Medical Park „Am Kirschbaumhügel“ wird erweitert – Straßensituation erzürnt Anwohner

Von Steffen Greschner

Ergänzung vom 03. August / 09:28 Uhr
Die tendenziell problematische Planungssituation an der Wallbergstraße hat sich mittlerweile etwas entschärft. Gab es im letzten Oktober noch einige Unstimmigkeiten zwischen den Anwohnern und dem Medical Park, der die Maßnahmen auf eigene Kosten durchführen möchte, sind diese laut Verwaltung und Anlieger mittlerweile behoben.

Und nicht nur das. Auch die Planungen sind weiter vorangeschritten. Den aktuellsten Stand hatte der verantwortliche Architekt Josef Strohschneider zur letzten Wiesseer Gemeinderatssitzung mitgebracht.

Kernpunkt der Planung ist die Veränderung der Wallbergstraße. Diese soll so umgestaltet werden, dass nur noch ein Gehweg entsteht. Dafür wird die Breite der Straße unter anderem auf fünf Meter reduziert.

Wie Strohschneider betont ist die zukünftige Breite ausreichend, so dass auch Begegnungsverkehr zwischen LKW und PKW ohne Probleme stattfinden kann. Die vorgestellten Maßnahmen werden eventuell noch in diesem Jahr durchgeführt. Der Ausbau der Driessenstraße selber allerdings erst im nächsten Jahr.

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Der Grund für die umfangreichen Arbeiten an der Wallbergstraße wie auch der Driessenstraße: Im Zuge der Erweiterung zu einem Kardiologischen Zentrum will der Medical Park einen neuen Park entstehen lassen. Darüberhinaus wird ein Gebäude abgerissen, ein weiteres erweitert und die Zufahrtssituation verbessert.

Dafür ist die Firma bereit viel Geld zu investieren, worüber sich Bürgermeister Peter Höß bereits im vergangenen Jahr sehr erfreut gezeigt hatte:

Wir sollten froh sein, dass hier für die Zukunft investiert wird und wieder ein neuer touristischer und medizinischer Schwerpunkt entsteht. Und zwar an zentraler Lage.

Ursprünglicher Artikel vom 07. Oktober:
Eine der größten Herausforderungen bei größeren Bauprojekten liegt in der Kommunikation zwischen Bauherr und Betroffene. Dabei ist es unerheblich, ob der Bauherr eine Gemeinde oder ein privater Investor ist.

Immer wieder wird dabei vor allem eines klar: Man kann nicht nicht kommunizieren. Und vor allem nicht zuviel und nicht zu früh. Ob bei Straßenbaumaßnahmen wie in Rottach-Egern. Oder bei Erweiterungen an denkmalgeschützten Gebäuden wie am Gut Kaltenbrunn.

Ein neues Beispiel für eine potentiell problematische Verhandlungssituation zeichnet sich jetzt am Medical Park in Bad Wiessee ab. Direkt neben der Wandelhalle gelegen, ist das Areal „Am Kirschbaumhügel“ derzeit noch stark untergliedert und durch eine suboptimale Zufahrt über Wallberg- bzw. Driessenstraße gekennzeichnet.

Im Zuge der Erweiterung zu einem Kardiologischen Zentrum soll ein neuer Park entstehen. Darüberhinaus wird ein Gebäude abgerissen, ein weiteres erweitert und die Zufahrtssituation verbessert.

Dafür ist der Medical Park bereit einerseits viel Geld zu investieren. Andererseits möchte er die öffentliche Straße kaufen, da sich dann das Gelände leichter umbauen liese.

Über das Erste zeigt sich Bürgermeister Höß in der Gemeinderatssitzung erfreut:

Wir sollten froh sein, dass hier für die Zukunft investiert wird und hier wieder ein neuer touristischer und medizinischer Schwerpunkt entsteht. Und zwar an zentraler Lage.

Aber der zweite Punkt ist problematisch. So weißt die Gemeinderätin Versen auf den möglicherweise entscheidenden Knackpunkt hin:

Die beiden Anwohner müssen unbedingt mit einbezogen werden. Die Anlieger fühlen sich überfahren. Und das kann ich verstehen. Es ist immer schlecht, wenn die Besitzer und Anlieger nicht mitgenommen werden. Und das ist bisher nicht geschehen. Sowas macht man nicht. Vor allem nicht, wenn es zugesagt wurde.

Denn für die Anwohner stellt sich die Sachlage etwas anders dar, als für den Investor. Sie verlieren den direkten Zugang zu einer Gemeindestraße. Und das entwertet in Ihren Augen den Wert Ihres Grundstücks. Vor allem fragen Sie sich was passiert, wenn das Gelände in 10, 15 Jahren verkauft werden sollte. Das alles ist zwar vertraglich zu regeln. Nur ist die unklare Situation ein Nährboden für ungute Gefühle. Und ungute Gefühle sind bei Menschen generell nicht geeignet dafür Veränderungen positiv zu beeinflussen.

Vertreter des Medical Park, die ebenfalls bei der Sitzung anwesend waren, sehen das anders:

„Die Gespräche wurden bereits geführt. Und selbstverständlich ist das zeitnah passiert.“

Eine Anwohnerin meint dagegen:

„Die Gespräche sind erst nach der Entscheidung geführt worden. Wir wurden erst danach gefragt. Nicht davor.“

Wer Recht oder Unrecht hat, ist in der Situation natürlich nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass die Eigentümer ein Recht auf den Zugang zur Gemeindestraße haben. Dieses müssen Sie notariell beurkundet „aufgeben“. Aber aufgeben werden sie es nur wenn sie Überzeugt von der Maßnahme sind.

Die Wortmeldungen aus der Sitzung zeigen, dass die nötige Überzeugungsarbeit – zumindest bei diesem Thema – noch ein längerer Weg werden könnte. Denn so wie Helmut Köckeis, der Leiter der Bauverwaltung, am Ende anmerkt, ist man am Ende darauf „angewiesen das alles im gegenseitigen Einvernehmen zu regeln“.

Völlig unabhängig von der Straßensituation wurde der eigentliche Zweck des Tagesordnungspunktes, die Bebauungsplanänderung, einstimmig angenommen.


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