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Projekt in Tegernsee-Süd nimmt weitere Hürde

Marianowicz-Ausstieg kein K.O. für Klinik

Gestern Vormittag kamen noch Zweifel auf, ob das Klinik-Projekt in der Perronstraße weiterhin Bestand hat. Überraschend war der ursprüngliche Pächter – der Wiesseer Arzt Martin Marianowicz – abgesprungen. Am Abend aber hielten Investor und Tegernsees Stadtrat weiterhin an den Planungen fest.

Auf dem 1,5 Hektar großen Grundstück, das einst der UniCredit-Bank gehörte, wird die Klinik mit 121 Patientenzimmern und sieben Betriebswohnungen wie geplant entstehen – trotz Absprung des Wiesseer Arztes Martin Marianowicz aus dem Projekt.

Es war eine Parallelität der Ereignisse. Gestern Vormittag noch hatte der Jägerwinkel-Chef Marianowicz als Betreiber der geplanten Klinik in Tegernsee-Süd hingeschmissen. Am Abend stand die 121-Betten Klinik des Investors Klaus Dieter Burkhart dann auf der Tagesordnung des Stadtrats.

Dieser hatte den „vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 58 Sanatorium und Klinik Perronstraße 7 und 9“ von Burkhart zu genehmigen. Die aktuelle Entwicklung kam nur kurz zur Sprache. Peter Schiffmann (SPD) hatte auf „Medienberichte“ über den Absprung von Marianowicz hingewiesen. „Es ist nichts Neues“, so Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) darauf, „dass sich Investoren oder Vorhabenträger ändern. Das hatten wir auch schon auf dem Krankenhausgelände“.

Ein Name ändert sich, Projekt bleibt

Deshalb sei es Aufgabe der Verwaltung, die städtebaulichen Verträge so zu gestalten, dass sie unabhängig von Einzelpersonen funktionieren. „Hier jetzt schreiend durch die Flure zu laufen, weil sich ein Name ändert“, halte er nicht für angebracht. Es gebe schließlich strikte Durchführungsverträge, so übereinstimmend auch sein Vize Heino von Hammerstein (Bürgerliste).

An der Planung selbst ändere sich wenig, berichtete Bauamtsleiterin Bettina Koch. Auf dem 1,5 Hektar großen Grundstück, das einst die UniCredit-Bank gehörte, werden 121 Patientenzimmer und sieben Betriebswohnungen geplant. Etwas mehr Stellplätze gebe es inzwischen, als in der ursprünglichen Planung: 59 in zwei Tiefgaragen und 36 oberirdisch. Damit würden nun für Patienten und Mitarbeiter ausreichend viele Stellplätze zur Verfügung stehen.

Auch ein Nebengebäude sei noch hinzugekommen. „Die Dachneigung wird von der Gestaltungssatzung abweichen“, so Koch, „die Gauben und Quergiebel aber wurden bereits vom Stadtrat befürwortet“. Im Bebauungsplan werde als alleinige Nutzung ein Sondergebiet Sanatorium und Klinik festgesetzt. Zulässig seien außerdem sieben Wohnungen für Betriebsangehörige. Eine andere Nutzung der Wohnungen sei unzulässig.

Fledermäuse und Schallschutzgutachten

Probleme mache noch, so Koch, der geplante Pavillon an der Bundesstraße im Überschwemmungsgebiet. Mit dessen Bau dürfe erst begonnen werden, wenn Gutachter keine Einwände wegen des Artenschutzes bei den Fledermäusen hätten. Man sei sich aber noch nicht sicher, „ob in den Bäumen überhaupt Fledermäuse sind“, so Koch. Die Abstandsflächen zu den Nachbargrundstücken würden eingehalten werden. Außerdem seien wegen der Anwohner Schallschutzgutachten gemacht worden. „Diese bestätigen, dass das Vorhaben realisiert werden kann“, erklärte Koch.

Erschlossen werde das Grundstück von zwei Seiten. Eine Anfahrt erfolge wie bisher über die Perronstraße. Die Patienten aber würden in die Tiefgarage von der Bundesstraße aus einfahren. Hier müsse eine neue Zufahrt erschlossen werden. Eine Linksabbiegerspur werde aber nach der jetzigen Planung nicht benötigt.

Schaugerüst wird nicht ausgeschlossen

„Hier tut sich was, das finde ich grundsätzlich gut“, befand Andreas Obermüller (FWG). Es sei klar, dass bei über 10.000 Quadratmetern immer große Baukörper entstehen würden. Er plädierte aber für ein Schaugerüst mit einem Ortstermin, damit man nochmals Wand- und Firsthöhen nachvollziehen könne. „So etwas war immer sehr erhellend“, warb Obermüller. „Zu spät“, so Hagn kurz und knapp. Es sei jetzt schon ein großer Fortschritt zu den einstigen Planungen für das a-ja-Hotel, urteilte Peter Schiffmann (SPD).

„Natürlich aber sind es Gebäude, die man sehen wird. Trotzdem fügen sie sich harmonisch in diese Landschaft“. Er fand es gut, dass Teile der Grünflächen samt Teich erhalten bleiben. „Mit dieser Planung wurde Schlimmeres verhindert“. Hier gebe es auch eine Parallele zur Orthopädischen Klinik. Denn hier wie dort würden hochwertige Arbeitsplätze erhalten, beziehungsweise geschaffen werden. Dazu beitragen würden auch die Betriebswohnungen. Vielleicht könne man die Anregung mit dem Schaugerüst an den Investor Burkhart weitergeben.

Anschließend genehmigt der Stadtrat einstimmig den von der „Burkhart Bau- und Immobilienverwaltungs GmbH“ vorgelegten Bebauungsplan in der Fassung vom 21. März 2017. Er soll ohne Durchführung einer Umweltprüfung aufgestellt werden. Gleichwohl aber wird es noch eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben.

Ihr soll damit Gelegenheit gegeben werden, sich bereits frühzeitig über die Zwecke und Ziele der Planungen informieren und sich während der gegebenen Frist äußern zu können.

Außerdem seien die Behörden noch einzubinden. Für Investor Burkhart ist es damit ein weiterer Etappensieg und für die Stadt nähert sich damit das Ende des lange währenden Kapitels Perronstraße.


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