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Bad Wiessee will „Kurruhe“ modifizieren

Mehr Ruhe, mehr Lärm

Von Christopher Horn

Lautes Bohren, Hämmern oder Rasenmähen. In Bad Wiessee ist das zwischen Montag und Samstag schon ab sieben Uhr morgens erlaubt.

Das könnte sich nun ändern. Damit es so kommt, sollen Einheimische und Touristen zur Mittagszeit einen Kompromiss eingehen.

Bauabrbeiten wie zuletzt an der Wiesseer Realschule dürfen derzeit schon um 7 Uhr starten. Das könnte sich nun ändern.
Bauarbeiten wie zuletzt an der Wiesseer Realschule dürfen in Wiessee schon um 7 Uhr starten. Das soll sich ändern.

Da Bad Wiessee ein Kurort ist, gilt neben der normalen Ruhezeit von 20 bis sieben Uhr auch eine sogenannte Kurruhe von 13 bis 15 Uhr. Zu diesen Zeiten sowie an Sonn- und Feiertagen sind sowohl größere Bau- als auch laute Garten- oder Hausarbeiten verboten. Ansonsten darf in Wiessee aber fleißig gebohrt, gehämmert oder der Rasen gemäht werden.

Die Verantwortlichen der Gemeinde wollen das nun ändern. „Die Regelung sollte modifiziert und an die neuen Bedürfnisse unserer Anwohner und Gäste angepasst werden“, erklärt der Wiesseer Geschäftsleiter Michael Herrmann in der Juli-Ausgabe des Gemeindeboten „Bad Wiessee im Blick“. Auch einige Gastgeber hätten der Gemeinde gegenüber bestätigt, dass ihre Gäste eher ein späteres Frühstück zu sich nehmen, bevor sie sich auf den Weg in den Ort oder die Region machen.

Eine Stunde weniger Mittagsruhe

Daher erscheint es aus Sicht der Gemeinde angemessen, die Regelung morgens um eine Stunde später auf acht Uhr zu verlegen. Das würde auch den Einheimischen zugutekommen. Auch viele der Berufstätigen aus dem Tal sind um sieben Uhr morgens noch zu Hause und wünschen sich Ruhe. Zudem könnte das Ruhegebot auch abends von derzeit 20 Uhr auf 19 Uhr vorverlegt werden.

Um einen Teil der damit verlorengehenden Arbeitszeit auszugleichen, will Bad Wiessee an der mittäglichen Kurruhe rütteln, wie Herrmann erklärt:

Auch die Interessen der Baufirmen müssen gewahrt werden. Jede Stunde, in der Firmen ihre Maschinen und das Personal nicht beschäftigen, kostet Geld, sodass im Gegenzug die Mittagsruhe um eine Stunde auf dann 13 bis 14 Uhr verkürzt werden könnte.

Ein entsprechendes Konzept arbeitet der Wiesseer Geschäftsleiter momentan aus. Das will Herrmann dann nicht nur im Wiesseer Rathaus, sondern auch vor den anderen Talbürgermeistern präsentieren. Innerhalb der fünf Gemeinden gibt es derzeit noch unterschiedliche Bestimmungen, das soll sich aus der Sicht des Wiesseer Geschäftsleiters aber ändern. „Es ist unser Ziel, hier eine talweit einheitliche Regelung zu schaffen“, betont Herrmann. Damit es so kommt, braucht es allerdings einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss in allen fünf Kommunen.

Vermieter wollen mitreden

Bei den Wiesseer Vermietern stößt die Idee derweil auf ein geteiltes Echo. Besonders für Gästehäuser mit überwiegend älteren Urlaubern ist die Kurruhe zwischen 13 und 15 Uhr nach wie vor von Bedeutung. Dort wird die Mittagsruhe noch groß geschrieben. Andere Vermieter setzen hingegen eher auf jüngeres Publikum. Für diese Zielgruppe sei ein zweistündiges Ruhegebot über die Mittagszeit weniger wichtig, heißt es aus Gastgeberkreisen.

Der Vorsitzende des Wiesseer Verkehrsvereins, Bernhard Kaiser, erklärt daher: „Vonseiten der Gemeinde ist hier noch niemand auf uns zu gekommen. Das Thema ist sehr komplex, man sollte das gemeinsam mit den Vermietern diskutieren.“ Kaiser regt daher an, den Sachverhalt im Rahmen des nächsten Vermieterstammtischs zu diskutieren. Bis hier also eine Entscheidung fallen wird, dürfte es wohl noch eine Weile dauern.

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