Leserstimme: Keine Lust auf Grillen bei Güllegestank

Von Tobias

Anmerkung vom 12. Juli 2010 / 13:02 Uhr:
Heute kam zu der Diskussion noch ein Kommentar von Reinhold dazu. Er hat eine Anregung und einen Vorschlag in seinem Kommentar gebracht. Es geht darum, dass Steinmehl anscheinend den Geruch der Gülle reduzieren kann und so für weniger Geruchsbelästigung bei der Ausbringung sorgt. Wir haben den Kommentar einfach nochmal nach oben geholt, weil uns das Thema auch interessiert, wir aber leider nicht sonderlich viel Ahnung davon haben. Vielleicht weiß aber ein Leser bescheid und kann weiter helfen.

Das ist der Kommentar im Orignal:

Hallo,

ich habe zwar wenig Ahnung von der Materie und bin weder Fachmann für Gülle auf Feldern, noch für Gülle zur Energiegewinnung. Allerdings habe ich mich neulich mit jemandem Unterhalten, der mir von Steinmehl erzählt hat, dass in einigen Gegenden in Österreich der Gülle beigemischt wird und so den Geruch sehr reduziert bzw. fast unterbindet.

Ich habe das auch selbst schon gesehen. Die Bauern verteilen dort die Gülle genauso auf dem Feld, wie hier auch. Nur dass man direkt an Ihnen mit dem Fahrrad vorbei fahren kann und feststellt, dass es einfach nicht richt. Wie genau das funktioniert weiß ich aber leider nicht. Aber es funktioniert.

Für die Energiegewinnung bringt das natürlich nichts aber für das Wohlgefühl und das Miteinander zwischen Bauern und Nicht-Bauern-Bewohnern hat es sicherlich positive Auswirkungen.

Mich würde Interessieren, ob irgendjemand von den Fachleuten hier etwas darüber weiß und das Prinzip etwas genauer erklären kann. Vielleicht wäre das ja ein Lösung für das Problem – ohne in teure Energiegewinnung investieren zu müssen.

Grüße
Reinhold

Ursprünglicher Artikel vom 01. Juli 2010 / 09:22 Uhr:
Grillen bei Güllegestank? Nicht jedermanns Sache! So auch für einen „Anonymen Informanten“, der uns gestern eine Mail geschrieben hat. Für ihn ist es ein ziemliches Ärgernis, dass die Bauern im Tal die Felder mit Mist düngen – als Alternative wird eine Biogasanlage vorgeschlagen. Wir geben die Email einfach unkommentiert weiter und verweisen hiermit auf die Möglichkeit, dass jeder seine eigene Meinung entweder in den Kommentaren hinterlassen darf oder uns auch eine Mail schreibt an: info@tegernseerstimme.de

Das ist die Email, wie sie uns erreicht hat:

Hallo,

bei dem schönen Wetter in den letzten Tagen tritt folgendes Szenario bei einigen Talbewohner immer wieder auf. Die Sonne scheint, es ist warm und die Metzger-Theken sind prall gefüllt mit Grillfleisch und anderen Leckerein – was liegt näher als einen schönen Grillabend mit Freunden zu verleben?

Problem dabei: die örtlichen Bauern verteilen wieder einmal fleißig Gülle über die Wiesen und Felder, was zu einer massiven Geruchsbelästigung führt. Das gemütliche Grillen und draußen auf Terasse oder Balkon sitzen kann man vergessen. Und da jeder Bauer einen individuellen Zeitplan verfolgt, um seine Felder zu düngen, kann man durchaus von April bis Oktober damit rechnen, dass an 4 von 7 Tagen mindestens einer der zahlreichen angrenzenden Bauern Gülle verteilt und es gehörig stinkt.

Für mich eine mittlerweile massive Beeinträchtigung der Lebensqualität im Tegernseer Tal!

Umwelt-technisch ist das Düngen mit Gülle ebenfalls eine Katastrophe, weil die Wiesen einseitig mit Amoniak und anderen sauren Verbindungen angereichert werden – alle Gräser und Wiesenblumen sterben ab – über bleibt nur das Sauergras und Löwenzahn.

Zugegeben, die Gülle muss ja irgendwohin – im Stall kann sie nicht bleiben. Aber im 21. Jahrhundert gibt es eine Möglichkeiten die Gülle sinnvoll, umweltschonend und wirtschaftlich attraktiv zu nutzen: Biogas-Anlagen. Diese wandeln von örtlichen Bauern herbeigebrachte Gülle in Biogas um, das entweder ins lokale Gasnetz eingespeist werden kann oder mit einem Mini-Kraftwerk direkt elektrische Energie erzeugt. Eine Biogasanlage, die Strom ins Netz einspeist, rentiert sich langfristig durch die garantierten Preise, die der Gesetzgeber nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den alternativen Stromerzeugern garantiert. Von den Einnahmen können die Landwirte hochwertigen Dünger kaufen, der die Erträge der Wiesen erhöht und gleichzeit die natürliche Beschaffenheit des Bodens wiederherstellt.

Meiner Meinung nach wäre bringt eine derartige Anlage für das Tegernseer Tal eine deutliche Steigerung der Lebensqualität mit sich, sie ist umweltfreundlich und innovativ, und sie berücksichtigt dabei die Bedürfnisse der örtlichen Landwirte.

Weiterführende Informationen finden sich u.a. hier: http://www.goethe.de/ges/umw/dos/ene/bio/de1593254.htm

Vielleicht ist das Thema ja einen Eintrag unter „Tal21“ wert? Über eine entstehende sachliche und interessante Diskussion auf tegernseerstimme.de würde ich mich auf jeden Fall sehr freuen.

Viele Grüße


Unternehmen aus unserer Region

Die neuesten Artikel

Die Redaktion empfiehlt


Aktuelle Jobangebote aus der Region
Tegernseerstimme

Tegernseerstimme