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Maximilian-Areal mit Supermarkt-Konzept: “Ein Schandfleck mit Zukunft”

Von Steffen Greschner

Ergänzung vom 7. Juli / 15:05 Uhr
Uns hat eine Leserstimme zum neuen Konzept des Maximilian erreicht, den wir hier gerne veröffentlichen wollen. Hans Jürgen Menge unterstützt die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal bei bestimmten Projekten.

Die Schutzgemeinschaft wiederrum vertritt den kulturellen Schutz des Tegernseer Tals und steht damit öfters den Interessen von Investoren und Gemeinden gegenüber.

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Leserstimme zum “Maximilian Areal: Ein Schandfleck mit Zukunft” von Hans-Jürgen Menge

Es ist zweifellos gut, dass endlich was weiter geht mit dem Maximilian in Gmund. Entscheidend ist aber, wie(!) es geschieht und was zum Schluss daraus entsteht.

Wir erinnern uns: Als der Bürgermeister und ein Großteil des Gemeinderats für den totalen Abriss eintraten, hat einzig Frau Wagner leidenschaftlich für den Erhalt gekämpft. Als der Bürgermeister eine direkte Investition der Gemeinde noch ablehnte, war sie dafür. Als dann der Bürgermeister doch eine Bürgerbeteiligung (Werkstatt) ins Leben rief und schließlich das Maximilian für die Gemeinde kaufte, zeigten sich vielleicht schon interessierte Investoren am Horizont.

Offensichtlich ging es dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit weiter mit der Abwägung der Interessenten und bei der Beurteilung eines Konzeptes und ersten Entwurfs. So konnte möglicherweise der Eindruck entstehen, dass man erst einmal Tatsachen schaffen wollte, um sie dann bereits in trockenen Tüchern den Bürgern vorzustellen.

Aus dem Gemeinderat war zu hören, dass man mit dieser Art von Vor-Entscheidung verhindern wollte, dass wieder einmal ein Investor wegen eventueller öffentlicher Einwände abspringt (Der Bürgermeister hofft jetzt “dass die Bürger der Gemeinde keine Prügel zwischen die Füße werfen”) Da werden aber nicht nur die Bürger unterschätzt (aus deren Kasse der Kauf ja finanziert wurde!), sondern auch der Investor: Ten Brinke ist absoluter Profi in seinem Fach und soll sein Wissen um Nahversorgungs-Projekte sogar in eine Extra Firma eingebracht haben, die damit überregional und systematisch Gemeinden ab 6.000 Einwohner anspricht. Er weiß also, was Sache ist. Er könnte aber auch baureif entwickelte Projekte anschließend an Investoren weiter verkaufen, weil er nicht überall selbst einsteigen kann. So wie jetzt angeblich in Schliersee.

Von Kennern der Branche ist auch zu hören, dass ten Brinke als Spezialist die Gesamt-Bebauung jeweils so optimiert, dass möglichst viel an verkauf- oder vermietbarer Fläche entsteht. So sind gegenüber dem ersten Bebauungsplan im aktuellen Konzept die Häuser nicht kleiner sondern eher größer geworden. Die ebenerdigen “Tiefgaragen” sparen erhebliche Kosten für Aushub, Verbau und Material sowie Auseinandersetzungen mit den Nachbarn. Die Bebauung muss dann halt entsprechend höher werden. Die Flächen zwischen den Häusern werden anscheinend mit durchgehendem Pflaster versiegelt. Der Biergarten muss sich direkt an der Straße durchsetzen. Für den Voll-Sortimenter, der höher im hinteren Gelände liegt, sind ein Aufzug und Rampen für den Zugang erforderlich. Wenn Wolfgang Rzehak diese Bauplanung also aus vollem Herzen lobt, ist das seine persönliche Sache (In den Gemeinderat und den Kreistag – seine Wahlwerbung “Ihr Landrat” – ist er als Grüner eingezogen, grüner ist er dabei nicht geworden, sagen Spötter..

Wir warten nun aufgeschlossen auf weitere, genauere Vorstellungen. Sicher ist: Ein zweiter Erhard-Platz sollte es nicht werden. Eher ein lebendiger, liebenswerter Orts-Mittelpunkt und weniger ein Nahversorgungs-Zentrum.

Ursprünglicher Artikel vom 29. Juni / 15:24 Uhr
Der Maximilian ist das Sorgenkind Gmunds. Einige nennen ihn sogar den Schandfleck des ganzen Tegernseer Tals. An der Zufahrt zum See, sichtbar für alle, die mit dem Auto anreisen und die Schönheiten unserer Region bewundern möchte, steht die Ruine des alten Gasthofs. Seit 30 Jahren ist nichts mehr passiert. Doch jetzt könnte es aufwärts gehen.

Der neue Maximilian: Ein Burger King wird es definitiv nicht.

Mit den Ergebnissen der Bürgerwerkstatt und somit den Wünschen der Bürger für die Nutzung “ihres” Maximilian hatte sich der Gmunder Gemeinderat auf die Suche nach Investoren gemacht. Diverse Gespräche wurden in den letzten 18 Monaten geführt. Doch aus den meisten Interessensbekundungen war laut Bürgermeister Georg von Preysing nichts konkreteres hervorgegangen.

