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Oberbayerischer Fischereitag in Bad Wiessee

Mit dem Hecht zum Fischerkönig

Zum vierten Mal seit 1975 hingen zahlreiche Angler ihre Haken in den Tegernsee. Gesucht wurde auch an diesem Wochenende der Königsfischer. Äußerer Rahmen war der Fischereitag des Bezirks Oberbayern. Im Fokus stand auch, wie man verschiedene Fischarten vor dem Aussterben schützt.

Berufsfischer Christoph von Preysing und Fischereipräsident Franz Geiger
Berufsfischer Christoph von Preysing und Fischereipräsident Franz Geiger

Während in den Räumen vom Gasthof Post viel über Theorie und Probleme der Fischerei gesprochen wurde, zog das Mitglied Christian Sperl in der Egerner Bucht ein Prachtexemplar aus dem See: einen Hecht mit fünf Pfund und einer Länge von knapp 70 Zentimetern. Damit wurde der Münchner Fischerkönig in diesem Jahr, was auch neidlos Berufsfischer Christoph von Preysing anerkannte, als er den Hecht vorübergehend in seiner Kühltruhe aufbewahrte. Ohnehin kämen sich am Tegernsee Angler und Berufsfischer nicht in die Quere, betonte Franz Geiger, Präsident des Fischereiverbandes Oberbayern. „Beide haben Interesse an einem guten Fischbestand“.

Probleme gebe es an allen oberbayerischen Seen aber mit dem Bestand der Seeforellen, der in den letzten Jahren sehr zurückgegangen sei. Deswegen werden diese nun wieder stärker besetzt. „Erste positive Anzeichen gibt es bereits“, so Geiger. Den Beweis lieferte Preysing. Sein Lehrling Korbinian Trettenhahn fing vor einigen Tagen zwei Prachtexemplare: acht und knapp sieben Kilo schwere Seeforellen, die Königin der bayerischen Seen, wie es hieß.

Zwei Seeforellen-Prachtexemplare, aus dem See geholt vom Fischereimitarbeiter Korbinian Trettenhahn.
Zwei Seeforellen-Prachtexemplare, aus dem See geholt vom Fischereimitarbeiter Korbinian Trettenhahn.

Die Größe der gefangenen Seeforellen in diesem Jahr zeige, so Preysing, dass es aufwärts gehe. Mit dem Netz hätten seine Kollegen etwa 25 Seeforellen gefangen, die das Schonmaß mit bis zu 80 Zentimetern leicht erreicht hätten, „das haben wir noch nie gehabt“. Weitere gefährdete Fischarten, mit bis zu 90 Prozent, seien in heimischen Gewässern die Äsche, Huchen, Nasen und die Regenbogenforelle, beklagte Geiger. Dafür gebe es viele Ursachen: zum Beispiel die Verbauung der Flüsse. Dauerthema aber seien Kormorane und Gänsesäger, die die Fische enorm dezimieren würden. Geiger erklärt:

Der Tegernsee hat das Problem mit den Kormoranen nur periodisch, dann, wenn sie durchziehen. Hier ist es eher der Gänsesäger, der Fische bis zu einer Größe von 20 Zentimetern fresse. Weniger am Tegernsee, aber an anderen Seen in Oberbayern erschwert der Eintrag von Sedimenten, verursacht durch den Maisanbau, den Fischbestand.

Gegenläufig sei die Tendenz am Tegernsee auch beim Seesaibling. Auch dieser komme wieder stärker in dem Gebirgswassersee vor, erwiderte Preysing. Bei den Renken bleibe der Bestand in etwa gleich. Im vergangenen Jahr habe die Fischerei in Bad Wiessee etwa 300.000 Seeforellen und etwa 100.000 Seesaiblinge ausbrüten können. „Da wir im Bruthaus nicht so viel Platz haben, setzen wir diese Eier in Plastikboxen, eingegraben im Kies, ganz oben am Söllbach unweit der Schwarzentenn-Alm aus“, so Preysing, damit sie relativ naturnah aufwachsen.

„Es bringt nichts, wenn wir gleich Speisefische mit 50 Zentimetern einsetzen, das ist nur schön für die Freizeitangler“. Hochwertig sei eine Seeforelle mit 80 Zentimetern, die dann etwa 30.000 Eier ablege. „Darauf setzen wir“, betont der ungekrönte Fischerkönig Preysing.

Gegen die Aufstauung des Tegernsees

Eindeutig sprach er sich bei dieser Gelegenheit gegen die Aufstauung des Tegernsees als Hochwasserschutz aus. Denn beim Ablassen vor einem drohenden Hochwasser würden die Fischeier alle dann im Trockenen liegen. Die Klimaveränderung und der einsetzende Starkregen hätten zur Folge, dass die Fische nun später laichen.

Diesem Phänomen begegne man im Bruthaus mit der Herabkühlung des Wassers um ein Grad. „Da dies die Aufzucht begünstigt, konnten wir auch den Chiemsee und den Ammersee und mit jeweils 10.000 ausgebrüteten Seeforellen und den Schliersee mit 5.000 Seeforellen beliefern“, so Preysing, „natürlich kostenlos“. Dort seien ja auch Fischerkollegen.


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