Pfarrer aus Waakirchen als Lauf10 TV-Star

Mit Gottes Segen ins Training

Über zehn Jahren gibt es sie schon, die Lauf10 Aktion der Abendschau des BR. Mehr als Hunderttausend Teilnehmer haben seitdem trainiert, geschwitzt und Pfunde gelassen. Nun ist erstmals ein Geistlicher dabei, der sich zu seinem Übergewicht bekennt und öffentlich etwas dagegen tun will.

Der Waakirchner Stephan Fischbacher macht bei der Lauf 10 Challenge des BR mit. / © BR/Hörhager

Vier Aspiranten werden nun die nächsten Wochen mit der Kamera begleitet, wie es ihnen beim Lauftraining ergeht. Sie sitzen auf der Studio-Couch der Abendschau, während sie in einem Filmbeitrag vorgestellt werden – Andy, Laura, Nicole und Stephan. Doch Stephan ist nicht irgendwer, Stephan Fischbacher ist der katholische Pfarrer von Waakirchen. Er wiegt 115 Kilogramm, bei einer Größe von 1,91 Metern. Für den 37-Jährigen ist ein Lauf über 10 Kilometer noch eine „illusorische Vorstellung“. Dieser Herausforderung will er sich stellen, sagt die BR-Reporterin und zeigt den Geistlichen beim Check auf dem Laufband und ärztlicher Kontrolle.

Ihn motiviert: „Wenn der Pfarrer fesch ist, kommen mehr Leute in die Kirche“. Fescher und vor allem weniger Pfunde erhoffen sich auch Fischbachers Wegbegleiter in der Abendschau. Noch wiegen alle über 100 Kilogramm. Doch es gibt einen „Lauf-Papst“, Sportmediziner Prof. Martin Halle von der TU München, der die Lauf-Aspiranten unter seine Kontrolle nimmt.

Oma gab den Ausschlag

Fischbacher brachte vor Jahren auch schon mehr auf die Waage, wie er im Live-Auftritt auf dem Studio-Sofa verriet. Denn die „Gemütlichkeit hat überhandgenommen“. Er habe da eben gerne das gegessen, was ihm geschmeckt habe. „Dazu kam dann ein Bandscheibenvorfall und ich war in einer Teufelsspirale nach oben“. Nachdem dann seine Oma zu ihm sagte, „du wirst immer ‚breader‘, war das für mich der Anlass, was zu machen“. Mit dem Hometrainer ging es los, denn als Pfarrer sei er froh gewesen, wenn er das Bewegen und Schwitzen nicht vor allen Leuten machen müsse.

Die BR Lauf10-Teilnehmer Laura Dunst, Andi Fischen-Zillner, Nicole Engelbrecht und Stephan Fischbacher. / © BR/Hörhager

So war seine Einstellung noch vor einem Jahr. Heute bekennt er sich öffentlich dazu, am Tag eins von Lauf10. Das TV-Team begleitet die Vier nach dem Aufwärmen durch den Englischen Garten beim Gehen und Walken über zehn Minuten. Das Motto für die nächsten 70 Tage: das Gewicht soll gehen und die Muskeln kommen. Die Kandidaten seien „mega motiviert“, sagt der begleitende Lauftrainer Jan Bischof von der TU München. Alle seien „auf dem richtigen Weg“. Fischbachers Resümee im Film: „Mir ist warm geworden“. Es dürfte ihm noch wärmer werden, denn für medialen Druck sorgt nun die Abendschau.

Idee kommt in Waakirchen an

Schon „jahrelang“ habe ihn die Idee fasziniert, bei einem solchen Lauf mitzumachen, sagt Fischbacher nun auf Nachfrage. Doch er habe weder in Bad Tölz noch in Holzkirchen einen Verein gefunden, bei dem die Trainingszeiten für ihn gepasst hätten. Außerdem wollte er nicht so weit fahren. Aus „Lageweile“ heraus habe er sich dann vor einem Jahr bei der Abendschau als Vorläufer für deren Lauf10-Aktion beworben. „Meine Idee war, wenn ich mich bewerbe, muss ich auch mitmachen“. Seit der Anmeldung, wo er noch über 130 Kilogramm auf die Waage brachte, habe er schon 20 Kilo mit Schwimmen, Wandern und Radeln verloren. „Doch Laufen ist eben nochmal was anderes“.

„Mein Ziel ist es, die zehn Kilometer unter einer Stunde zu schaffen“. Doch ob er dies erreiche, wisse er noch nicht. Vorgenommen habe er sich nun, täglich etwas für seine Fitness zu tun. Richtschnur ist für ihn der Lauf10-Trainingsplan bis zum eigentlichen Kräftemessen am 12. Juli.

Dass er an dem Lauf teilnehme, würde sich bereits in Waakirchen „rumsprechen“. Dies führe zu dem Effekt, dass er nun als Pfarrer im Sportverein eine Laufgruppe initiieren konnte. Dienstag und Freitag, jeweils um 18 Uhr, treffe man sich jetzt zum Training. Aus dem Stand heraus hätten sich bereits 30 Leute gemeldet, die ihrem Pfarrer auf seinem steinigen Weg folgen wollen. „Das ist sensationell“, frohlockt der Geistliche.


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