Lederer kämpft weiter gegen Gemeinde

Er sieht sich als Opfer einer Intrige und fordert drei Millionen Euro Schadensersatz: Wiesseer Ex-Hotelier Josef Lederer kämpft mit allen Mitteln gegen Gemeinde und Kreissparkasse. Zwar verlor er zunächst vor Gericht, doch Aufgeben ist keine Option.

Josef Lederer gibt nicht auf – er kämpft weiter gegen die Gemeinde und die Kreissparkasse.

Die Gemeinde Bad Wiessee habe den Verkauf des in die Jahre gekommenen Hotels sabotiert und ihn so schließlich in den Ruin getrieben – so lautet zumindest die These des Ex-Hoteliers Josef Lederer. Gemeinsam hätten Kreissparkasse und Gemeinde alles daran gesetzt, seinen Familienbesitz dem Tegernseer Unternehmer Thomas Strüngmann günstig zuzuschustern.

Noch immer liegen Lederer und die Gemeinde über die Folgen dieses Verkaufs im Streit. Unter anderem fordert Lederer rund drei Millionen Euro Schadensersatz. Das ist die Differenz zwischen den 6,2 Millionen Euro, die Lederer für sein Hotel bekommen hat und der Summe, die er seiner Meinung nach hätte erzielen können: 9,2 Millionen Euro.

David gegen Goliath

Wie berichtet, braucht Lederer allerdings Prozesskostenbeihilfe, damit er seine Klage aufrechterhalten kann. Doch sowohl das Landgericht München I als auch das Oberlandesgericht haben seinen Antrag auf Prozesskostenhilfe abgelehnt.

Wiessees Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) erklärte Anfang Dezember in der Gemeinderatssitzung, dass damit das Thema „Schadensersatzforderung gegenüber der Gemeinde“ endgültig vom Tisch sein dürfte. Falsch gedacht, denn Lederer will nicht aufgeben.

Ich weiß, dass ich den Kampf David gegen Goliath kämpfe. Aber es gibt immer eine Chance zu gewinnen.

Er sei sehr enttäuscht über die erneute Ablehnung seines Antrags auf Prozesskostenhilfe und könne das auch gar nicht nachvollziehen: „Mir wurde mein rechtliches Gehör verweigert, das Gericht hat sich nicht wirklich mit der Materie befasst“, erklärt der Wiesseer Ex-Hotelier. Er fühle sich in seinen Grundrechten verletzt und wolle das nicht einfach hinnehmen.

2011 musste Josef Lederer das Hotel in Bad Wiessee verkaufen.

„Ein Blick in das Gesetz würde alle schlauer machen“, erklärt er trocken, wenn auch etwas zynisch. Daher habe er nun eine Anhörungsbeschwerde bei den Gerichten eingereicht und eine Beschwerde an das Verfassungsgericht sei ebenfalls unterwegs. „Sie kennen ja den Spruch ‚Bei Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand.’ Da gibt es nie eine Garantie.“ Dennoch wolle er seine Position klar stellen und seine Rechte einfordern.

Es gibt ja keiner freiwillig zu, Mist gebaut zu haben. Aber diese ganze Schweinerei muss an die Öffentlichkeit.

Noch wohne er auf dem Hotelgelände in einem kleinen Nebengebäude. „Aber wenn sie das Gebäude abreißen, dann muss ich raus“, erklärt Lederer. Doch bis dahin gebe er nicht auf, schließlich habe man immer eine Chance. „Man hat mir alles genommen, aber ich werde kämpfen“, so der Ex-Hotelier abschließend.


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