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500 Jahre Reinheitsgebot: Heimische Biere und ihre Paten - Teil 2

Liquid Lisi

Von Benno Kirschenhofer

Wer das Bier kennt und die Menschen, die es durstig in Leergut verwandeln, weiß, dass zur Schwojer Elisabeth aus Miesbach nicht nur ihr Platzerl gehört, sondern auch ganz bestimmte Flascherl. Ein Ortstermin.

Gemeinsam "zeam": Elisabeth Schwojer mit einer Hoppeschen Wuidsau.
Gemeinsam „zeam“: Elisabeth Schwojer mit einer Hoppeschen Wuidsau.

Sag mir was Du trinkst, und ich sage Dir, wer Du bist. Nein, so arg ist es nicht – dennoch scheinen sich so manches heimische Bier und manche Gestalt des öffentlichen Landkreislebens einfach gesucht und gefunden zu haben. Pünktlich zum Fünfhundertsten des Reinheitsgebots stellen wir Ihnen also in einer launigen Serie die Biere der Region und ihre „gschleckerten“ Paten vor.

Wenn die Lisi eine – Ton in Ton mit Ihrer Sportjacke – dunkelpink etikettierte „Wuidsau“ vom Waakirchner Craft-König Markus Hoppe in der Hand hält, könnte man meinen, die Flasche sei da schon festgewachsen.

Bei den Finisherfotos von Sportevents ist sie auf den Fotos die einzige, die statt an einem Szenewässerchen grad an der Hoppeflasche ziagt und auf jeder wuidn Berg-, See-, Schnee- und Strandbrotzeit ist entweder eine „Wuidsau“ oder eine „Wuide Hehna“ mit von der Partie

Auf Bergtouren nehme ich gern die „Wuide Hehna“ mit. Frisch, spritzig, irgendwie so bissal zitronisch. Und mit nur 4,1 Umdrehungen ist es ein leichtes Bier – man will ja am Berg nicht so schwer tragen.

Eigentlich hat die Elisabeth Schwojer ein Café am Oberen Markt in der Kreisstadt. Und eigentlich hat sie nur irgendwann angefangen, ihr Leben so zu leben, wie sie das möchte. Dazu gehörten der Sport, die Natur, die Heimat, die Geselligkeit und der Genuss. Die Zeit zu nutzen, nicht auf den großen Reichtum zu warten, sondern ihn morgens auf der Baumgartenschneid oder der Huberspitz zu finden. Beim Weißwürschtkochen im Schnee, bei der Brozeit auf dem Gipfel.

Davon hat sie Fotos gemacht, die ansteckend waren – und so wurde aus der Elisabeth vom Platzerl so etwas wie das „Oberlandler It-Girl“ mit kapitaler medialer Reichweite. Ohne Storyboard, Masterplan und Management. Das Leben ist jetzt, das Leben ist schön, das Leben schmeckt. Sie ist Testimonial eines Lebensgefühls. Und irgendwie auch für das Hoppebräu:

Die Biere vom Markus [Hoppe, Anm. der Red.] sind unkonventionell. Das wuide und zeame spricht mich einfach an, man trinkt ja nicht nur das Bier, sondern auch irgendwo das Lebensgefühl hinter so einem Produkt. Außerdem bin ich seit jeher Biertrinkerin. Von Prosecco krieg ich Schädelweh. Von Champagner eben teures Schädelweh.   

Es regnet in der Kreisstadt. Im definitiv im weiblichen Farbspektrum akzentuierten Café redet es sich daher umso gemütlicher, ein Gast feixt im Vorübergehen, was die „Präsidentin von Miesbach“ wieder mit der Presse zu schaffen hätte oder umgekehrt – und passend zum Schmuddelwetter bekommen wir immer mehr Luft in unsere „Wuidsau“, ein hocharomatisches Amber Ale mit Ansage, aber dennoch mit moderaten 5,6{0df041b544200f98e0403f5bfaff217e8ddb0fa5a49c3e35acc6e6a32ff09f63} vol. nicht übertrieben stark.

Es ist eine echte Patenschaft. Sie ist organisch gewachsen zwischen zwei jungen Unternehmerpersönlichkeiten, die dieselbe Freude in die Region tragen wollen  – und einfach vormachen, wie‘s geht.

Wer also aus dem Einheitsgrau des Alltags für wenige Momente ausbrechen möchte, dem sei ein Besuch im Platzerl angeraten. Oder eine Flasche Hoppebräu. Am besten beides.

http://www.hoppebraeu.de/

https://www.facebook.com/ElisabethsPlatzerl/

Elisabeth Schwojer Hoppebräu2

Alle bisherigen Bierpatenschaften der Stimme hier im Überblick:

Teil 1: Martin Calsow und das Holzkirchner Gold

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