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Ehemaliges Ritter-Areal: Westbank-Ort soll belebt werden - mit Beton, Drogerie und Supermarkt

Mega-Bauprojekt im Wiesseer Ortskern

Von Martin Calsow

Das Grühn-Areal beschäftigt die Gemeinde Bad Wiessee seit Jahren. Das Gebiet um das einstige Hotel Ritter lag lange brach. Letztes Jahr aber kam die Lösung in Person eines Irschenberger Bauunternehmers: Marcel Dittrich. Der erwarb das Gelände und entwickelte zügig einen Bebauungsplan. Der wurde nun im Gemeinderat vorgestellt. Alle fanden es gut – fast.

Auf dem Gelände des Hotel Ritter soll bald etwas Großes entstehen. / Quelle: Nina Häußinger

Das wird ein Riesending: Zwischen Ludwig-Thoma-Straße im Westen und Münchner Straße im Osten soll eine fast 8.000 Quadratmeter umfassende Bebauung mit Supermärkten, Drogerie-Geschäft, Miet- und Ferienwohnungen entstehen. Nahezu euphorisch wurde das Projekt am Dienstag in der letzten Sitzung vor der Sommerpause von der Verwaltung und den Wiesseer Gemeinderäten vorgestellt. Hier die Fakten:

Zwei Häuser sind für den Fremdenverkehr gedacht, in drei Häusern sollen bis zu 40 Wohnungen zwischen 45 und 80 Quadratmetern entstehen. Hinzu kommt eine umfangreiche Gewerbefläche. Der Gemeinde war wichtig, dass sie ein Belegungsrecht von mindestens 20 Prozent der Wohnungen z.B. für ihr Kommunalunternehmen bekommt.

Dazu gibt es eine zweigeschossige Tiefgarage mit bis zu 400 Stellplätzen, was sich, wie Bauamtsleiter Anton Bammer betonte, der Gemeinderat ausdrücklich in der Vorplanung wünschte. Und genau hier hakte Johannes von Miller (Grüne) nach. Er begrüße das Projekt ausdrücklich, stieße sich aber an der Dimension der Tiefgarage, “dort sei Wasser schon immer ein Problem gewesen”, andere Baugruben in der Nähe seien vollgelaufen. “Wie soll das erst jetzt im Lichte der aktuellen Flutkrisen denn werden?“, monierte er und setzte damit ein deutliches Gewicht zu den vorherigen nahezu euphorischen Bemerkungen des CSU-Fraktionschefs Florian Sareiter.

Der hatte in seinem Wortbeitrag von einem “denkwürdigen, einem guten Tag für Bad Wiessee” gesprochen und damit seine Freude über neue Einkaufsmöglichkeiten zum Ausdruck gebracht. Das belebe den Ortskern, was auch Bürgermeister Robert Kühn, vor seinem Amtsantritt als Einzelhändler auf Laufkundschaft angewiesen, so sah.

Grundwasserproblematik im Ortskern

Entwickler und Besitzer Marcel Dittrich stand dann dem Gremium auch Rede und Antwort, versprach “äußerste Transparenz” beim Bau. “Wir sind uns der Grundwasserproblematik bewusst, werden die Ströme über ein Kiesbett unterhalb der Tiefgarage zum See leiten”, erklärte er. Und damit der ökologische Gedanke nicht zu kurz kam, erklärte Dittrich, dass zudem Photovoltaikanlagen auf dem Dach und Pelletheizungen im Keller geplant seien.

Tatsächlich wurde an dieser Stelle deutlich, dass Dittrich bei aller nachvollziehbaren Geschäftstätigkeit mit diesem Projekt den Wünschen der Gemeinde sehr entgegenkam, nicht jeden Zipfel des Grundstücks profitseitig auspressen wolle. Das kennt man von anderen Bauträgern, die mit viel Heimat-Marketinggeklingel auftrumpfen, auch anders. Sicher war das auch ein Grund, warum parteiübergreifend das Projekt so angenommen wurde.

Freies Parken für Einkauf in Wiessee

Zu den möglichen Mietern im Gewerbebereich konnte Dittrich von Gesprächen mit nahezu allen großen Discountern berichten, eine Apotheke und Arztpraxen könnten hinzukommen. Er schaffe, so Dittrich, einen Ortskern im Ortskern. Auch deswegen sei die Tiefgarage auch für jene für zwei Stunden kostenlos, die nicht in den dortigen Geschäften einkauften – auch am Wochenende. Die Gemeinde hat zudem, so freute sich Bürgermeister Kühn, auch einen Zugriff auf Stellplätze, die von Hausbesitzern bei der Gemeinde in einem Ausgleichsverfahren angemietet werden könnten, was kleinere Tiefgaragen dann obsolet mache.

Florian Sareiter war es wichtig, dass es möglichst bald losgehe. Bauherr Dittrich sprach von einem Baubeginn im letzten Viertel des nächsten Jahres und einer Fertigstellung 2025. Am Ende wurde der Bebauungsplan mit 18 zu 3 Stimmen angenommen.


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