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Rottacher soll Anleger um 100 Millionen Euro geprellt haben

Das System Daniel U.

Rennfahren war das Hobby von Daniel Uckermann. Er schaffte sogar den Gesamtsieg der sogenannten GT4-Serie. Doch bei seinen Geschäften schoss er offenbar über das Ziel hinaus. Der Rottacher hat womöglich tausende Anleger um ihr Vermögen gebracht. Von 100 Millionen Euro ist die Rede. Jetzt ist er auf der Flucht.

Daniel Uckermann ist amtierender Champion der GT4.
Daniel Uckermann ist amtierender Champion der GT4-Serie.

Uckermann, der schnelle Daniel, macht seinem Namen alle Ehre. Er ist schnell. So schnell, dass er jetzt das Weite gesucht haben soll. Denn er ist auf der Flucht vor Gläubigern. Daniel Uckermann hat gutgläubige Anleger mit einem Schneeballsystem über den Tisch gezogen. Teilweise sollen sie ihm bis zu 200.000 Euro anvertraut haben, meldete der Merkur am vergangenen Freitag. Doch auch vor seinen Geschäftspartnern soll sich der Rennfahrer aus dem Staub gemacht haben. Er schuldet ihnen offenbar hohe Geldsummen.

Den Anlegern hat er das Blaue vom Himmel versprochen. Von drei Prozent Rendite im Monat berichtet der Münchner Rechtsanwalt und Steuerberater Rudolf L. Müller. Das wären mit Zinseszins mehr als 42 Prozent im Jahr. Hunderte, möglicherweise auch Tausende Anlagewillige griffen hoffnungsvoll zu. Manche investierten 2.000 Euro, im Durchschnitt geht es offenbar um Summen in Höhe von rund 50.000 Euro. Der Schaden, den Uckermann angerichtet haben soll, kann bisher nur geschätzt werden. Die Rede ist von 100 Millionen Euro, oder auch mehr.

Trotz Warnsignalen: Anleger griffen zu

Uckermann lockte mit Edelmetallen, Finanzinstrumenten, oder „Nachrang-Darlehen“. Das bedeutet: Die Anleger legten ihr Geld nicht an. Sie liehen es Uckermanns „Premium Safe Ltd. & Co. Verwaltungs KG“. Das Ltd. steht für Limited, die britische Form der GmbH. Mit dem Vorteil für den Firmeneigner, dass kein Mindestkapital erforderlich ist. Für Gläubiger ein Nachteil, weil im Fall einer Pleite nicht viel zu holen ist. Eigentlich ein Alarmsignal.

Doch die Anleger schreckte das nicht ab. Denjenigen, die Geld sehen wollten, wurde das Ersparte und die Erträge auch ausgezahlt. Das brachte Vertrauen. Viele Anleger wollten die Möglichkeit eines möglichen Totalverlustes nicht wahrhaben, der im Prospekt eingeräumt wurde. Anwalt Müller spricht von einem „klassischen Schneeballsystem“. Das gehe nur so lange gut, solange Geld neu dazukommt, damit Auszahlungswünsche befriedigt werden können.

Seit einigen Monaten aber klappte das System nicht mehr. Die Anleger sahen nichts mehr von ihrem Geld. Noch ist nicht geklärt, wohin das Geld geflossen ist. Klar ist nur so viel: Daniel Uckermann lebte auf großem Fuß. Richtig Geld verschlang sein Rennsport-Hobby. Vertraute berichten zudem von Uckermanns großem Fuhrpark, in dem von Lamborgini bis Maserati nur die teuersten Marken zu finden waren. Sogar einen Diplomatenpass aus dem Kongo soll sich der Rottacher besorgen haben lassen.

Daniel Uckermann in seinem Lamborghini vor seinem Haus in der Georg-Hirth-Straße.
Daniel Uckermann in seinem Lamborghini vor seinem Haus in der Georg-Hirth-Straße.

In den vergangenen Monaten stellte Uckermann dann aber auch die Zahlungen an Geschäftspartner ein. Mehreren Unternehmen soll er mittlerweile hohe fünfstellige Summen schulden. Seit Ende August ist der 33-Jährige untergetaucht. Die geprellten Partner und Anleger erstatteten Anzeige bei der Polizei. Uckermann hatte auch die Firmenkonten abgeräumt. Plötzlich fehlte eine sechsstellige Summe.

Das Geld ist inzwischen außer Reichweite der deutschen Justiz. Denn als Anfang vergangener Woche Ermittler die Wohn- und Geschäftsräume des Finanzvermittlers durchsuchten, war er mit Frau und Kind untergetaucht. Ihn zu finden dürfte schwierig werden, da er für die Ermittler kaum mehr zu orten ist. Sein Handy soll er nämlich weggeworfen haben. Einer Strafe wird Uckermann damit wohl kaum entgehen. Hinweise über seinen Aufenthaltsort nimmt aber die Polizei entgegen.


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