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Einstieg in neues Förderprogramm

Kreuth bekommt schnelleres Internet

Die gesamte Gemeinde Kreuth soll an schnelleres Internet angeschlossen werden. Bisher erfolgte das nur gebietsweise. Doch nun sollen künftig auch entlegenste Gehöfte schneller surfen können. Dafür gibt es ein spezielles Förderprogramm.

Die Gemeinde Kreuth will schnelleres Internet – auch in den entlegeneren Ecken. / Bild: Felix Wolf

Da das bisherige Ausbauvolumen der Gemeinde Kreuth beim Breitband bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist, soll nun Tempo gemacht werden. Auf diesen kurzen Nenner lassen sich die komplizierten Förderrichtlinien von Bund und Land bringen.

Denn das Bayerische Finanzministerium hat im Juli dieses Jahres ein zweiten Breitband-Förderverfahren, den so genannten “Höfebonus” aufgelegt. Mit diesem sollen auch einzeln stehende Anwesen mit einem 30 Megabit-Breitband versorgt werden. “Im Gegensatz zum ersten Förderverfahren bietet das zweite Förderverfahren eine hausgenaue Aufnahme“; erklärte Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) das „Höfebonus“-Verfahren.

Auf Kosten der Gemeinde

Dies bedeute, dass die Telekom im neuen Förderverfahren der Gemeinde Auskunft über jedes einzelne Haus geben muss, mit wie viel Bandbreite das Haus versorgt ist. Bisher erfolgte dies von der Telekom nur gebietsweise. „Mit diesen Informationen können wir dann entscheiden, ob ein weiterer Ausbau auf Kosten der Gemeinde notwendig ist, oder nicht“.

Derweil werden im nächsten Jahr über das bisherige bayerische Förderprogramm diejenigen Gebiete auf Kosten der Gemeinde mit Breitband versorgt, die nach dem (in den letzten Monaten erfolgten) Eigenausbau der Telekom immer noch nicht optimal versorgt sind.

„Bereits kommende Woche wird uns der Förderbescheid übergeben“, so Bierschneider. In der Woche darauf sei ein Termin mit der Telekom zur Vertragsunterzeichnung. Der Ausbau der noch nicht optimal versorgten Gebiete erfolgt durch die Telekom auf Kosten der Gemeinde dann im nächsten Jahr.

50.000 Euro für 30 Megabites

Jetzt aber gehe es darum, so Bierschneider, in das neue Förderprogramm der Staatsregierung einzusteigen, das auch einen „Höfebonus“ beinhaltet. Intension dieses Programms sei, dass alle Gemeinden, die bisher im bayerischen Förderverfahren teilgenommen haben, nun jedes einzelne Gebäude im Gemeindebereich betrachten.

Die Telekom wird in Kreuth alle Häuser einzeln prüfen. / Bild: Deutsche Telekom

Damit soll erkundet werden, ob nach Eigenausbau der Netzbetreiber oder nach Abschluss des 1. Förderverfahrens eine ausreichende Bandbreite mit mehr als 30 Megabites an allen relevanten Gebäuden im Gemeindebereich anliegt. Da diese Detailbetrachtung erst mit den neueren Ergebnissen einer Markterkundung möglich sei und sich die technischen Voraussetzungen seit der letzten Markterkundung teilweise erheblich geändert haben, wird allen Gemeinden empfohlen, einen neuen Einstieg ins Förderverfahren auf Basis der bisher ausgeschöpften Fördermittel und der Ergebnisse des ersten Förderverfahrens zu starten, empfiehlt das bisher von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro.

70 Prozent Förderung für „weiße Flecken“ Kreuths

Das Förderprogramm des Bundes, das Kreuth ebenfalls in Anspruch genommen hat, beinhaltet die Erstellung eines Masterplans. In diesem wird der Gemeinde aufgezeigt, wie sie bei eigenen Straßenbaumaßnahmen beziehungsweise Baumaßnahmen der verschiedenen Spartenträger (Wasserversorger, Abwasserzweckverband, E-Werk, Erdgasversorger) ein Leerrohrnetz sinnvoll anlegen kann. Durch das kann dann nach und nach ein Breitbandausbau bis zu den einzelnen Häusern erfolgen. „Bisher baut die Telekom ja nur bis zum Verteilerkasten in der Straße aus“, erklärte Bierschneider.

Die Kosten für den Masterplan liegen bei etwa 50.000 Euro, die voll vom Bund übernommen werden. Die für den Einstieg in das zweite bayerische Förderverfahren anfallenden Kosten belaufen sich laut Bierschneider für die erste und zweite Leistungsphase auf maximal 5.000 Euro.

Und der bereits beschlossene Ausbau in den weißen Flecken des Gemeindegebiets über das erste bayerische Förderprogram, wie Bayerwald, das Ringbergschloss oder einige Häuser in der Wiesseer Straße, werden mit 70 Prozent gefördert. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt dort bei etwa 50.000 Euro. Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Einstieg in das zweite bayerische Förderverfahren.


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