Olaf von Löwis will Landrat werden

Die CSU setzt auf den “großen Umarmer”

Zuerst Holzkirchner Bürgermeister, dann Bürgermeistersprecher und nun die Kandidatur für den Posten des Landrates. Olaf von Löwis hat in den letzten Jahren seinen Einfluss in der CSU gemehrt. Nun trauen sie ihm, trotz seines Alters, auch den Sprung an die Landkreis-Spitze zu.

Olaf von Löwis mit Bier und Weste / Bild: Benno Kirschenhofer

Wenn es etwas zu feiern oder einzuweihen gab, war er immer dabei. In den letzten Wochen und Monaten tauchte Olaf von Löwis Bürgermeister von Holzkirchen, auf. Der Mann mit der ruhigen Hand und der noch ruhigeren Stimme tourte durch den Landkreis, um sich bekannt zu machen. Der 64-Jährige wirkt denn auch weniger wie der typische CSU-Bürgermeister. Mehr wie ein parteienübergreifender Versteher – daher wird Löwis von nicht wenigen scherzhaft der “große Umarmer” genannt.

Älter gegen jünger

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Olaf von Löwis tritt im März 2020 gegen den amtierenden Landrat Wolfgang Rzehak an. Bei einer CSU-internen Runde aus Kreisvorstand und Kreistagsfraktion am gestrigen Samstag wurde er von seiner Partei einstimmig als Kandidat für die Nominierungsveranstaltung im kommenden Herbst bestätigt.

Die Risiken: Löwis verzichtet auf eine weitere Bürgermeisterkandidatur in Holzkirchen, womit auch die CSU einen starken Amtsinhaber und aktuellen landkreisweiten Bürgermeistersprecher verliert. Und auch das Alter von Löwis ist ein Thema. Mit 64 Jahren ist klar, dass – wenn er gewinnen sollte – nur eine Amtszeit für die CSU unter Löwis drin ist. Danach müsste die Partei sich einen neuen, starken Kandidaten suchen. Beppo Rzehak wird heuer “erst” seinen 52. Geburtstag feiern.

Was ist mit Bierschneider?

Ein immer wieder genannter Anwärter auf den Landratsposten ist Josef Bierschneider. Seit über 20 Jahren ist er Bürgermeister in Kreuth und mittlerweile Sprecher der CSU-Kreistagsfraktion. Doch von einer Kandidatur sieht der 46-Jährige auch dieses Mal scheinbar ab. Mit ihm hersche, so von Löwis, bestes Einvernehmen. Bierschneider, so der designierte CSU-Landratskandidat sei “ein guter Freund und Unterstützer.”

Aus Parteikreisen ist dagegen zu hören, dass man dem “ewigen Bürgermeister” die Rolle als Landrat nicht zutraut. Zu blass, zu wenig präsent im Landkreis und damit auch schwer wählbar für die nicht unwichtigen Wählergruppen aus den einwohnerstarken Gemeinden im “Norden”.

Und dann ist da immer noch das schwebende Verfahren in der Sparkassen-Affäre. Bierschneider droht als früheren Verwaltungsrat eine mögliche Verurteilung wegen Untreue. Solche Risiken will die Landkreis-CSU, nach der verkorksten letzten Kandidatur um dem früheren Landrat Jakob Kreidl, offensichtlich mit allen Mitteln vermeiden. Und nimmt dafür auch Olaf von Löwis als Interimskandidaten in Kauf.


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