Wie sicher ist die Lage am See?

Mehr Straftaten im Tegernseer Tal

Wie kriminell geht es rund um den Tegernsee zu? Dieser Frage wurde gestern in einem Sicherheitsgespräch zwischen der Polizeiinspektion Bad Wiessee und den Bürgermeistern der Talgemeinden nachgegangen. Die steigenden Kriminalitätszahlen werden dabei von der Polizei relativiert.

Insbesondere wegen Drogen ist die Jugendkriminalität im vergangenen Jahr gestiegen.
Insbesondere die Drogendelikte sind im vergangenen Jahr deutlich angestiegen.

In der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2017 werden talweit insgesamt 1.152 Straftaten aufgeführt – das sind 187 Fälle und damit 19,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Etwas angestiegen ist dabei die polizeiliche Aufklärungsquote der Straftaten. Diese liegt bei nun 65,5 Prozent.

Die meisten Straftaten wurden, wie bereits in den Vorjahren, in Rottach-Egern registriert. Hier ist die Entwicklung steigend: Während 2014 noch 249 Straftaten in Rottach erfasst wurden, waren es 2017 schon 337. Dass es auch in Kreuth deutlich mehr Straftaten als in den vergangenen Jahren gab, mag, so Wiessees Polizeichef Wilhem Sigel, “auf den ersten Blick beunruhigend wirken, sieht man jedoch die einzelnen Fälle hinter den Zahlen, relativiert sich das Ganze.”

So sind in der Steigerung um 87 Fälle alleine schon 35 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 27 Fälle der vorsätzlichen Körperverletzung und 48 Fälle von Sachbeschädigungen enthalten. Dabei betonen die Polizisten in ihrem Bericht:

Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich das Nachtleben, besonders in Verbindung mit Sommerfesten rund um den See, in den Nachtlokalen in Rottach-Egern abspielt.

Dabei sind vor allem die Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz stark angestiegen. So wurden talweit durch die zivile Fahndung 98 Verstöße – und damit 40 mehr als noch in 2016 – festgestellt. Der Anstieg auf das Niveau von vor zwei Jahren sei, so der Bericht, darauf zurückzuführen, dass “die stark auf Eigeninitiative beruhende Arbeit der Zivilfahnder wieder intensiviert werden konnte.”

Mehr Sachbeschädigungen

Wichtig ist für alle Zahlen: In der Polizeistatistik finden sich nur diejenigen Delikte wieder, in denen die Polizei auch ermittelt hat. Somit ist eine Statistik zwar ein sehr guter Indikator – allerdings sollte man Aussagen über die tatsächliche Kriminalität mit Vorsicht genießen, weil sich die Dunkelziffer nicht statistisch erfassen lässt.

Morde, Totschläge und fahrlässige Tötungen hat es nicht gegeben. Und auch die Zahl der Körperverletzungen ist auf dem Niveau von 2016 geblieben. Bei dem Großteil der Delikte handelte es sich um einfache oder leichte Körperverletzungen. Angestiegen sind allerdings die Sachbeschädigungen von 113 in 2016 auf 174 in 2017. Das Problem beschränkt sich hier vorwiegend auf Rottach-Egern und Kreuth. Es habe hier alleine 33 Sachbeschädigungen durch Graffiti gegeben. Eine Serientat, die bereits Anfang 2017 aufgeklärt werden konnte.

Polizei deckt 11 Wohnungseinbrüche auf

Ebenfalls steigend sind Eigentumsdelikte. Hier ging es um 42 auf 298 Taten nach oben. Im Fokus der Diebe seien hier vor allem hochwertige Fahrräder. Dabei ist die Zahl der Wohnungseinbrüche konstant geblieben. Einen positiven Aspekt aus polizeilicher Sicht listet der Bericht auch auf: Im Herbst 2017 konnten elf Einbrüche geklärt werden. Sechs Taten, überwiegend Ladeneinbrüche, wurden von einem 20-Jährigen aus dem Tegernseer Tal begangen oder veranlasst.

Er befindet sich mittlerweile in Haft. Die Ermittlungen dauern an, da er für weitere Straftaten in den Bereichen Rauschgiftkriminalität, Diebstahl und Sachbeschädigungen in Betracht kommt. Auch seine Mittäter sind mittlerweile bekannt.

Eine Anmerkung zum Schluss: die Presse muss sich bei ihrer jährlichen Berichterstattung zur talweiten Sicherheitslage auf eine Meldung verlassen, die von der Polizei versendet wurde – das Sicherheitsgespräch selbst findet nur zwischen der Polizei und den Tal-Bürgermeistern statt. Die Öffentlichkeit ist dabei nicht zugelassen.


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