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Behörden prüfen Partyhütte am Malerwinkel

Auf dem Weg in die Legalität

Die Bootshütte vor dem Hotel Malerwinkel wird zum Dauerbrenner. Lange wurde die Hütte ohne Erlaubnis für gastronomische Zwecke und Feiern genutzt. Jetzt äußern sich Behörden und Stadtrat zu der umstrittenen Partylocation.

Die Bootshütte vor dem Hotel Malerwinkel wird die Räte in Tegernsee noch eine Weile beschäftigen/ Archivbild
Die Bootshütte vor dem Hotel Malerwinkel wird die Räte in Tegernsee noch eine Weile beschäftigen/ Archivbild

Nachdem sich vergangene Woche schon der Bauausschuss mit dem Thema befasste, war gestern der Stadtrat dran. Hotelbetreiber Thomas Höss nutzt die Hütte vor dem Malerwinkel seit Jahren illegal für gastronomische Zwecke und größere Feiern.

Nachträglich muss der Stadtrat, der für Angelegenheiten im Wasser zuständig ist, nun die gewerbliche Nutzung für die Bootshütte erlauben. Schon im März wurde die Nutzungsänderung bewilligt. Was nun fehlte, war der Antrag auf eine Baugenehmigung für die Nutzungsänderung, selbst wenn baulich nichts verändert wird. Der Bauausschuss bewilligte den Antrag vergangene Woche.

Nun musste der Stadtrat gestern den Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes behandeln. Vertreter verschiedener Behörden konnten Stellung nehmen zur Veränderung rund um die Rottacher „Partyhütte“, die aufgrund ihrer Lage auf dem See in Tegernseer Hoheitsgebiet fällt.

Naturschutz und Stellplatzfrage müssen berücksichtigt werden

So teilte das Wasserwirtschaftsamt mit, dass aus wasserwirtschaftlicher Sicht Einverständnis bestehe. Die Regierung von Oberbayern erhob keine Bedenken, verwies jedoch darauf, dass mit den Naturschutzbehörden im weiteren Verfahren die naturschutzrechtlichen Fragen zu klären seien. Dies wird im nachfolgenden Baugenehmigungsverfahren erfolgen.

Auch die Frage rund um fehlende Stellplätze wird erst im nächsten Verfahren zu klären sein. Damit befasst sich aktuell das Landratsamt. Nicht alle Stadträte waren begeistert. So konnte Andreas Obermüller (FWG) nicht verstehen, wie ein privates Bootshaus einfach so eine gewerbliche Nutzung kriegen kann. Das habe er auch im Bauausschuss schon betont und fügte hinzu:

Ich werde das nicht gutheißen.

Am Ende entschied sich der Rat mit acht zu fünf Stimmen für den Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans. Man darf gespannt sein, wie es im Baugenehmigungsverfahren weiter – und wann die Party am Malerwinkel dann abgeht.

Ursprünglicher Artikel vom 02. Juni 2016 mit der Überschrift: „Malerwinkel als Partyzone“

Seit Jahren wird die Bootshütte vor dem Hotel Malerwinkel illegal als Partyraum genutzt. Nachdem sich jüngst sogar Finanzminister Söder in die Angelegenheit einmischte, reichte Eigentümer Thomas Höss nun eine Nutzungsänderung beim Tegernseer Bauausschuss ein.

Die Bootshütte am Rottacher Malerwinkel ist ideal für Festlichkeiten - doch lange Zeit gab es einen Haken. (Bild: Hotel Malerwinkel)
In der Bootshütte am Malerwinkel werden immer wieder Feste gefeiert. (Bild: Hotel Malerwinkel)

Das Hotel Malerwinkel liegt zwar auf Rottacher Gemeindegrund, für die einstige Bootshütte aber ist Tegernsee zuständig. Denn die Hütte steht im Wasser und fällt damit in die Zuständigkeit des Stadtrats. Der musste sich schon mehrmals mit dem Fall beschäftigen, weil Hotelbetreiber Höss die Bootshütte seit Jahren für gastronomische Zwecke nutzt und sie auf Wunsch auch Gästen zum Feiern anbietet.

Weniger begeistert waren davon zunächst die Behörden, als ihnen ein Antrag zur Nutzungsänderung der Bootshütte zum Veranstaltungsraum auf den Tisch flatterte. Da dafür aber eine Änderung des Flächennutzungsplans nötig ist, befasste sich der Tegernseer Stadtrat wiederholt damit. Dabei zeigte sich, dass die zunehmende Nutzung von Bootshütten am Tegernsee ein heikles Thema ist und selbst Finanzminister Markus Söder (CSU) dabei mitmischt.

Bei der letzten Kreuther CSU-Klausurtagung wischte er eine ablehnende Stellungnahme seiner Seen- und Schlösserverwaltung vom Tisch, die hier mit der Gastro-Hütte einen Präzedenzfall sah. Zuvor hatte Parteifreund Christian Köck sich als Rottacher Bürgermeister bei Söder für eine Nutzungsänderung ausgesprochen und für die Hütte als Partyraum geworben. Mit Erfolg. Söder votierte für eine Nutzungsänderung, die auch Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) begrüßte. Kleine Feiern seien in der Hütte vertretbar.

Rat kritisert „Salamitaktik“

Trotz einiger Bedenken segnete sein Stadtrat im März einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans ab. Was nun fehlte, war der Antrag auf eine Baugenehmigung für die Nutzungsänderung, selbst wenn baulich nichts verändert wird. Die Größe des Veranstaltungsraums bleibt bei 41 Quadratmetern. Deutliche Kritik im Bauausschuss am Montag übte FWG-Fraktionssprecher Andreas Obermüller:

Wir sollen immer die Grätsche machen, obwohl die Seenverwaltung diese Nutzungsänderung ablehnte. Diese Salamitaktik muss ein Ende haben.

Auch der Einwand am Tisch, dass dafür die geforderten vier bis fünf  Stellplätze nicht vorhanden seien, verfing nicht besonders. Denn Hagn verwies darauf, dass das Hotel ausreichend viele Parkmöglichkeiten habe. Dies wird nun auch noch das Landratsamt Miesbach „bauordnungsrechtlich“ prüfen, so Bauamtsleiterin Bettina Koch, ob die Stellplätze nachweisbar sind.

Grundsätzlich stimmte der Bauausschuss mit fünf gegen zwei Stimmen dem Antrag des alteingesessenen Hoteliers Thomas Höß zu. Der bedankt sich beim Tegernseer Stadtrat, “dass er der Nutzungsänderung zugestimmt hat, da es nun möglich ist, auch im Bootshaus kleinere und exklusive Veranstaltungen durchzuführen”, wie Höß der Tegernseer Stimme mitteilt.

Noch aber gibt es den Vorbehalt, dass „zum einen der Stadtrat den Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes beschließt und das Landratsamt Miesbach die Änderung genehmigt“, so Koch. Am 7. Juni wird sich der Stadtrat abschließend damit befassen. Doch bei so viel Zuspruch von oben bis hin zum Heimatminister wird auch dies noch über die Bühne gehen, wie die Umwandlung zur Partyhütte bisher zeigte.


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