Bis auf die Firma Ten Brinke. Die holländische Firmengruppe, im Landkreis bekannt durch die Umsetzung des Oberlandcenters oder den Arbeiten an der Schlierseer Seerose, kristallisierte sich schnell als Favorit der Gemeinde und gleichzeitig als einziger ernstzunehmender Interessent für die komplexen Arbeiten am Maximilian-Areal heraus.

Zwar seien die Verhandlungen laut Preysing derzeit noch in Gange. Auch ein abschließender Gemeinderatsbeschluß für die konkreten Planungen zum Maximilian stehe noch im Raum. Doch die Gemeinde wolle jetzt schon an die Öffentlichkeit gehen. “Auch auf die Gefahr hin, dass wir wieder Prügel zwischen die Beine geworfen bekommen.”

Und wie sieht das neue Maximilian-Areal nun aus?

Ein erstes Modell des Areals. Das linke Gebäde ist der Maximilian. Rechts etwas drüber das erste und weiter rechts etwas tiefer gelegen dann das zweite neue Gebäude.

Wer jedoch denkt dass der Bürgermeister resigniert vor “seinen” Bürgern zurückweicht, der liegt bei Georg von Preysing falsch. In einer Art Kommunikationsoffensive machte Preysing gestern klar, wie wichtig dem Gemeinderat (und ihm) die Wünsche der Bürger bei den Planungen waren.

Möglichst viel aus der Bürgerwerkstatt wollte man in das Konzept einfließen lassen. Alles mit dem obersten Ziel: ein relativ reibungsloser Planungsverlauf, ohne allzu große Bedenken der Bürger. Und die nahm der Bürgermeister auch gleich in die Pflicht:

Entgegegen meiner bisherigen Erfahrungen denke ich mal positiv. Und ich erhoffe mir, dass alle Gmunder Bürger mit uns zusammen an einem Strang ziehen.

Doch wie wird es aussehen: der neue Maximilian und das angrenzende, etwa 5.500 Quadratmeter große Areal?

Die Antwort ist nicht sehr leicht, da von der Gemeinde derzeit noch keine Pläne herausgegeben werden. Wir können das Konzept also nur beschreiben und es anhand der alten Planungen bzw. des Modells oberflächlich darstellen.

Auch wenn es sein kann, dass sich gerade das Konzept für den ehemaligen Gasthof in Bezug auf Hotel- oder genaue Gastronomienutzung noch signifikant ändert, wie der ausführende Architekt Florian Erhardt auf der gestrigen Gemeinderatssitzung klar machte.

Mögliche Bebauung des Areals. Der Bereich vor der Südseite des Maximilian (vier Bäume) soll zu einem Biergarten werden. Quelle: SMG

Ganz konkret soll der zukünftige Maximilian erhalten bleiben und eine Wirtschaft mit Biergarten einziehen. Möglich ist auch ein zusätzliches Hotel oder eine andere noch nicht näher definierte Übernachtungsmöglichkeit für eine überschaubare Zahl von Gästen. Eventuell zieht auch die Gmunder Tourist Info in das Gebäude.

Laut Erhardt werde der Maximilian auch zukünftig frei stehen. Damit und mit der gesamten Planung hätte man derzeit die Belange des Denkmalschutzes zu 100% erfüllt. Die ersten Gespräche im Rahmen einer “Behördenkonferenz” hätten gezeigt, dass die Planer auf dem richtigen Weg seien. “Alle Behörden würden dem bisherigen Plan so zustimmen.”

Die beiden neu-entstehenden Gebäude sollen etwas in den Hang gebaut werden. Für die Nutzung ist einerseits ein großer Vollsortimenter (kein Discounter!) auf einer Fläche von 1.140 Quadratmetern vorgesehen. Zusätzlich sind insgesamt 73 Tiefgaragen-Stellplätze geplant, die ebenerdig befahrbar sein sollen. Oberirdisch kommen nochmal 35 Plätze hinzu.

Damit werde – im Gegensatz zum Ludwig-Erhard-Platz – auch auf die Belange des Parkens ausreichend eingegangen.

Zukunft des Dorfladens und des Ludwig-Erhard-Platzes ungewiss

Andererseits werden im zweiten, etwas nach oben versetzten Gebäude neue Wohnungen entstehen. Wieviele und vor allem wie genau ist derzeit jedoch völlig offen.

Genauso offen, was im Falle der Ansiedelung eines Vollsortimenters mit dem Gmunder Dorfladen oder dem bisherigen Supermarkt unterhalb des Ludwig-Erhard-Platzes passieren soll. Doch darum ging es gestern zu Recht nicht. Wichtig und richtig war es das Konzept den anwesenden Bürgern vorzustellen.

Die Firma Ten Brinke – ebenfalls mit zwei Mitarbeitern anwesend – machte klar, dass gerade der Supermarkt als Anker und Frequenzbringer essentiell ist. Das Konzept siehe vor, dass auf dem Gelände wieder geschäftiges Treiben einziehen soll.

Und für Wolfgang Rzehak von den Grünen war die Kombination Supermarkt mit dem altehrwürdigen Maximilian, der wieder einer gastronomischen Nutzung zugeführt werde, das erfolgsversprechendste, was er in seiner bisherigen Laufbahn als Gemeinderat gesehen und gehört hat.

Das ist das erste Konzept, das Hand und Fuss hat. Mit dem kann der Maximilian überleben und damit hauchen wir vor allem dem Gmunder Zentrum wieder neues Leben ein.

Lage und Größe des gesamten Areals. Quelle: SMG

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