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Ein Neujahrsempfang der anderen Art

Mehr Fragen als Antworten in Tegernsee

Beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt im Café Kreutzkamm empfahl Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) das direkte Gespräch untereinander. Die Fragen dazu lieferte er selbst.

Zahlreiche Gäste aus der Gesellschaft und den Vereinen folgten Hagns Einladung in das Café Kreutzkamm. / Fotos Klaus Wiendl

Es war wie immer eine illustre Gästeschar, die sich am Freitagabend zum Stehempfang einfand. Herzogin Anna in Bayern folgte Hagns Einladung ebenso wie sein Vorgänger auf dem Rathausstuhl, Firmenchefs, Hoteliers, Bauherren, Stadträte und engagierte Vereinsmitglieder. Doch es sollte „keine Bürgerversammlung light“ werden, wie Hagn betonte. Sein Anliegen war es, verdiente Mitarbeiter der Stadt „in den Fokus“ zu stellen. Vor allem der Feuerwehr galt sein „herzliches vergelt‘s Gott“. Denn die „Freiwilligen“ seien in diesen Tagen ständig unterwegs. Ohne sie wären „wir aufgeschmissen“. (Applaus)

Geschäftsleiter Hans Staudacher habe sich die vier Adventswochenenden in seiner Freizeit unentwegt am Schlossmarkt umgesehen und alles geregelt, was nicht funktionierte. Hagn gab die Fragen an Staudacher vor: „Sind die vier Wochen Adventsmärkte sinnvoll, was macht die Stadt mit ihrem eigenen Wald, wie ist der Sachstand des Tegernseer Modells mit den Eigentumswohnungen für Familien im Quartier Tegernsee, lag es wie Blei in den Regalen oder führte es, wie gehofft, zu einer großen Nachfrage und wann bekommt der Sitzungssaal endlich eine Mikrofonanlage?“

„Was macht eigentlich die eigene Müllabfuhr?“

Fragen über Fragen, auch an den Bauhof. War es ein Schneechaos oder ein ganz normaler Winter? Warum werde der Schnee bei der Räumung immer vor Einfahrten geschoben? Warum hat der Budenabbau am Schlossmarkt so lange dauert? Warum liegen die Christbäume trotz des Katastrophenfalls immer noch am Straßenrand, haben wir überhaupt eine eigene Müllabfuhr? Helga Hobmeiers Einsatz im Festivalbüro für die Wissenschaftstage gehe weit über das bezahlte und normale Maß hinaus. (Applaus) Sie trage die Bürgermedaille zurecht. „Warum sind die Wissenschaftstage so erfolgreich, da sie immer ausverkauft sind?“

Ähnlich erfolgreich sei auch die Tegernseer Woche, „die schon seit 40 Jahren erfolgreich laufe“. Diese und das Bergfilmfestival werden von Birgit Halmbacher organisiert. Für beide Veranstaltungen würden die Hoteliers Andreas Greither, Sven Scheerbarth und Alexander Sego „immer sehr kurzfristig Zimmer zur Verfügung stellen“. Hagns Dank galt auch den Sponsoren, beispielsweise der BOB, die trotzdem ihr Fett abbekam. Deren neuer Geschäftsführer Veit Bodenschatz habe „im Katastrophenfall auch gleich richtig losgelegt. Was ist los mit der DB-Netz?“

Eine Reform erlebe derzeit die VHS, in deren Arbeitsgruppe auch Hagn ist. „Es wird sie auf Dauer in dieser Form nicht geben können, weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben“. Es gehe dabei ums Geld und Organisationsfragen. Bei Christian Kausch könne man erfragen, wie es mit dem neuen Beirat bei der TTT (Tegernseer Tal Tourismus GmbH) laufe. „Da haben wir öffentlich noch gar nichts gehört. Zeit wird’s.“

Oberste Priorität: der Brandschutz

Zu aktuellen Themen, was Tegernsee sonst noch bewege, könne auch Wilhelm Sigel kurz vor seiner Pensionierung als Wiesseer Polizeichef noch Auskunft geben. „Ein kleines Resümee, lieber Willy, hat uns der Schnee aus Sicht der Polizei stark behindert?“ Für die neue Postfiliale in Tegernsee habe sich der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan auf Bundesebene „wirklich reingehängt“. Denn die Postbank gehöre nicht der Post, sondern der Deutschen Bank. Bei beiden Unternehmen habe Radwan angeschoben, damit es zu einer Kooperation mit der Gmunder Raiffeisenbank komme.

Ebenso aktuell seien die Auswirkungen des Brandschutzes auf die Konzerte in der Schlosskirche, deren Veranstalter die Stadt sei. „Wir wollen sie in irgendeiner Art retten“. Seit den Katastrophen in Bad Reichenhall (Einsturz der Eissporthalle) und Schneizlreuth (Brand) würde man keinen Kommunalpolitiker mehr finden, der die Verantwortung übernimmt und sich über den Brandschutz hinwegsetze. „Das nehmen wir sehr ernst“.

Stammgäste beim Neujahrsempfang: Herzogin Anna in Bayern und ihr Mann Andreas von Maltzan.

Mit Ausblick auf die sportlichen Termine nannte Hagn eine Weltmeisterschaft, die im Yachtclub in der Tempest-Klasse ausgetragen werde. „Das ist für die Stadt was ganz Besonderes“. Für die Schützen gebe es nun auch die Baugenehmigung für ihren neuen Schießstand. Damit könne jetzt auch der Wanderparkplatz dort errichtet werden. Ein besonderes Jubiläum könne Tegernsee in diesem Jahr feiern: 70 Jahre Kunstausstellung. Näheres dazu könne man bei Eva Knevels erfragen.

Abschließend wünschte Hagn der versammelten Runde Gesundheit und vor allem Glück. Denn seine Frau sage immer: „Gesund waren sie auf der Titanic, aber Glück hatten sie keines“.


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