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Paukenschlag in Tegernsee

Marianowicz steigt aus Klinik-Projekt aus

Während die Bauarbeiten für eine Klinik in der Tegernseer Perronstraße zügig vorangehen, steigt der Wiesseer Arzt Martin Marianowicz nun aus dem Projekt aus. Den Grund dafür hat er bei seiner heutigen Buchvorstellung genannt.

Der Abbruch des ehemaligen UniCredit-Erholungsheims in der Perronstraße ist weit fortgeschritten. Stattdessen sollen hier eine Klinik und ein Sanatorium entstehen.

Anfang November vergangenen Jahres, als das lang umstrittene Bauvorhaben im Tegernseer Stadtrat vorgestellt wurde, herrschte eitel Sonnenschein. Alle waren froh, dass nach der Pleite mit dem a-ja-Hotel nun etwas Vernünftiges auf die Beine gestellt werde.

Präsentiert wurde der Stadt ein dreiteiliges Gebäude-Ensemble. Vorgestellt hatten es der Investor Klaus Dieter Burkhart und – für den medizinischen Bereich – Martin Marianowicz, der in Bad Wiessee die Privatklinik Jägerwinkel leitet.

Geplant ist in Tegernsee ein mehrstöckiger Bau, in dem Burkhart selbst ein Sanatorium für seine Zelltherapie betreiben möchte. Für die zwei Klinikbauten hatte sich Marianowicz stark gemacht. Es sollte eine Akut-Klinik für Schmerztherapie und Psychosomatik werden.

Doch bei einer Pressekonferenz am heutigen Vormittag zur Präsentation seines Buches über Arthrose-Heilung ließ Marianowicz die Katze aus dem Sack:

Ich habe meine Mitarbeit bei dem Projekt Tegernsee-Süd beendet und mich zurückgezogen. Es gab einfach unüberbrückbare Differenzen hinsichtlich der medizinischen und betriebswirtschaftlichen Vorstellungen. Ich konzentriere mich wieder auf die Klinik Jägerwinkel.

Herr Burkhart kenne seine Entscheidung schon seit etwa zwei Monaten. Gestern habe er auch den Bürgermeister Johannes Hagn informiert, so Marianowicz, „damit er es nicht aus der Presse erfährt“. Seine Entscheidung sei gereift, seit das Projekt „sehr einvernehmlich und mit großer Unterstützung“ im Stadtrat vorgestellt wurde. „Seitdem ist die Zusammenarbeit für mich nicht mehr möglich“.

Auf die Frage, ob es auch um Kosten gehe, die das Projekt schwieriger für Marianowicz machen würden, sagte er nur: „Es ist eine Mischung aus Kosten und medizinischem Konzept, die für mich in dieser Kombination nicht durchführbar war. Die Vorstellungen des Investors und meine medizinischen Vorstellungen waren einfach nicht vereinbar“. Schon ab der Zustimmung des Stadtrates sei er nicht mehr richtig eingebunden gewesen.

Neuen Pächter verschweigt der Investor noch

Bestätigt wird dies durch Burkhart. „Herr Marianowicz war einer von mehreren Interessenten, die die Klinik pachten wollen. Es war eine reine wirtschaftliche Entscheidung von uns beiden. Ich hatte immer schon mehrere Interessenten für die Klinik. Bis Ende des Jahres war es so mit Marianowicz geplant, aber wir kamen nicht zueinander“. Einen neuen Klinikbetreiber wollte Burghart noch nicht nennen.

Bürgermeister Hagn nimmt es offenbar ganz entspannt: „Wer diese Klink dann wann betreibt, ist für die Stadt Tegernsee nicht erheblich. Es geht um ein Bauvorhaben, das wir nicht vom Investor abhängig machen“. Für ihn sei Burkhart der Ansprechpartner. „Und nur mit ihm führen wir das Vorhaben planungsrechtlich durch“.

Wen Burkhart dann mit ins Boot nehme, sei seine Sache. „Das Projekt hing ohnehin nicht ausschließlich an Herrn Marianowicz. Er war einer der möglichen Investoren, der daran Interesse hatte“, so Hagn. Heute steht das Thema wieder auf der Tagesordnung des Stadtrats. Dann geht es um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Sanatorium und Klinik Perronstraße“.


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