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Streit um Maklerprovision für ehemaliges Wiesseer Hotel Lederer

RDR muss 221.161 Euro zahlen

Von Robin Schenkewitz

Zweite Aktualisierung vom 18. Juni / 15:11 Uhr
Nun ist der Fall klar zwischen dem Schlierseer Maklerbüro Alpen-Immo.Net und dem derzeitigen Besitzer des ehemaligen Hotels Lederer, der Firma RDR.

Bereits vor einem Jahr wurde vor Gericht über eine fällige Provision gestritten. Nun steht das endgültige Urteil fest: RDR muss zahlen.

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RDR muss für den Kauf des ehemaligen Wiesseer Hotels Lederer eine hohe Maklerprovision zahlen.
RDR muss für den Kauf des ehemaligen Wiesseer Hotels Lederer eine hohe Maklerprovision zahlen.

Heute fiel in München das endgültige Urteil im Streit um eine fällige Maklerprovision beim Verkauf des ehemaligen Hotels Lederer in Bad Wiessee. Wie das Oberlandesgericht im Berufungsverfahren feststellte, ist es erwiesen, dass RDR das Schlierseer Maklerbüro Alpen-Immo.Net als Makler engagiert hatte.

Somit müssen sie auch die fällige Provision in Höhe von 221.161 Euro zahlen. Als Beweis diente dem Gericht der E-Mailverkehr aus dem Jahr 2011 zwischen den Prozessteilnehmern, in dem bereits von einer “Vermittlungsprovision von RDR an Alpen-Immo.Net” die Rede gewesen war. Zudem argumentierten die Richter, dass spätestens beim Notartermin ein Maklervertrag geschlossen wurde. Daran, so das Gericht, bestehe kein Zweifel.

Bisheriger Geschäftsführer ist weg

RDR hatte im November 2011 das ehemalige Hotel Lederer zum Verdruss der Gemeinde Bad Wiessee und deren Wunschinvestor Thomas Strüngmann für 6,2 Millionen Euro gekauft. Derzeit herrscht Funkstille zwischen beiden Parteien. Was aus dem Filetgrundstück am Wiesseer Seeufer wird, ist völlig offen.

Allerdings wurde auch eine weitere Neuerung bekannt. Der bisherige Geschäftsführer von RDR, Carsten Riecke, hat seinen Posten nicht länger inne. Dies stellte das Gericht im Zuge der Urteilsverkündung klar. Wer nun die Leitung der Starnberger Firma inne hat und ob die Personalentscheidung etwas mit dem unglücklich verlaufenen Deal am Tegernsee zu tun hat, ist indes unklar. RDR wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Urteil äußern.

Aktualisierung vom 25. Juli / 9:32 Uhr
Wie erwartet, hat die Grünwalder Firmengruppe RDR Berufung gegen das Urteil des Münchner Landgerichts eingelegt.

Das Gericht hatte am 7. Juni beim Streit um die ausstehenden Provisionszahlungen in Höhe von 221.000 Euro gegen den Käufer des Hotel Lederer und für die Schlierseer Maklerfirma entschieden. Dagegen hat RDR nun Berufung eingelegt. Es habe nie eine Vereinbarung gegeben, so RDR-Chef Carsten Riecke.

Carsten Riecke, Geschäftsführer von RDR
Carsten Riecke, Geschäftsführer von RDR

Gegenüber dem Merkur betont der Geschäftsführer der Grünwalder Firma, dass er der Überzeugung sei, dass „zwischen den Maklern und unserer Gesellschaft kein Vertrag zustanden gekommen ist“. Damit steht Riecke mit seiner Meinung derzeit relativ allein da. Das Gericht hatte in seiner Urteilsbegründung erklärt, dass sehr wohl ein Maklervertrag zwischen RDR und Alpen-Immonet zustande gekommen war.

So schreibt der Vorsitzende Richter Martin Scholz, dass auf jeden Fall der spätere Zeuge Walter Rainer Kenntnis davon erlangt habe, dass „Frau Skofitsch und Herr Bacher als Makler auftraten“.

„(…) womit für alle Beteiligten an diesem Termin bereits klar war, dass Frau Skofitsch und Herr Bacher als Makler handelten.“

Für Eva-Maria Skofitsch ist der Vorgang der Berufung völlig normal. „Die müssen sich ja auch gegenüber ihren Gesellschaftern erklären.“ Die Aussage von Carsten Riecke, dass er sie beim Notartermin zum ersten Mal gesehen habe, kann sie ebenfalls bestätigen. „Für uns war der Ansprechpartner aber der RDR-Gesellschafter Herr Rainer und nicht der Herr Riecke. Insofern sehen wir der Berufung ohne Sorge entgegen.“

Wie geht es weiter beim Lederer?

Sorgen muss sich dagegen langsam die Gemeinde, die das ehemalige Hotel Lederer zusammen mit dem 18.000 Quadratmeter großen Areal gerne nach ihren Vorstellungen bebaut sehen würde. Doch damit will und kann scheinbar Riecke derzeit nicht dienen.

