Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Karl-Heinz Krutz

Golfplatz-Investor des Betrugs verdächtig

Der Investor des Golfplatzes in Piesenkam, Karl-Heinz Krutz, ist von der Staatsanwaltschaft in Hagen wegen des Verdachts des Betrugs angeklagt worden. Dabei geht es allerdings nicht um das aktuelle Projekt in Piesenkam, sondern um ein ehemaliges Schlachthofgelände.

Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) steht jedoch nach wie vor zu Krutz: „Bei uns hat er sich anständig verhalten.“

Hier entsteht der geplante Golfplatz, auf dem schon Mitte nächsten Jahres gespielt werden soll
In Piesenkam entsteht der geplante Golfplatz, auf dem schon Mitte nächsten Jahres gespielt werden soll.

2009 kaufte Karl-Heinz Krutz in Hagen einen Schlachthof unter dem italienischen Firmennamen „VB Società Immobiliare“. Jetzt klagt ihn die Staatsanwaltschaft an. „Wegen Betrugs und der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung in einem seiner vielen Zivilprozesse“, so Staatsanwalt Bernd Maas gegenüber der Tegernseer Stimme.

Krutz soll im Rahmen der Vermarktung des Schlachthofgeländes Räume vermietet und dabei Zusicherungen gemacht haben, die er dann nicht einhielt. Der Investor hatte nach dem Kauf des Geländes versprochen, 30 Arbeitsplätze zu schaffen. Passiert ist nie etwas. Ein großer Teil der Gebäude ist nicht einmal erschlossen.

Undurchsichtiges Firmengeflecht

Am Tegernsee operiert Krutz mit mehreren Firmennamen: „Tegernseer Tal Waakirchen Gemeinde Piesenkam GmbH & Co. Golfplatz KG“, „Tegernseer Tal KG“, „Golfplatz Tegernsee GmbH & Co. KG“ oder unter „Haus- und Grundmanagement Tegernsee GmbH“, „KG Golfplatz Tegernsee“. Dieses Verwirrspiel mit Firmen und deren Sitzen hat bei Krutz offenbar Methode. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Bei all diesen Firmen führen die Spuren an den Gardasee. Dort ist seine Frau als Geschäftsführerin des Firmengeflechts ansässig.

Wenig erfreuliche Nachrichten gibt es auch vom Bauleiter des Golfplatzes, Heinz Heers. Als ehemaliger Präsident des Golfclubs Bissenmoor in Schleswig-Holstein wurde er mit seinem Sohn 2009 für den wirtschaftlichen Niedergang des Golfclubs verantwortlich gemacht. Clubmitglieder mussten auf ihre Kredite von 300.000 Euro verzichten. Das Geld war in den Sand gesetzt. In Piesenkam ist man dagegen im Zeitplan, versichert Heers. Er ist sicher, dass die ersten Golfspieler im Frühjahr 2015 abschlagen können.

Sachsenkam befürchtet Salami-Taktik

In unmittelbarer Nähe des Golfplatzes Piesenkam ist man wenig erfreut über den 18-Loch-Platz. Der Bürgermeister von Sachsenkam, Hans Schneil (CSU), sieht in seinem Waakirchner Amtskollegen Hartl die treibende Kraft. Dieser habe das Projekt schon vorangetrieben, als er noch nicht Bürgermeister gewesen sei. Nach seiner Wahl habe Hartl „dann Vollgas gegeben“.

Schneil befürchtet eine Salami-Taktik. Denn bislang habe diese Anlage kein Clubhaus. „Irgendwann kommen die Betreiber und jammern, dass der Golfplatz ohne Clubhaus nicht wirtschaftlich betrieben werden könne“, prophezeit Schneil. Dann werde dem Gemeinderat die Pistole auf die Brust gesetzt: entweder ein Gebäude im Außenbereich oder die Insolvenz des Golfplatzes.

Die Arbeiten auf dem zukünftigen Golfplatzgelände sind schon in vollem Gange
Die Arbeiten auf dem zukünftigen Golfplatzgelände sind schon in vollem Gange.

Hartl hält jedoch dagegen. Krutz baue den Golfplatz so, „dass wir diesen in die Landschaft integrieren können“. In Waakirchen habe er sich nichts zu Schulden kommen lassen. „Er hat seine Pachtzahlungen an die Bauern geleistet und hält sich an die Verträge“, versichert Hartl, selbst begeisterter Golfer.

Dem Waakirchner Rathauschef sei es wichtig, dass die „Landwirte nicht über den Tisch gezogen wurden“. Hartl sieht durch das Betrugsverfahren gegen Karl-Heinz Krutz in Hagen den Golfplatz nicht gefährdet. Der Platz sei im Juni bespielbar, das sei ihm versichert worden.


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