Neuer Investor will Rottacher Gaststätte vor Abriss bewahren
Letzte Chance für Gasthof Glasl

von Robin Schenkewitz

Letzten Montag hatten wir berichtet, dass der Gasthof Glasl abgerissen werden und einer Wohnbebauung weichen soll. Schnell regte sich Widerstand. Und auch im Rottacher Rathaus ist man alles andere als glücklich.

Einzig das Amt für Denkmalschutz kann die Zukunft des Gebäudes noch beeinflussen. Am kommenden Donnerstag trifft man sich vor Ort zur Besichtigung. Unterdessen ist ein neuer Investor aufgetaucht, der den Glasl erhalten möchte.

Ein Investor möchte den Gasthof als Wirtschaft weiter betreiben.
Ein noch unbekannter Investor möchte den Gasthof als Wirtschaft weiter betreiben.

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„Liebe Rottacher Bürger, nehmt diesen Abriss nicht einfach so hin! Lasst einen Sturm der Entrüstung aufziehen“, schrieb Thomas Tomaschek vergangene Woche in einem Kommentar auf der Tegernseer Stimme. Und mit dieser Meinung steht er nicht alleine da.

Auch die Gemeinde würde den Glasl gerne erhalten, da laut Bürgermeister Franz Hafner „mit dieser Traditionsgaststätte auch ein Stück Rottach-Egern verloren ginge“. Klar ist, der damalige Eigentümer Wolfgang Lentner hat dem Gemeinderat schon vor über einem Jahr in nichtöffentlicher Sitzung die Gründe vorgetragen, warum er den Gasthof nicht mehr weiter betreiben will und kann.

Neuer Investor meldet sich

Mittlerweile hat Lentner Tatsachen geschaffen und den Gasthof samt Grundstück an die Tegernseer Grund Immobilien GmbH verkauft. Diese will auf dem Grundstück in der Karl-Theodor-Straße 48 anstelle der Gaststätte zwei Mehr- und zwei Einfamilienhäuser errichten.

Da das Gebiet als reines Wohngebiet ausgewiesen ist, musste der Gemeinderat zähneknirschend zustimmen. Doch jetzt hat sich offenbar ein weiterer Investor gemeldet, der die Gaststätte erhalten will. „Es gibt einen Interessenten, der hier verwurzelt ist und den Glasl als Wirtschaft erhalten will“, weiß Rottachs Zweiter Bürgermeister Hermann Ulbricht.

Interessent ist Privatmann

Thomas Tomaschek, in dieser Sache engagierter Bürger, weiß noch einige Details mehr. Er hatte bereits bei Bekanntwerden der Geschichte eine Unterschriftensammlung gestartet, um so den traditionsreichen Gasthof zu retten. Wie er berichtet, ist der neue Investor ein Privatmann und kein Unternehmer.

„Wo, wenn nicht am Tegernsee, gäbe es Leute, die die Mittel dafür haben“, so Tomaschek weiter. Aufmerksam geworden ist der Investor offenbar durch die Berichterstattung rund um das Thema. Einen Namen wollte Tomaschek allerdings noch nicht verraten. Das würde den Interessenten womöglich verschrecken, glaubt er.

Wie auch immer sich der potenzielle Interessent entscheidet, die Vorbereitung für ein Angebot wird in jedem Fall Zeit brauchen. Und ob der jetzige Besitzer dann auf dieses neue Angebot eingeht, ist keineswegs sicher. Bleibt es bei dem bisherigen Plan, müsste der Gasthof trotz neuem Interessenten verschwinden.

Kann der Gasthof doch weiter bestehen bleiben?
Kann der Gasthof doch weiter bestehen bleiben?

Daher setzt Tomaschek seine persönlichen Hoffnungen nun auf den Denkmalschutz und das Landesamt für Denkmalpflege. Dort wird derzeit geprüft, ob das Gasthofgebäude erhaltenswert ist oder nicht.

Bislang steht nur die historische Eingangstür unter Denkmalschutz. Jetzt soll untersucht werden, ob auch weitere Teile des Gebäudes zu erhalten sind. Am kommenden Donnerstag treffen sich dazu Vertreter der Behörde zu einem Vor-Ort-Termin am Gasthof Glasl.

Kreisbaumeister hat es in der Hand

„Das Urteil der Denkmalschützer ist entscheidend, damit es dort auch künftig eine Gaststätte geben kann“, erklärt Ulbricht. Wie dieses Urteil letzten Endes aussehen wird, können man vorab allerdings nur schwer einschätzen. Aus der Gemeinde heißt es dazu nur, dass dies in den Händen des Kreisbaumeisters Werner Pawlovski läge.

Pawlovski selbst dämpft indes die Hoffnungen der Gemeinde und einiger Rottacher Bürger. „Auch wenn das Haus unter Denkmalschutz gestellt wird, kann man den Betreiber nicht zwingen, die Gaststätte zu erhalten“, lässt er über die Pressesprecherin des Landratsamtes Gabriele Dorby mitteilen. Nichtsdestotrotz müsste dann aber das bestehende Gebäude erhalten und eine zukünftige Nutzung integriert werden.

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