderäte, wie auch Befürworter bei der Gegnerinitiative bedanken.

Bei der gestrigen Wahl

Die Waakirchner haben mitgemacht. Sie haben demokratisch abgestimmt und alle zusammen eine Weiche für die Zukunft des Ortes gestellt.

Die Waakirchner haben ihrem Gemeinderat gezeigt, dass sie auch in Zukunft mit einbezogen werden wollen.

Die Waakirchner haben dem Gemeinderat gestern sogar eine der großen Grundängste der Politik genommen: Der Bürger ist nicht gegen alles! Man kann ihn ruhig fragen! Am Ende kommen dabei einfach nur demokratische Entscheidungen raus.

Die Waakirchner haben gestern auch jedem neuen Investor gezeigt, dass sie zwar sehr wohl aufpassen, was in ihrem Ort geschieht, aber nicht grundsätzlich gegen Veränderungen sind.

Es ging am gestrigen Sonntag im Kern nicht darum etwas zu verhindern oder zu befürworten. Es ging darum, sowohl der Politik, wie auch Investoren klarzumachen, dass sie nicht über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entscheiden können. Dass sie informieren und transparent die Karten auf den Tisch legen müssen und dies vor allem auch können – ohne übertriebene Angst vor den Entscheidungen des Bürgers haben zu müssen.

Die Menschen wollen einfach nur wissen, was Sache ist. Wenn die Ziele und Argumente stimmen, zieht die Bevölkerung auch mit. Wer nichts zu verstecken hat, kann also auch in Zukunft einfach öfter mal freundlich nachfragen: „Liebe Bürger, was haltet ihr eigentlich davon?“


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