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Tegernseer Fahrgäste profitieren nur bedingt

Mehr Abendzüge bei der BOB

Von Robin Schenkewitz

Seit Monaten schon müssen die Fahrgäste der BOB am Abend in Holzkirchen umsteigen. Insbesondere dem Fahrgastbeirat war das ein Dorn im Auge.

Um bei den Kunden Wiedergutmachung zu leisten, will die BOB aus eigenen Mitteln diesen Missstand beheben. Die Tegernseer Fahrgäste profitieren allerdings nur wenig von der Regelung.

Pannen, verspätete Züge und Ausfälle . Die Fahrgäste der BOB haben es nicht immer leicht.
Die Tegernseer Fahrgäste profitieren nur wenig von der neuen Regelung.

Wer am Abend zwischen München und Tegernsee pendelt, der muss in Holzkirchen umsteigen. Ab dort fährt nur noch ein Zugteil weiter, die anderen bleiben zurück. Hintergrund ist eine Forderung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Diese hatte mehr Zugkilometer in Stoßzeiten gefordert, wollte dafür aber keine höheren Beiträge bezahlen müssen. Daher musste bei einigen Zügen in der Nacht gespart werden.

BOB zahlt Leistungen selbst

Doch die Fahrgäste gingen auf die Barrikaden. Insbesondere der Fahrgastbeirat prangert diesen Missstand seit Monaten an. Jetzt hat die BOB reagiert und will ab dem 14. Dezember die Umsteigesituation verbessern. Da sie diese Leistung aber auch weiterhin nicht von der BEG bezahlt bekommt, muss die BOB dafür in die eigene Tasche greifen. Und zwar für die kommenden zehn Jahre.

„Die Finanzierung ist für mich als Netzmanager schon eine Herausforderung“ bekennt Arno Beugel von der BOB. Aus Sicht von BOB-Chef Kai Müller-Eberstein soll dies eine Geste der Wiedergutmachung sein für die Versäumnisse insbesondere in den ersten Monaten dieses Jahres. Zukünftig wird die BOB also mit zwei Zügen von München aus losfahren. Damit soll auch das Platzproblem entschärft werden. „Wenn in München beispielsweise eine Theaterveranstaltung ist, ist der Zug bisher schon sehr voll“, weiß Eberstein.

Passagiere ins Tal müssen weiter umsteigen

Das Umsteigen entfällt allerdings nur für die Fahrgäste in Richtung Bayrischzell und Lenggries. Reisende in Richtung Tegernsee müssen zukünftig in Schaftlach umsteigen. Damit entfällt für sie lediglich das teilweise verwirrende Umsteigen in Holzkirchen, wo man an bestimmten Tagen das Gleis wechseln muss.

Der Grund dafür, dass die Tegernseer Gäste nicht den selben Komfort wie die anderen Reisenden erfahren, sei laut Eberstein die Finanzierung. „Ein dritter Zug wäre nicht verhältnismäßig“, glaubt der BOB-Chef.

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