Mehr Kinder sollen profitieren

Seit einigen Monaten schon läuft die sportmedizinische Untersuchung beim TUS Holzkirchen. Und kann mittlerweile schon erste Erfolge vorweisen. Daher soll das Projekt nun zeitnah ausgeweitet werden. „Es wäre schön, wenn das Modell Holzkirchen Schule machen würde.“

Univ. Prof. Dr. Jürgen Schlegel und Andreas Schmidtpeter wollen die sportmedizinischen Untersuchungen ausweiten.
Univ. Prof. Dr. Jürgen Schlegel und Andreas Schmidtpeter wollen die sportmedizinischen Untersuchungen ausweiten.

Zusammen mit der TU München führt der TUS Holzkirchen derzeit sportmedizinische Untersuchungen bei seinen Jugendfußballmannschaften durch. In verschiedenen sogenannten Sprechstunden werden die Kinder dabei auf ihre Sporttauglichkeit überprüft.

Ziel dieser Untersuchungen soll es in erster Linie sein, Herzkreislauferkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dadurch sollen Vorfälle wie etwa bei dem 23-jährigen holländischen Fußballer Evander Sno vermieden werden, der 2010 mitten auf dem Fußballplatz zusammensackte und erst nach vier Versuchen wiederbelebt werden konnte.

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Zwei Kinder näher untersucht

Zwar treten solche Extremfälle nur selten ein, doch Univ. Prof. Dr. Jürgen Schlegel erklärt, dass sie dennoch häufiger vorkommen als öffentlich bekannt wird. Schließlich erlangen nur die Fälle im Spitzensport internationale Bekanntheit. Hochgerechnet auf den Breitensport sei die Zahl um einiges höher.

Daher sei es für alle Kinder im Jugendbereich sinnvoll, sich untersuchen zu lassen. Die Resonanz bei den Eltern sei bisher allerdings geteilt. Es fühlten sich eher diejenigen angesprochen, deren Kinder in den leistungsorientierten Mannschaften untergebracht sind. „Aber ein Herzfehler sucht sich ja nicht aus, in welchem Körper er vorkommt“, sagt Schlegel.

Beim TUS hat sich die Untersuchung bereits gelohnt. Bei zwei Kindern seien Auffälligkeiten entdeckt worden, berichtet Schlegel. Allerdings zeigte sich bei der weiteren Untersuchung, dass es keine schwerwiegenden Fälle waren. Doch das heiße nicht, dass die Untersuchungen erfolglos verliefen. „Ich kann als vierfacher Vater sagen: Es ist ein gutes Gefühl, wenn man weiß, es ist alles in Ordnung“, meint der 1. Vorstand des TUS, Andreas Schmidtpeter.

Projekt wird ausgeweitet

Auch von den Kinderärzten in Holzkirchen wird das Programm positiv angenommen. Daher soll das Programm nun innerhalb des TUS ausgeweitet werden und auch die anderen Abteilungen wie Turnen oder Basketball miteinbezogen werden.

Aus Forschungssicht würde sich Schlegel wünschen, dass das Projekt auch in anderen Vereinen oder Orten fortgeführt wird. Schließlich könne man so nicht nur den Kindern selbst helfen, sondern auch mehr darüber erfahren, wie solche Erkrankungen entstehen. Und damit eventuell Leben retten. „Es wäre schön, wenn das Modell Holzkirchen Schule machen könnte“, so Schlegel.

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