Einheitliche Parkgebühren werden zu Streit-Thema

Kreuth und Wiessee auf Konfrontationskurs

Von Robin Schenkewitz

Einheitliche Parkgebühren sollten im Tegernseer Tal eigentlich kein Problem sein. Zumindest, wenn es nach dem Wiesseer Gemeinderat geht. Deswegen hat sich das Gremium geschlossen geweigert, einen Alleingang zu unterstützen.

In Kreuth pocht man hingegen auf eine Einzellösung: “Es wird immer unterschiedliche Handhabungen geben,“ sagt Bürgermeister Josef Bierschneider.

In Kreuth stehen die neuen Parkautomaten inzwischen überall

Parkgebühren sind eine gängige Art, Gemeindekassen ein wenig aufzufüllen. Allein im vergangenen Jahr wurde so das Budget um 120.000 Euro erweitert, bestätigte Wiessees Bürgermeister Peter Höß.

„Einen Betrag, auf den man bei der angespannten Haushaltslage nicht verzichten kann“, wie der Rathauschef betont. Denn schließlich würden die Gelder ja auch wieder dafür verwendet, beispielsweise die Bewirtschaftung der Wanderwege sicher zu stellen.

„Würden allem zustimmen“

Bisher habe allerdings eine Rechtsgrundlage dafür gefehlt, so Höß. Dies wolle man jetzt nachholen. Natürlich habe man eine einheitliche Lösung mit der Gemeinde Kreuth angestrebt. Bisher ist eine Einigung  aber nicht in Sicht.

Deswegen habe man sich nun entschlossen, dass man zuerst die Satzung ändern wolle und später weitere Verhandlungen führe. Doch der Gemeinderat wollte dies nicht akzeptieren. „Es kann doch nicht so schwer sein, sich in so einer kleinen Angelegenheit talweit zu einigen“, äußerte Kurt Sareiter sein Unverständnis.

„Wir würden ja allem zustimmen, nur einheitlich muss es sein“, so Sareiter. Der Kreuther Bürgermeister sei doch ein umgänglicher Mensch, da müsse man doch zu einem Kompromiss finden. Schließlich ständen andererseits alle in einem schlechten Licht da.

Auch Georg Overs – Chef der TTT – drängt auf eine einheitliche Lösung der Parkgebühren. Laut Höß habe er auf der Bürgermeisterdienstbesprechung den Vorschlag gemacht, wenigstens die Tagespreise auf 4 Euro, beziehungsweise auf 2 Euro für Gästekarteninhaber zu vereinheitlichen.

Bierschneider betont Unterschiedlichkeiten

Aus Kreuth kommen jedoch andere Signale. Zwar sei man grundsätzlich an einer Harmonisierung der Parkgebühren interessiert, allerdings stünden die unterschiedlichen Voraussetzungen der Gemeinden dem im Wege, erklärt Kreuths Bürgermeister Bierschneider.

Parkautomat am Söllbach.
Parkautomat am Söllbach

In Kreuth habe man Innerorts viele Parkplätze, während in Tegernsee und Wiessee die Situation genau umgekehrt sei. Deswegen werde beispielsweise in Wiessee das Ziel verfolgt, bei den Parkplätzen einen schnellen Umsatz zu erzielen. Dies mache für Kreuth keinen Sinn.

Keine Lösung in Sicht

Zudem müssen, dank der in dieser Woche installierten Gästecard-Software, in Kreuth die Urlauber mit einer Gästekarte den halben Preis zahlen. In Wiessee hingegen sei das Parken für Urlauber kostenlos. „Bei einer Harmonisierung müssten entweder wir uns diesem Modell angleichen, oder andersherum“, so Bierschneider.

Seine Äußerungen lassen sogar vermuten, dass er eine komplett einheitliche Lösung sowieso für illusorisch hält: „Es wird immer unterschiedliche Handhabungen geben.“


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