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Kommentar: Pendler-Ärger auf der Bundesstraße

Ergänzung vom 09. Oktober / 19:13 Uhr
Der Artikel zum “Pendler-Ärger auf der B318” hat ja einiges an Kommentaren ausgelöst. Wie zu erwarten ist das Thema sehr kontrovers. Jeder hat unterschiedliche Meinungen, warum der Verkehr so ist, wie er ist und was man besser machen könnte – oder eben nicht.

Herausgreifen wollen wir den Kommentar von Thomas, der die Diskussion ein wenig objektiviert:

Es ist schon witzig wie sich gegenseitig an Details hochgezogen wird, weil kaum über den eigenen Standpunkt hinaus gedacht wird. Natürlich können es 40km Strecke sein, so wie es auch 60km sein können – denn es macht schon einen entscheidenden Unterschied ob man in Rottach oder Gmund wohnt, bzw. ob man im Süden oder Norden von München arbeitet.

Wie man den Verkehr individuell empfindet hängt auch stark davon ab zu welchen Uhrzeiten man unterwegs ist. Auch hier gibt es mehr als eine Wahrheit, und das die Kapazität zu Stoßzeiten mangelhaft ist, kann jeder bestätigen der an einem sonnigen Sonntag um 17 Uhr an der Hauptstraße steht.

Milchmädchen auch beim Vergleich der Kosten. Da werden einerseits Buskarten unterschlagen und andererseits ignoriert das Nahverkehr im Tal ohne Auto, sagen wir mal, herausfordernd ist. Jedenfalls wenn man mehr tut als schlicht nur zu wohnen. Ich kenne Pendler die durch Autogas Ihre Kosten deutlich gesenkt haben, und solche die für den Nahverkehr auf Motorroller umgestiegen sind.

Es ist simpel zu sagen, “Macht es gefälligst so wie ich!”, denn es geht an den Lebenswirklichkeiten vorbei. Dienstwagen, wechselnde Einsatzorte, Mangelhafte ÖPVN-Erschließung am Arbeitsort (Nicht jeder Pendler arbeitet in der City) … alles wichtige Faktoren.

Betrachten wir einen Ausbau der Bundesstraße mal von anderen Blickwinkeln. Zu sagen, das gibt nur Verletzte ist Populistisch und geht mehrfach an der Realität vorbei. Nach diesem Argument müssten wir sofort alle größeren Straßen zu Feldwegen zurückbauen, und die rückläufigen Unfallstatistiken sprechen sowieso eine andere Sprache.

Es würden mehr Leute zu uns kommen? Wodurch lässt sich diese pauschale Aussage belegen? Es würde für einen besseren Durchsatz sorgen, das sicher, auf einer Straße deren Kapazitätsplanung so weit zurückliegt das man getrost von einem anderen Zeitalter sprechen kann. Und selbst wenn – sind wir nicht auch eine Tourismus-Gegend? Ich behaupte das ein Ausbau, eine Entzerrung des Verkehrs und damit eine deutlich Steigerung der Lebensqualität bedeuten würde. Alleine die Abgase der unzähligen Staukilometer.

Ja, Bahn und Bus gehören dringend ausgebaut, keine Frage. Beides hat in unserer Gegend massive Defizite. Nur können wir die Verkehrsbelastung nicht wegdiskutieren, sie ist schließlich da und wird es bleiben. Auf der Grundlage von “Ich” allen anderen “Blödsinn” vorzuwerfen ist kurzsichtig und Scheuklappen-Denken.

Ursprünglicher Artikel vom 07. Oktober:
Eigentlich sind es nur 40 Kilometer zwischen Gmund und München.

Eine Distanz, von der man glaubt, dass man sie als Pendler durchaus täglich fahren könnte.

Eine Distanz, die es einem erlauben sollte einen Arbeitsplatz in München anzunehmen und dennoch in seiner Tegernseer Heimat wohnhaft zu bleiben.

Eine Distanz, die es möglich machen müsste – trotz Arbeitsplatz in der Stadt – seine Kinder hier zur Schule zu schicken, in Vereinen aktiv zu bleiben und in den lokalen Geschäften einzukaufen.

Doch leider sind diese 40 Kilometer zwischen Gmund und München weit länger als man denkt. Die Kombination aus Kreuzstraße, fehlenden Überholspuren, überlasteten Zubringern, unzähligen Geschwindigkeitsbegrenzungen und der katastrophalen Schaltung der Föchinger Ampel kurz vor der A8 macht den Weg in die Arbeit zur täglichen Tortur.

Gmund - Auffahrt A8: 17 Kilometer, die es in sich haben.

Stau, gefährliche Fahr-und Überholmanöver, Verspätungen, Lärm und Abgasverschmutzung sind die Folge.

Wann werden unsere Politiker endlich verstehen, dass wir die B318 und unsere Verkehrsinfrastruktur allgemein dringend ausbauen müssen? Dazu gehört selbstverständlich auch der öffentliche Nahverkehr.

Dabei geht es im Übrigen nicht darum, dass mehr Touristen ins Tal kommen – es geht darum, dass mehr Einwohner im Tal bleiben können. Der Arbeits-und Bildungsmarkt München ist einer der attraktivsten in ganz Europa, nur die Bewohner des nur 40km entfernten Tegernseer Tals können davon kaum profitieren.

Wer in München arbeitet muss entweder auch dorthin ziehen oder aber täglich leiden. Wenn wir wirklich einer Überalterung der ländlichen Regionen und der Landflucht insgesamt entgegenwirken wollen, dann müssen wir für eine gute, schnelle und preiswerte Anbindung an die umgrenzenden Wirtschaftsregionen sorgen. Nur so können junge, gut ausgebildete Arbeitnehmer und Familien im Tal gehalten werden.

Ein erster und unkomplizierter Schritt wäre es, die Föchinger Ampel zu Stoßzeiten so zu schalten, dass der Hauptverkehr auf der Bundesstraße gegenüber dem Föchinger Zubringer bevorzugt wird.

Aktuell geht der Rückstau bei dieser Ampel täglich zwischen 07:30 und 09:00 mehrere Kilometer bis nach Thann, am Wochendene gerne bis nach Warngau. Auf der Straße von Föching kommend stehen hingegen bei jeder Ampelphase gerade mal 2 bis 3 Autos.

Langfristig wäre zudem der Einsatz von Überholspuren an geraden Stellen der B318 eine Lösung, um den Verkehr zu beschleunigen, die Kapazität zu erhöhen und vor allem die gefährlichen Überholmanöver auf der Gegenspur überflüssig zu machen.

Auch ein gemäßigte Preis-Strategie der BOB und ein 30-Minuten Takt könnte dazu beitragen, dass der Tegernsee und der Arbeits-und Bildungsmarkt München näher zusammenrücken. Damit wären dann weniger Einwohner gezwungen, das Tal zu verlassen um nach München zu ziehen.

Eine wünschenswerte Vision, dazu noch überraschend einfach und zeitnah umsetzbar. Schade wäre es, wenn diese nur ein Traum bleibt. Und wenn die unnötige Tortur am Ende noch mehr Einwohner dazu veranlasst, dahin zu ziehen, wo die Arbeit ist. Zwar nur 40 Kilometer weiter. Aber möglicherweise für immer weg.

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