Denn die RDR wird, nachdem das benachbarte Spielbank-Grundstück an Thomas Strüngmann verkauft wurde, auf dem Lederer-Areal kein Hotel mehr bauen. Die Priorität hat schon seit Längerem der Verkauf an Strüngmann. Doch das scheiterte immer wieder an den unterschiedlichen Preisvorstellungen.

Und auch Riecke bestätigt gegenüber dem Merkur, dass die RDR derzeit eher an eine Zwischennutzung für das Grundstück denke. Was das genau sein könnte, will der Münchner Unternehmer allerdings nicht verraten. Nebulös lässt er jedoch verlauten, dass da „auch Ausnahmegenehmigungen möglich sind“.

Ursprünglicher Artikel vom 7. Juni mit der Überschrift: “Lederer-Deal: RDR muss zahlen”
Heute ging eine Episode im Streit um das Lederer-Areal zumindest vorläufig zu Ende. Vor dem Münchner Landgericht wurde das Urteil im Rechtsstreit um die ausstehenden Provisionszahlungen gesprochen.

Und die Makler von Alpen-Immo.net haben den Termin genutzt, um aus ihrer Sicht noch mal einiges klarzustellen. Sie wehren sich gegen frühere Anschuldigungen, wie etwa die von Wiessees Bürgermeister Peter Höß.

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Der Streit um das Lederer-Areal zieht sich mittlerweile schon gut eineinhalb Jahre. Unter anderem geht es dabei auch um die Frage, ob der neue Eigentümer RDR eine Provision an die von Josef Lederer beauftragte Maklerfirma zahlen muss.

Heute Morgen wurde im Gerichtsgebäude am Lehnbachplatz das endgültige Urteil bekannt gegeben. Formlos teilte der zuständige Richter den anwesenden Verantwortlichen von Alpen-Immo.net die Entscheidung des Gerichts mit: „Sie haben in allen Punkten recht bekommen.“

„RDR musste tricksen“

Eva Skofitsch und ihr Geschäftspartner Christian Bacher schienen sich über die Entscheidung zwar zu freuen, überrascht waren sie aber keineswegs. „Es hätte uns mehr gewundert, wenn die Entscheidung anders ausgefallen wäre“, erklärte Bacher auf Nachfrage.

Denn schließlich sei es ja die ganze Zeit völlig klar gewesen, dass sie die exklusiven Lederer-Makler gewesen seien, meinte Skoftisch. Und das hätte natürlich RDR auch die ganze Zeit gewusst. „Aber die mussten ja ein bisschen tricksen, sonst hätten sie vor Gericht noch weniger Chancen gehabt.“

Hätte RDR gewonnen, hätten sie 221.000 Euro gespart. Genau so muss die Grünwalder Firma wohl kalkuliert haben, mutmaßen die beiden Makler. Dabei unterstellen sie RDR sogar ein gewisses System hinter dieser Taktik. Um die offene Provision an sich könne es ihnen schließlich nicht gegangen sein, so Bacher.

„Bei dem Kauf haben sie die 6,2 Millionen auf dem Konto gehabt. Am nächsten Tag war das Geld bereits bei Lederer.“

In erster Linie sei das Urteil aber politisch wichtig, meint Bacher weiter. Nun habe auch ein Richter festgestellt, dass sie ihre Arbeit richtig gemacht hätten.

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Man sei durch die ganze Geschichte nämlich in ein schlechtes Licht gerückt worden. Vor allem die „Affäre“ um Altlandrat Wolfgang Gröbl ärgert die Maklerin. RDR hätte die Aktivitäten von Gröbl um den Verkauf des Lederers bewusst falsch dargestellt.

„Das ist, als wenn Sie einen Nachbarn fragen, ob der jemanden kennt, der ein Haus kaufen möchte. Und der Interessent dann später davon ausgeht, sein Freund sei der Makler.“

Aber auch die Aussagen seitens der Gemeinde Bad Wiessee können die Schlierseer nicht nachvollziehen. Immer wieder seien ihre Interessenten im Rathaus abgewiesen worden. Und jetzt stelle man sich hin und sagt: „Die Makler haben den Interessen Bad Wiessees geschadet.“

Auftrag von Lederer, nicht von der Gemeinde

Dabei habe jeder das Recht, sein eigenes Grundstück an wen auch immer zu verkaufen. Mit dem Verkauf an RDR blieb Lederer wenigstens noch etwas Geld zum Leben. „Bei einer Versteigerung hätte er nichts mehr gehabt und wäre zudem wahrscheinlich bald aus dem Haus geklagt worden“, so Skofitsch.

Außer Skofitsch und Bacher war heute niemand sonst zum Gerichtstermin erschienen. Ausgestanden ist die Sache für die beiden Makler aber wohl noch nicht ganz. Denn RDR hat immer noch die Möglichkeit, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

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