Der kleine, große Pizzatest
Mangiare al Mare ähhhh … Lago – Teil 3

von Robin Schenkewitz

Weiter geht es mit dem dritten Teil aus unserer oft gelesenen und teilweise kontrovers diskutierten Reihe: Pizzatest im Tal. Diesmal haben wir uns das Ristorante Trastevere in Tegernsee und das Bella Italia in Bad Wiessee für unseren Besuch ausgesucht.

Ristorante Bella Italia (Bild ganz oben)

Der Familienbetrieb in Bad Wiessee hat auf den ersten Blick viel mit dem Trastevere gemeinsam, besonders bei der Lage. Es liegt direkt an der Straße und die schon aus Tegernsee bekannten blauen Plastikstühle sind auch hier allgegenwärtig.

Wir nehmen draußen Platz und lassen uns die Karte bringen. Im Bella Italia sind die meisten Plätze auf einer Wiese aufgestellt und nicht auf einer festen Terrasse. Dafür gibt es als Pluspunkt eine familienfreundliche Kinderspielecke an der die Kleinen sich austoben können.

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Die Bedienung, die übrigens versucht fast nur italienisch zu reden, bringt die Getränke und weist uns zunächst freundlich auf das Tagesgericht hin, das heute „besonders gut“ sein soll. Leider keine Pizza.

Auf Nachfrage wird aber auch hier nachgeliefert. „Die Kunden in ihrem Alter entscheiden sich häufig für unsere Pizza Diavolo. Pikante“, erklärt sie uns. Dem wollen wir natürlich nicht nachstehen und nehmen die Pizza mit dem Teufelsnamen.

Belag zu dick und zu weich

Die Pizza kommt und sogar die zweite Bedienung vom anderen Ende des Lokals läuft vorbei und wünscht Guten Appetit. Dieser will sich jedoch zunächst nicht einstellen. Obwohl der Rand der Pizza durchaus knusprig und vorbildlich ist, ist der Boden eindeutig zu dick und vor allem zu weich.

Hier fehlte wohl ein wenig die Hitze im Ofen. Aber auch der Belag wird den Boden durchgeweicht haben. Viele Paprikaschnipsel, wenig sonst. Von Pikante ist auch wenig zu spüren.

Der Belag ist, zumindest in diesem Fall, tatsächlich nah an einer Katastrophe. Der Geschmack ist kaum auszumachen und darüber hinaus fehlt es an Gewürzen oder Kräutern, die das Ganze etwas abgerundet hätten.

Bei dem Preis liegt das Bella Italia im gesicherten Mittelfeld. Eine Margherita ab 6 Euro, der Rest kann bis zu 9 Euro teuer werden.

Fazit

Eine sehr freundliche Bedienung und eine Ambiente, das auf den zweiten Blick auch zu gefallen weiß. Besonders die Kinderecke ist hier hervorzuheben. Leider konnte die Pizza nicht höheren Ansprüchen genügen. Nach Rücksprache mit anderen Gästen haben wir uns dennoch dazu entschieden für den Belag zwei, anstatt der eigentlich fälligen einen Pizza zu vergeben.

Die Bewertung des Bella Italia auf unserer inoffiziellen „Pizza-Skala“:

Ambiente: 3 von 5 Pizzen
Bedienung: 5 von 5 Pizzen
Boden: 2 von 5 Pizzen
Belag: 2 von 5 Pizzen
Preis: 3 von 5 Pizzen

Ristorante Trastevere

Wir erreichen das Trastevere, ein Restaurant im Herzen von Tegernsee und entscheiden uns für einen Platz auf der Terrasse, unmittelbar an der Rosenstraße gelegen. Der Blick auf die vorbeifahrenden Autos stört nicht unbedingt. Dafür stört ein wenig, dass die Sitzgelegenheiten aus blauen Plastikstühlen bestehen. Diese sind zwar gemütlich, aber nicht unbedingt schön anzusehen.

Dennoch kann die Terrasse auch Pluspunkte sammeln. Olivenbäume verdecken einen Teil der Straße und ein blühender Oleander rankt sich an der Fassade entlang. Dazu vermittelt der in geschwungenen Lettern an der Fassade prangernde Schriftzug „Trastevere“ den Eindruck, als würde er das Gebäude schon ewig kennzeichnen.

Dies in Verbindung mit der Italienisch sprechenden Bedienung vermittelt auch mitten in Tegernsee einen mediterranen Charme.

Schnell und kompetent

Der Kellner kommt und wir bitten neben einer großen Flasche Wasser auch wieder nach Beratung bei der Pizza-Auswahl. Diese fällt schnell und kompetent aus:

„Grundsätzlich haben wir nur einige Pizzen auf der Karte, aber man kann sich auch noch einen alternativen Belag dazu bestellen. Die gängigste Pizza ist jedoch unsere Salami“, erklärt die Bedienung freundlich.

„Salami ist nie verkehrt“, denken wir uns und gehen auf den Vorschlag ein. Auch der Blick auf den Preis ist sehr erfreulich. Eine Margherita bekommt man schon für 4,90 Euro, während man für die anderen Pizzen nicht mehr als 6,70 Euro bezahlen muss. Neuer Tiefpreisrekord in unserem Test.

Abstriche beim Belag

Dies wirkt sich jedoch auch auf die Größe der Pizza aus. Diese ist die bisher Kleinste aller getesteten und findet auf dem Teller noch genug Platz. Der Boden ist dafür angenehm dünn und hat einen knusprigen Rand.

Beim Belag muss man jedoch Abstriche machen. Die Salami schmeckt zwar nicht schlecht, ist aber allgemein sehr sparsam vom Aroma. Sehr dominant ist der über der Pizza verstreute Oregano. Ob man das mag oder nicht, bleibt einem selbst überlassen. Dennoch überdeckt er damit den Geschmack der eigentlichen Hauptzutat.

Insgesamt ist die Pizza dennoch schmackhaft und macht auch trotz der geringen Größe angenehm satt.

Fazit

Eine gute Pizza und ein italienisches Ambiente mitten in Tegernsee. Die Bedienung ist freundlich und erfüllt gerne auch Sonderwünsche. Minuspunkte gibt es beim Belag.

Es folgt die Bewertung auf unserer inoffiziellen “Pizza-Skala”:

Ambiente: 3 von 5 Pizzen
Bedienung: 4 von 5 Pizzen
Boden: 4 von 5 Pizzen
Belag: 2 von 5 Pizzen
Preis: 5 von 5 Pizzen

Unser Pizza-Test geht nun zunächst einmal in die Sommerpause. Wohin es uns dann verschlägt, werdet ihr voraussichtlich im September erfahren.

Für Fragen, Wünsche, Anregungen und auch Kritik stehen weiterhin die Kommentarfunktion sowie die E-Mail Adresse pizzatest@tegernseerstimme zur Verfügung. Besonders freuen würden wir uns, wenn jemand eine gute Pizzeria in Kreuth empfehlen könnte. Schönen Sommer und Guten Appetit.

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