Lanserhof Marienstein nimmt nächste Hürde – neue Webseite informiert über das Projekt

Von Steffen Greschner

Trotz umfrangreicher Bedenken des Bund Naturschutz hat sich Waakirchen auf der gestrigen Gemeinderatssitzung erwartungsgemäß für die zweite öffentliche Auslegung des Bebauungsplans für das geplante Gesundheitszentrum Lanserhof ausgesprochen.

Das umstrittene Vorhaben, bei dem oberhalb von Marienstein etwa 150 neue Arbeitsplätze entstehen sollen, wird laut ersten Planungen etwa 50 Millionen Euro kosten. Der österreichische Hotelier Christian Harrisch möchte damit laut eigener Aussage seine Marke Lanserhof am Standort Marienstein weiter entwickeln.

Der Lanserhof ist eine Investition in die Zukunft von Marienstein. Ich bin überzeugt davon, dass er mit 150 interessanten Arbeits- und Ausbildungsplätzen in die zukünftige Entwicklung der Region einzahlt und die Attraktivität des Standortes langfristig erhöht.

Bevor jedoch die Visionen der Bauherrn umgesetzt werden können, stehen derzeit erstmal ganz profane Themen auf der Tagesordnung. So wie die Auslegung der Planung, bei der dann im Normalfall diverse Anmerkungen von Seiten der Träger öffentlicher Belange eingehen.

„Wir lehnen das Vorhaben kategorisch ab“

Gestern waren das 17 Stellungnahmen, die alle einzeln behandelt, sprich vorgelesen und vom Gemeinderat abgesegnet werden mussten. Die kritischsten waren dabei die Einwände des Bund Naturschutz und der Gemeinde Gmund.

Alleine der BN hatte insgesamt 18 Punkte gegen das Vorhaben aufgeführt. Darunter Puntke wie der “damit verbundene Flächenverbrauch in der freien Landschaft”, negative Auswirkungen der “Bodenversiegelung in der Größe von über 10 ha” oder auch der Schutz der auf dem Gebiet lebenden Gelbbauchunken, Erdkröten oder des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings.

Die gesamte Stellungnahme kann man sich hier herunterladen und nachlesen (öffnet als PDF-Dokument).

Alle 18 Einwände genauso wie die „kategorische Ablehnung“ nahm der Gemeinderat zwar zur Kenntnis, lehnte jedoch eine Berücksichtigung im Bebauungsplan mit großer Mehrheit ab.

Gmunder Einwände stoßen auf Verständnis

Ein wenig anders stellt sich die Situation bei den Einwänden der Gemeinde Gmund dar. Diese stößt sich an zwei Sachen: Auf der einen Seite lehnt sie die Alternative eines Teichs ab, in dem das Klärwasser wie auch das Oberflächenwasser des Lanserhofs strömen soll.

Abfließen soll dieser dann in Richtung Festenbach. Und damit direkt in das im letzten Jahr eröffnete Rückhaltenbecken in Moosrain. Georg von Preysing sagte dazu auf einer der letzten Sitzungen: “Damit verschärft sich für uns die Situation am Becken. Vor allem bei Starkregenfällen reicht der dann eventuell nicht mehr aus.”

Bürgermeister Sepp Hartl wies in der Begründung darauf hin, dass das Szenario wie von Preysing beschrieben unrealistisch sei. Dass die Gemeinde und der Bauherr jedoch so oder so einen Kanal bevorzugt, wie schon vom Gmunder Gemeinderat gefordert.

Als viel kritischeren Punkt sehen die Gmunder die Nutzung der eigentlich nicht genehmigten Zufahrt über Steinberg. Vor allem während der Bauphase, so die Befürchtung der Anwohner, könnte das Verbot für die schweren Fahrzeuge gelockert werden.

Die Befürchtungen der Anwohner sind seit gestern nicht kleiner geworden. Denn Hartl machte deutlich, dass es derzeit noch nicht klar ist, wie während der Bauphase die Zufahrt zum Margarethenhof geregelt wird. Definitiv sicher ist nur, dass es nach dem Bau nur eine Zufahrt zum Lanserhof geben wird. Und die soll von Waakirchen aus hochführen.

Neue Webseite als Informations- und Diskussionsplattform für Bürger

Wie der Bürgermeister gestern ebenfalls bekanntgab, gibt es seit heute eine eigens gestaltete Webseite. Auf der will die Firma zukünftig über das Vorhaben Lanserhof Marienstein informieren und in die Diskussion mit interessierten Bürgern einsteigen. Entstehen soll eine Seite, auf der nach und nach umfangreiche Infos zu den Planungen und den aktuellen Entwicklungen zu finden sein werden.

Christian Harisch erklärt die Idee zur Projektseite folgendermaßen:

Informieren heißt für uns auch, die Möglichkeit zum Dialog zu bieten. Schließlich haben die Menschen hier in Waakirchen und in der gesamten Region viele Fragen zu diesem Projekt. Jetzt haben wir mit der Website die Möglichkeit, diese Fragen direkt beantworten zu können.

Derzeit ist die Webseite, die man unter www.lanserhof-marienstein.de erreicht, noch etwas spärlich bestückt. Aber das soll sich bald ändern.


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