Kritik an talweitem Meldewesen: „Technische Unzulänglichkeiten kosten uns Zeit und Geld.“

Von Martin

Zwei Jahren ist es her, dass alle Beherbergungsbetriebe im Tegernseer Tal von einer händischen auf die elektronische Erfassung der Gäste umstellen mussten.

Sinn und Zweck der Neuerung war es, dass die TIs und die TTT alle Übernachtungsdaten unter anderem für statistische Auswertungen gebündelt erhalten. Doch die Software der TTT ist immer noch nicht 100-prozentig kompatibel mit den Programmen vieler Hotels. Das verärgert auch Riet Fedi (30), den neuen Direktor des Terrassenhofs in Bad Wiessee.

Bis heute gebe es laut Fedi technische Unzulänglichkeiten. Die Buchungssoftware „Fidelio“, die beispielsweise der Terrassenhof nutzt hat immer wieder Schnittstellenprobleme zum Card-Expert-System der TTT. Das bedeute für die Mitarbeiter des Hotels zusätzliche Arbeit beim Eintragen wie auch Übertragen der Daten.

Riet Fedi weiß: „Regelmäßig hatten wir wegen den Kompatibilitätsproblemen Kontakt mit der zuständigen Technikabteilung bei der TTT. „Wir arbeiten dran“, bekamen wir seitdem als Antwort. Bisher ohne Ergebnis.

TTT-Chef Georg Overs vermutet, dass es an einer veralteten Software von Fidelio liegen könnte. Auf Nachfrage der Tegernseer Stimme stellt er eine schnelle Lösung in Aussicht. „Wir werden der Sache nachgehen und dem Terrassenhof einen Experten vorbeischicken.“

Denn der derzeitige Zustand ist alles andere als befriedigend. Addiert man alle Arbeitsprozesse zusammen, die für die Vorab-, die Anreise und die Abreise eines Gastes und dann zusätzlich noch für den Übertrag der Daten für die TTT, benötigt ein Mitarbeiter laut Aussage des Hoteldirektors rund 10 Minuten. Bei regelmäßig über 50 Anreisen am Tag summiert sich da einiges an Zeit.

„Der Arbeitsprozess ist für uns ohne Wert. Kostet uns Zeit und letztlich viel Geld. Für Arbeit, für die nicht wir zuständig sind. Der Aufwand dafür ist überverhältnismäßig.“

Gästecard und Kur-Taxen-Polizei

Ein weiteres Ärgernis für die Hotels sind nicht funktionierende Gästekarten. „Wir melden Gäste ordnungsgemäß an, schalten für sie die Gästekarten frei und zum Teil funktionieren die Gästekarten nicht“, sagt Fedi.

Es käme nicht selten vor, dass ein Gast mit der Gästecard kostenlos Bus fahren wollte und die Karte vom Busfahrer nicht akzeptiert wurde. Das negative Image falle dann nicht auf die TTT oder die Gäste-Karte zurück. Sondern auf die Hotels.

„Da kann es hin und wieder zu technischen Fehlern kommen“, sagt Overs und ergänzt: „Das ist letztlich ungut für die Gäste, weil sie die Fahrt dann normal bezahlen müssen. Meist sind es Anwenderfehler. Aber auch der Chip der Gästecard kann mal kaputt gehen und wird dann natürlich umgehend entsorgt. Da müssen wir jedem Fall einzeln auf den Grund gehen.“

Grundsätzlich ist der junge Hotelmanager jedoch zufrieden mit dem Angebot der Tegernseer Touristiker. „Die Gästekarte und die damit verbunden Angebote sind eine tolle Sache“, findet Fedi, der das Angebot um die kostenlose Nutzung der Tegernseer Schifffahrt erweitern würde.

Oberste Priorität müsse aber im Sinne aller die Beseitigung von technischen Probleme der Meldesoftware und der Gästecard haben. Zumindest für den Terassenhof dürfte das nur eine Frage der Zeit sein.


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