Alte, lokale Streuobstsorten sollen erhalten werden

Miesbach sucht den Super-Baum

Von Nadja Weber

Apfel ist nicht gleich Apfel. Süß, sauer, grün, rot, saftig oder eher mehlig. Es gibt viele Sorten, für jeden Geschmack. Das Landratsamt Miesbach sucht jetzt einzigartige und alte Apfel- und Birnensorten. Denn diese drohen, verloren zu gehen.

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Alte und lokale Obstsorten im bayerischen Alpenvorland sollen erhalten bleiben. Dieses Ziel setzt sich der Landkreis Miesbach und will im Rahmen eines Obstsortenkartierungsprogramms dazu beitragen, die Artenvielfalt zu sichern. Ein Sprecher des Landratsamtes Miesbach weiß:

Wir haben hier im Umkreis Miesbach eher weniger typische Streuobstwiesen, sondern viele bäuerliche Obstgärten mit alten Beständen. Diese sind wichtig, um die bayerische Kulturlandschaft zu erhalten.

Bei der Suche nach alten Streuobstbäumen sind alle Bürger aufgerufen, mitzuhelfen. In der Region gibt es in den bäuerlichen Obstgärten noch viele dieser alten Bäume. Vor allem Obstbäume, die noch vor 1960 gepflanzt wurden, tragen sehr vielfältige Sorten. Damals gab es noch die passenden Apfel- und Birnensorten, egal ob für das Entsaften, Backen, Schnapsen oder Mosten.

Eva Bichler-Öttl, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, erklärt: „Von sofortiger Genussreife bis hin zur Lagerung weit in das nächste Jahr hinein war alles dabei.“ Die damals gepflanzten Obstbäume haben mit 80 bis 100 Jahren jetzt ihre Altersgrenze erreicht. Selbst bei guter Pflege fallen die Sorten nach und nach aus.

Bäumchen wechsel dich

Wenn Äste aus den Kronen brechen und die Bäume keine Früchte mehr tragen, ist ihr Ende gekommen. Sie werden durch junge Obstbäume ersetzt. Bei neu gepflanzten Arten wird oftmals auf handelsübliche Obstsorten zurückgegriffen. Dadurch geraten die alten, seltenen Obstsorten immer mehr in Vergessenheit.

Im Rahmen des Kartierungsprojekts sollen im Herbst Fruchtproben entnommen und von Fachleuten bestimmt werden. Damit besonders seltene Sorten nicht verloren gehen, sollen mit Zustimmung der Eigentümer später Reiser zur Vermehrung geschnitten und wieder Jungbäume herangezogen werden. Die geplante Obstsortenkartierung ist ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Kulturlandschaft und soll einen Beitrag zum bayerischen Biodiversitätsprogramm 2030 leisten.

Besitzer von Obstwiesen mit alten Apfel- und Birnbäumen, die schätzungsweise älter als 50 Jahre sind, sind aufgerufen, sich bis zum 8. Mai an die Kreisfachberaterin Eva Bichler-Öttl (Tel.: 08025/704-3326, E-Mail: eva-maria.bichler-oettl@lra-mb.bayern.de) zu wenden. Auch Hinweise auf seltene oder unbekannte Baumarten nimmt das Landratsamt gerne entgegen.


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