Kreuther kauft Café Kreuz

Das Café Kreuz im Rottacher Ortsteil Berg soll nicht abgerissen werden – das hat der Gemeinderat so entschieden. Der Bauwerber, die Kranich-Objektgesellschaft, will sich der Forderung beugen und das Gebäude erhalten. Jetzt äußert sich der Geschäftsführer gegenüber der Tegernseer Stimme über die Planung.

Auch im Café Kreuz werden Wohnungen entstehen
Auch im Café Kreuz werden Wohnungen entstehen – aktuell steht es leer

Auf den ersten Blick ist die Kranich Objektgesellschaft Rottach-Egern GmbH & Co. KG mit Sitz in München nur eine anonyme Kommanditgesellschaft wie viele andere auch. Persönlich haftende Gesellschafter treten dort kaum in Erscheinung. Bestes Beispiel dafür ist die RDR-Gruppe, die vor Jahren das Lederer-Areal in Bad Wiessee erwarb und im vergangenen Jahr wieder an Thomas Strüngmann verkaufte. Die eigentlichen Geldgeber und Drahtzieher stellten sich nie der Öffentlichkeit. Doch im Fall des Bauwerbers für das Café Kreuz ist dies anders.

Auf Anfrage der TS meldet sich dann der Geschäftsführer Maximilian von der Leyen und erzählt, dass er selbst in Kreuth lebt. Vermutlich deshalb kennt er auch die einmalige Lage des erworbenen Objekts direkt neben dem Café Angermaier. Im März war von der Leyen noch im Ortplanungsausschuss von Rottach-Egern gescheitert, als seine Firma den Antrag auf Vorbescheid zum Abbruch des Sebald-Anwesens und Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung stellte.

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Keine Genehmigung für Sonderfall

Es sollte ein breiterer und gedrungener Neubau entstehen. Doch die Gemeinde legte sich quer. Bürgermeister Christian Köck wollte im Außenbereich keinen Präzedenzfall schaffen. Keinesfalls sollte eine Erweiterung des Bestandes erfolgen. „Der Bauwerber verlangte von mir, dass die Gemeinde einen Sonderfall genehmigt und die Außenbereichssatzung in diesem Fall abändert. Hier im Außenbereich aber spielen wir nicht mit dem Feuer“, so Köck damals. Seine Bauamtsleiterin Christine Obermüller beschreibt, was möglich ist.

Es gibt einen genehmigten Vorbescheid. Der baufällige Wirtschaftsteil, der früher Stall und Tenne war, darf abgerissen und für Wohnungen neu- oder ausgebaut werden. Der vordere Teil, das ehemalige Café mit Obergeschoß, muss bestehen bleiben. Es kann aber saniert und für Wohnzwecke genutzt werden. Die Bausubstanz aber muss erhalten bleiben.

Diesen Vorgaben folgt nun offensichtlich von der Leyen. Gegenüber der TS sagt er: „Der Architekt bereitet gerade einen Antrag auf Baugenehmigung für ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung vor. Damit folgen wir genau den Empfehlungen der Gemeinde und des Landratsamtes. Dieser Antrag soll noch im August eingereicht werden“. Weitere Details möchte er erst nennen, wenn der Bauantrag von der Gemeinde positiv beschieden wurde.

Auf dem Anwesen wurde schon lange nichts mehr gemacht - das wird sich bald ändern
Auf dem Anwesen wurde schon lange nichts mehr gemacht – das wird sich bald ändern

Anders als beim Gasthof Glasl, der unter Denkmalschutz steht und nun in Eigentumswohnungen umgewandelt werden soll, formierte sich bei der Nutzungsänderung des Café Kreuz kein Widerstand, obwohl beide Gebäude etwa zur gleichen Zeit entstanden.

Ein Grund dafür könnte sein, dass Köck einem geplanten Abriss vehement den Riegel vorschob. Sein Argument: man habe in Rottach-Egern noch einige Ortsteile, die ähnlich geprägt seien und man dort mit ähnlichen Vorhaben rechnen müsse. Vielleicht hat das Café Kreuz nun Symbolcharakter, dass man aus etwas Altem auch Neues schaffen kann. Die Wirtsfamilie Bogner mit ihrem „Voitlhof zum Zotzn“ in Rottach-Egern macht es gerade vor.

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