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"CityAirbus" vorgestellt

Mit dem Flugtaxi ins Tal?

Gestern wurde der neue “CityAirbus” vorgestellt. Bisher durfte ins Tal nur Airbus-Chef Tom Enders mit dem Heli fliegen. Ermöglicht das neue “Flugtaxi” das auch bald anderen? Lassen Sie uns für einen Moment in die Zukunft schauen.

Ein Flugtaxi – die Lösung für das Verkehrsproblem im Tegernseer Tal? Rechts: Der CityAirbus / Foto: Airbus

Einmal mit dem Hubschrauber über den Tegernsee fliegen – ein Traum für viele. Doch nur die allerwenigsten haben dieses Privileg. Einer von ihnen: Airbus-Chef Thomas Enders. In den vergangenen Jahren war er mehrmals vom Tegernsee aus per Helikopter zur Arbeit geflogen.

Wie Airbus-Unternehmenssprecher Daniel Werdung im Juni 2016 erklärte, immer nur aufgrund von „wichtigen und zeitkritischen Ereignissen“. In „Notfällen“ landete Enders mit seiner Maschine auch schonmal direkt auf seinem Grundstück oberhalb von Tegernsee.

CityAirbus – das autonom fliegende Taxi der Zukunft

Um wie viel schneller wäre er gewesen, hätte er zu diesem Zeitpunkt schon den „Racer“ gehabt, einen Hochgeschwindigkeitshelikopter, der zur Zeit im Rahmen eines EU-Programms von knapp 40 Partnern aus zwölf europäischen Staaten entwickelt wird. Der Racer fliegt über 400 Kilometer pro Stunde, kann senkrecht starten und über einem festen Punkt in der Luft schweben oder „hovern“.

Allein aufgrund seines Designs fliegt er leiser als jeder herkömmliche Hubschrauber. Wäre es erlaubt, würde man mit ihm fast unbemerkt ins Tal fliegen. Aber Airbus arbeitet noch an anderen Projekten. Um die Luft in Städten nicht zu belasten, hat das Unternehmen einen elektrisch fliegenden Helikopter entwickelt. Gestern wurde er auf dem Rathausplatz in Ingolstadt vorgestellt. Hier soll das neue Gerät in der kommenden Zeit auch diverse Testflüge absolvieren, denn Ingolstadt ist eine Modellregion der „Urban Air Mobility“.

Vahana steht für „Allein fliegen ohne Pilot“

Der „CityAirbus“ soll künftig drei bis vier Passagiere auf festen Routen zu wichtigen Zielen bringen. Beispielsweise von der Stadtmitte zum Flughafen, wie Airbus-Pressesprecher Gregor Kursell auf Nachfrage im September erklärte. Quasi ein autonom fliegendes Taxi. Anfangs werde aber aus Akzeptanzgründen ein Pilot mit an Bord sein. Gebaut wird der CityAirbus in Donauwörth in Nordschwaben.

Parallel dazu arbeitet Airbus A3 in Silicon Valley an einem Einsitzer. „Vahana“ heißt dieses elektrische Luftfahrzeug mit Rotoren und Kippflügeln. Auch er soll autonom fliegen können, also ohne Piloten.

Die Zukunft beginnt in frühestens fünf Jahren

Bei beiden Modellen handelt es sich um Technologie-Demonstrationen, weist Kursell ausdrücklich darauf hin. Und nicht um Prototypen, wie oft zu lesen sei. Das bedeutet, so der Pressesprecher, „die Vehikel werden getestet, und die Ergebnisse fließen dann in die Entwicklung des Prototypen ein, der einem späteren Serienflugzeug schon sehr ähnlich ist“.

Ein kommerzieller Einsatz beider Luftfahrzeuge sei nicht vor Mitte der nächsten Dekade zu erwarten, so Kursell. Es gebe derzeit auch weder Normen für die Zulassung solcher Flugtaxen noch für den Luftverkehr in Großstädten. Diese müssten erst entwickelt werden. Man sei aber mit den Behörden in Kontakt.

Erst fahren, dann fliegen

Außerdem müssten Start- und Landeplätze gebaut werden, da man davon ausgehe, dass der Transport auf festen Routen und nicht individuell, quasi von Haus zu Haus, stattfindet. „Unser Ziel ist, dass eine Fahrt pro Passagier nicht mehr kostet als eine Taxifahrt auf der Straße über eine entsprechende Strecke“, so Kursell. Das werde aber vermutlich in der Einführungsphase noch nicht möglich sein.

So sieht der RACER von Airbus aus. Kein Prototyp, sondern eine “Technologie-Demonstration”. / Foto: Airbus

Interessant für das Tegernseer Tal könnte auch ein Fahrzeug sein, dass sowohl in der Luft als auch am Boden fährt. Je nachdem, mit welchem Transportmodul es kombiniert wird. Auch daran arbeitet Airbus – gemeinsam mit Audi. Hier sei man allerdings noch in einem sehr frühen Konzeptstadium, so Kursell. Langfristig wolle man mit Audi einen komfortablen Transportservice auf dem Boden anbieten.

Und während die Drohne „Skyways“ irgendwann unsere Pakete ausliefert, Tom Enders längst bei Airbus abgesprungen ist (Ende April 2019 wird er seinen Posten räumen wie im Dezember 2017 bekannt wurde), und die Tegernseer längst wie Fliegen durchs Tal schwirren, wird sich kaum noch jemand daran erinnern, wie die chaotischen, staudurchdrungenen Bodenverhältnisse im Jahr 2018 waren. Meine sehr verehrten Damen und Herren, hier spricht Ihr Flugkapitän. „Bitte schnallen Sie sich an. Es geht zurück in die Zukunft!“


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