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Wiessees Bürgermeister sagt Ballon-Wettbewerb früh ab

„Montgolfiade hätte stattfinden können“

Zum ersten Mal starten die Heißluftballons Ende Januar nicht mehr von Bad Wiessee aus, sondern von Rottach-Egern. Dabei hätte die Montgolfiade in Bad Wiessee stattfinden können. Denn noch steht der Abriss des ehemaligen Hotels Lederer nicht fest. Doch der Bürgermeister sagte bereits im Frühjahr die Seepromenade als Austragungsort ab…

Hätte die Montgolfiade Ende Januar doch noch in Bad Wiessee stattfinden können?

Der Gemeinderat von Bad Wiessee wurde erst am 19. Oktober darüber informiert. Aber da waren die Würfel längst gefallen. Denn schon im Frühjahr 2017 sei den Beteiligten der Montgolfiade von Bürgermeister Peter Höß mitgeteilt worden, dass der bisherige Veranstaltungsort Ende Januar 2018 nicht mehr zur Verfügung stehe.

Bis dahin erfreuten sich Tausende von Besuchern der inzwischen 17. Tegernseer Tal Montgolfiade. Verbunden war damit seit 2016 an zwei Wochenenden auch ein großer Wintermarkt mit Rahmenprogramm an Wiessees Gestaden. Für Hoteliers und Gastronomie war das Ballonfahrertreffen ein dickes Plus. Doch die Verlegung der Montgolfiade nach Rottach-Egern schmerzt die Wiesseer Vermieter schwer, sie fühlen sich als Verlierer.

Bürgermeister sagt Montgolfiade ab

Auch wenn sie wussten, dass eines Tages das ehemalige Spielbankgelände als Austragungsort wegen des geplanten Luxushotels nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Aber Recherchen der Tegernseer Stimme zeigen nun, dass früh, vielleicht zu früh, die Montgolfiade von Peter Höß abgesagt worden sein könnte. Denn nun stellt sich heraus, dass weder Höß noch Christian Kausch von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) mit dem Eigentümer des ehemaligen Hotels Lederer und des Haus des Gastes, der Familie Strüngmann, gesprochen haben.

„Die TTT hatte mit dem Eigentümer des Grundstücks keinen Kontakt“, sagt Andreas Göbel, Pressesprecher von Thomas Strüngmanns Athos GmbH. Die Entscheidung sei alleine zwischen der Gemeinde und TTT gefallen. Zu dem Zeitpunkt jedoch, als entschieden werden musste, ob die Montgolfiade am gewohnten Platz stattfinden könne, sei die Gemeinde davon ausgegangen, dass der Abriss des Hotels Lederer erfolge, so Göbel nach seinem Telefonat mit Höß am Montag.

„Irgendwann musste man sich entscheiden“

Laut Göbel sei der Gemeinde das Wagnis zu groß gewesen, dass es keine vernünftige Veranstaltung werden könnte. Daher sei diese vorsorglich abgesagt worden. „Tatsächlich aber hätte sie jetzt durchaus stattfinden können“, räumt Strüngmanns Pressesprecher ein. Er könne sich das Bedauern der Gemeinde gut vorstellen, so Göbel, wo sie doch die Veranstaltung gerne gehabt hätte.

Aber irgendwann musste man sich entscheiden.

Auf die Frage, wann denn nun der von langer Hand geplante Abriss erfolge, lässt sich Göbel lässt auf keinen Zeitpunkt festnageln. Das Thema Fledermäuse sei schließlich noch nicht ausgestanden, „weil noch keine Entscheidung der Regierung von Oberbayern gefällt wurde“. Galgenfrist bekommen damit auch die Pächter des Hotels Wittelsbach, die Familie Krippner. Während die Gemeinde vor deren Hotel vorsorglich die Montgolfiade strich, gibt es laut Göbel „noch keinen konkreten Zeitplan für den Abriss des Hotels Wittelsbach“.

Im Sommer bekam Rottach-Egern den Zuschlag

Doch bereits mit der Absage der Montgolfiade durch Höß im Frühjahr sei laut Kausch über Alternativstandorte zunächst in Wiessee diskutiert worden. Ohne Erfolg. Erst im Sommer hatte die Suche nach einem anderen Ort „richtig Fahrt aufgenommen, nachdem seitens der Gemeinde definitiv klar wurde, dass es keine Chance mehr auf den bisherigen Platz gibt“.

Als beste Option galt für die Touristiker dann die Oswaldwiese vor dem Voitlhof in Rottach-Egern. Das wichtigste Ziel sei, so Kausch auf Nachfrage, „die Veranstaltung im Tal zu halten und diese weiterhin stattfinden zu lassen“. Dies dürfte auch unstrittig sein. Doch bei etwas mehr Flexibilität auf beiden Seiten hätte man wohl die Montgolfiade noch ein Jahr länger in Wiessee halten können.

Ein weiterer Verlust, der schwer wiegt: Denn auch die einwöchige Internationale Schachmeisterschaft mit diesmal 520 Teilnehmern ist weg. Vor 20 Jahren wurde das Turnier einst in Bad Wiessee noch ins Leben gerufen. Nun fand es auf Gut Kaltenbrunn statt. Nach der Absage an die Ballonfahrer bleibt nun nicht mehr viel für den Ort an der Westbank.


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