Kostenexplosion überschattet Planung

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Um zweieinhalb Millionen Euro sind die Kosten im Rahmen der Planungen rund um die neue Rottacher Turnhalle in den letzten zwölf Monaten gestiegen. Ging man vor einem Jahr noch von drei Millionen aus, sind es nun über fünfeinhalb Millionen, die die 46 mal 33 Meter große Halle kosten soll.

Nach 40 Jahren freuen sich in Rottach-Egern nicht nur die Vereine auf eine neue Turnhalle. Das geplante Gebäude soll als Zweifachturnhalle bis September 2015 direkt neben der Volksschule entstehen. Dabei soll die von der Reutlinger Firma Sport Concept geplante Halle im Innenraum in drei Einheiten unterteilt werden können.

Tiefbau als einzige Möglichkeit

Damit die Optik nicht zu wuchtig erscheint, befindet sich ein Stockwerk des geplanten Gebäudes im Boden. Die ansonsten fehlenden Abstandsflächen haben eine andere Lösung unmöglich gemacht. Über das konkrete Konzept verständigten sich gestern Abend der Rottacher Gemeinderat, der Rottacher Turnverein sowie der Schulverband und nahmen in einer nichtöffentlichen Sondersitzung gleichzeitig den Entwurf von “Sport Concept” ohne Gegenstimmen an.

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Warum man sich nach der Ausschreibung für das baden-württembergische Unternehmen entschieden hat, erklärt der Rottacher Kämmerer Gerhard Hofmann: „Das sind ausgewiesene Experten in Sachen Turnhallenbau.“ Auf die Expertise heimischer Firmen wollte die Gemeinde aber dennoch nicht verzichten. „Es war uns wichtig, dass eine heimische Firma vor Ort die Bauleitung übernimmt“, so Hofmann weiter. Hier sei die Wahl auf den Kreuther Diplomingenieur Matthias Walch gefallen.

So könnte die Halle im Inneren aussehen / Quelle: Sport Concept
So könnte die Halle im Inneren aussehen / Quelle: Sport Concept

Derweil ist klar, dass der Investitionsrahmen im vergangenen Jahr deutlich zu niedrig angesetzt wurde. So erklärte zwar Bürgermeister Franz Hafner im November 2012, dass eine endgültige Aussage über die genauen Kosten des Projekts erst dann getroffen werden können, „wenn eine konkrete Planung mit einer Kostenberechnung vorliegt“.

Trotzdem gab Hafner damals als groben Richtwert „drei Millionen Euro + X“ an. Dass nach den Detailplanungen, in die meistens auch verschiedene Wünsche aller Beteiligten einfließen, das X fast 2,7 Millionen betragen soll, ist dagegen überraschend. „Eine in Auftrag gegebene Studie zur Machbarkeit hat uns Mitte Oktober gezeigt, dass die Kosten bei über fünf Millionen Euro liegen werden“, erklärt Kämmerer Hofmann.

Öffentlich kommuniziert wurden die Gründe der Gesamtsumme in Höhe von 5,7 Millionen allerdings nicht. Vor allem der Tiefbau dürfte die Investitionssumme dabei in die Höhe getrieben haben. Damit überschreitet die Gemeinde auch die eigentlich weit entfernte Schwelle, an der eine EU-weite Ausschreibung über die Vergabe von öffentlichen Bauprojekten zwingend nötig wäre.

Fördergelder möglich

Denn im vergangenen Jahr hatten die Rottacher in weiser Voraussicht entschieden, das Projekt trotz der Kostenschätzung von drei Millionen Euro ausschreiben zu lassen. Einer der Gründe für die Ausschreibung war damals der Wille, die Kosten im Griff zu halten. Wichtiger jedoch war der Zugang zum Fördertopf des Bundes. Rund 900.000 Euro an Fördergeldern sind demnach für den Turnhallenbau erreichbar.

Ob die immense Kostensteigerung in der gestrigen Sitzung des Rottacher Gemeinderates diskutiert wurde, ist indes unklar. Die Verantwortlichen berieten über das Projekt unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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