Wie läuft die Integration von Flüchtlingen in Holzkirchen?
„Na klar schaffen wir das“

von Maximilian Liegl

Seit nunmehr einem Jahr ist Holzkirchens Integrationsbeauftragter Franz Lutje im Amt. Sein Konzept damals wie heute: Integration durch Beschäftigung. Ein Ansatz, der aufgeht. Zumindest für die jüngeren Asylbewerber.

Gründungsmitglieder und Vorstand des Fördervereins PIA e.V. (Oben: Lisa Braun-Schindler, Gabriele Schultes-Jaskolla , Mathias Striebeck , Dr. Frank Strathmann, Andrea Steinberg-Schmid ,  Peter Janssen, Unten: Max Niedermeier , Franz Lutje, Dr. Jürgen Brenner
Gründungsmitglieder und Vorstand des Fördervereins PIA e.V. (Oben: Lisa Braun-Schindler, Gabriele Schultes-Jaskolla, Mathias Striebeck, Dr. Frank Strathmann, Andrea Steinberg-Schmid, Peter Janssen, Unten: Max Niedermeier , Franz Lutje, Dr. Jürgen Brenner)

Der Pakt für Integration und Arbeit e.V. – kurz PIA – sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen im Landkreis. Ziel ist die erfolgreiche Eingliederung der Asylbewerber in den Arbeitsalltag. Notwendig hierzu ist die ausreichende Qualifikation der Flüchtlinge, um auf dem Arbeitsmarkt langfristig zu bestehen. Mithilfe des Netzwerkes PIA soll die nötige Förderung noch effektiver vonstattengehen. Zudem sollen Arbeits- und Ausbildungsplätze vermittelt werden.

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Zu diesem Zweck werden sogenannte Kompetenzprofile der Asylbewerber erstellt, um eine Vermittlung zu erleichtern. Dabei werden die individuellen Fähigkeiten, Entwicklungen und bisherigen Tätigkeiten der Flüchtlinge aufgenommen. „Kann einer sehr gut mit Menschen umgehen, so empfehlen wir ihm beispielsweise eine Stelle in der Pflege“, erklärt Holzkirchens Integrationsbeauftragter Franz Lutje.

Arbeitnehmer können sich dann an die Zuständigen wenden, wenn sie eine Arbeitsstelle zu besetzten haben. Nach Rücksprache mit den jeweiligen Helferkreisen, kann der passende Arbeitssuchende gefunden und vermittelt werden. Des Weiteren biete man Hilfe bei den benötigten Behördengängen an. Über ein Mentorenprogramm, in dem jeder Flüchling einen Helfer zugeteilt bekommt, wird eine derartige Vermittlung ebenfalls gefördert.

Nicht jeder passt in das Raster

Gesucht werden jedoch überwiegend junge Arbeitssuchende im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. „Asylbewerber über 24 fallen dabei oftmals durch das Raster“, so Lutje, „Jüngere haben auf dem Arbeitsmarkt deutlich höhere Chancen.“ Doch auch hier versucht PIA durch Qualifizierungsprojekte gegenzusteuern. Gesucht werden Kooperationspartner für geplante Asylwerkstätten, in denen Handwerksmeister – Schreiner, Schlosser, etc – Vorwissen vermitteln. So können Empfehlungen ausgesprochen und eine spätere Beschäftigung ermöglicht werden.

„Wir wollen ja nicht nur Tellerwäscher haben“, betont Lutje. Dennoch sei der Eintritt in das Arbeitsleben mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden. So steht der Beschäftigung der Flüchtlinge eine sogenannte Vorrangprüfung im Weg. Diese soll gewährleisten, dass Arbeitsstellen vorrangig an deutsche Staatsbürger und EU-Ausländer vergeben werden. Erst nach 15 Monaten entfällt diese für die Asylbewerber.

Trotz allem gute Stimmung

Dennoch konnten bereits zahlreiche Arbeitsplätze vermittelt werden. Lob hierfür gab es zuletzt auch auf der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth. Entgegen weitverbreiteter Sorgen bezüglich einer Überforderung durch den Flüchtlingsstrom, gibt sich Lutje optimistisch: „Na klar schaffen wir das.“ Zumindest für den Landkreis könnte er damit recht haben. Das sei vor allem den hunderten ehrenamtlichen Helfern zu verdanken.

Und so habe sich die Stimmung unter den Asylbewerbern im Landkreis deutlich verbessert, betont Lutje: „Die Proteste sind lange vorbei. Inzwischen ist die Stimmung sehr gut geworden und das Miteinander ist alles in allem sehr harmonisch.“ Dazu trage auch die Hoffnung bei, dass die Flüchtlinge in absehbarer Zeit eine Arbeit oder eine Ausbildung finden könnten. Dafür arbeiten Lutje und sein Team Tag für Tag.

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