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Zustimmung im Gemeinderat trotz vieler Bedenken

Kreuth ringt mit Tourismus-Fusion

Von Robin Schenkewitz

Gestern stand im Kreuther Gemeinderat der Grundsatzbeschluss zur Fusion von ATS und TTT an. Im Gegensatz zu manch anderen Gemeinden zeichnete sich in Kreuth jedoch eine starke Opposition gegen das Projekt ab.

Kein Wunder, ist die südlichste Gemeinde des Tegernseer Tals doch eine der wenigen Kommunen im gesamten Landkreis, die nach der Fusion mehr Geld für den Tourismus ausgeben muss als vorher.

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Der Kreuther Gemeinderat hatte gestern eine Grundsatzentscheidung zu treffen. / Quelle: Archiv
Im Kreuther Gemeinderat / Quelle: Archiv

Bürgermeister Josef Bierschneider ist schon selbst eine Art Experte wenn es um Fusion der ATS und der TTT geht. Schließlich war der Kreuther Rathaus Chef als Mitglied des Lenkungsausschusses von Anfang an in die Planung mit eingebunden.

Dennoch waren in Kreuth mit Georg Overs und Harald Gmeiner gleich beide Tourismus-Chefs des Landkreises vor Ort, um sich weiteren Fragen der Gemeinderäte zu stellen. Die beiden sind mittlerweile schon geübte Gemeinderatsteilnehmer. Dabei ist Kreuth bereits eine der letzten Gemeinden, die der Fusion vor dem Sommer noch zustimmen müssen.

Große Bedenken wegen der Kosten

Doch dass dies keine reibungslose Sitzung werden würde, das war Bierschneider wohl schon vor der eigentlichen Diskussion klar. „Es ist sicher keine einfache Entscheidung. Ich weiß von großen Bedenken bei manchen von euch“, erklärte der Bürgermeister. Und er sollte Recht behalten.

Die nachfolgende Kritik der Gemeinderäte richtete sich dabei in erster Linie auf die Kosten der neuen Fusion. Denn anders als in Waakirchen, wo man den Tourismus quasi zum „Nulltarif“ bekommt, muss die Gemeinde Kreuth im Vergleich zu heute sogar draufzahlen.

Denn durch den neuen Berechnungsschlüssel, welcher sich künftig nach den Übernachtungszahlen richten soll, steigt Kreuths Anteil von bisher knapp zwölf auf nunmehr 14 Prozent der Gesamtkosten. Insgesamt 447.722 Euro müsste die Grenzgemeinde damit in Zukunft für den Tourismus aufbringen. Eine Mehrbelastung von 52.818 Euro pro Jahr.

“Überschaubare Finanzkraft”

Für einige zu viel. Gemeinderat Markus Wrba (FWG) brachte die Bedenken der Räte schließlich auf den Punkt:

Kreuth ist nun einmal eine Gemeinde mit einer überschaubaren Finanzkraft. Vielleicht können wir uns diese Form von Tourismus einfach nicht leisten.

Overs und Bierschneider hatten darauf allerdings eine Antwort parat. Schließlich, so ihre Argumentation, würde man die Aufteilung der Kosten auch bei einem Scheitern der Fusion und somit einer Fortsetzung der TTT im nächsten Jahr neu berechnen müssen. „Wir haben das noch mal nachgerechnet. Da käme für uns dasselbe heraus“, so Bierschneider.

Weitere Kritik

Wrba brachte allerdings auch noch weitere Kritikpunkte an. Unter anderem fehle ihm ein konkreter Ansprechpartner, der in der neuen Organisation für die Marke Tegernsee zuständig sein soll. „Ich weiß gar nicht, wer das Tegernseer Tal hier managen soll. Es gibt ja nicht mal einen Abteilungsleiter für den Tegernsee“, so der Anwalt.

Und auch Evi Baumgartner (SPD) konnte sich mit der Fusion nicht anfreunden. Sie hielt dem TTT-Chef Versäumnisse bei der derzeitigen Verwaltungsstruktur vor. Anfangs sei sie ja sogar noch für die Fusion gewesen, doch jetzt nicht mehr.

„Es tut mir leid, dass ich mich nicht schon früher genau informiert habe. Ich bin dagegen.“

Für Martin Walch (SPD) ging die Diskussion damit allerdings in eine völlig falsche Richtung. Man wolle heute eine Grundsatzentscheidung treffen, die für die Gemeinde strukturell und finanziell wichtig sei. Daher sollten, so die Meinung Walchs, Dinge wie einzelne Posten oder die Verwaltungsstruktur für den Moment außen vor gelassen werden.

Touristisch erfolgreicher arbeiten

Er sei sich im Klaren, so der SPD-Politiker weiter, dass es sowohl Argumente dafür als auch gegen das Projekt gäbe. Aus seiner Sicht überwiegen aber die Vorteile. „Wir schaffen damit die Voraussetzungen, um touristisch erfolgreicher arbeiten zu können.“

Georg Overs von der TTT und Harald Gmeiner von der ATS ‒ die "Köpfe" hinter der Fusion
Georg Overs von der TTT und Harald Gmeiner von der ATS / Quelle: Archiv

So folgte nach langer Diskussion auch die grundsätzliche Entscheidung zugunsten einer Fusion der TTT und ATS. Mit elf zu sechs Stimmen setzten sich die Befürworter durch. Und auch aufseiten der Touristiker war eine gewisse Erleichterung nicht zu verkennen.

Zum Abschluss dankte Overs aber dennoch den Gemeinderäten für die eingehende Beschäftigung mit dem Thema. Und auch Bierschneider lobte die gute Diskussion, ebenso wie das positive Ergebnis. „Ich denke, wir haben eine weise Entscheidung getroffen.“

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